Sozialer Arbeitsmarkt

NRW-Arbeitsminister will der Stadt den Rücken stärken

Die Kreishandwerkerschaft besuchte NRW-Minister Karl-Josef Laumann (M.). Mit beim Termin dabei: CDU-Chef Oliver Wittke. 

Foto: Joachim Kleine-Büning

Die Kreishandwerkerschaft besuchte NRW-Minister Karl-Josef Laumann (M.). Mit beim Termin dabei: CDU-Chef Oliver Wittke.  Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.  Es bleibt aber beim Nein zu einem dauerhaften Sozialen Arbeitsmarkt.NRW-Minister Karl-Josef Laumann besuchte gestern die Kreishandwerkerschaft.

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NRW-ArbeitsministerKarl-Josef Laumann schaute sich Donnerstag in der Kreishandwerkerschaft um, diskutierte mit Vertretern des Handwerks. Im Blickpunkt stand neben der konjunkturellen und wirtschaftlichen Situation in Gelsenkirchen auch das Thema sozialer Arbeitsmarkt. Der Minister fährt mit der Zusicherung nach Düsseldorf zurück, der Stadt den Rücken im Kampf gegen die extrem hohe Langzeitarbeitslosigkeit zu stärken. Eine Absage erteilte er der Schaffung eines „beschützenden“ Arbeitsmarktes.

Davon profitieren sollten die Langzeitarbeitslosen

Die Stadt hatte ursprünglich noch unter der alten Landesregierung die Zusage für eine Förderung eines sozialen Arbeitsmarktes als Dauerprojekt erhalten. Davon profitieren sollten die Langzeitarbeitslosen, die kaum eine Chance haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der Minister will zwar ebenfalls Arbeitslose mit den geringsten Chancen erreichen, doch mit langfristiger Orientierung zu einer festen Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Laumann: „Beim Projekt sozialer Arbeitsmarkt hätten die Leute nach fünf Jahren wieder da gestanden, wo sie vorher waren. Die Gefahr, aus der Dauerarbeitslosigkeit nicht mehr herauszukommen, wäre groß gewesen.“ Er versicherte, dass auch das Land für die Schwachen eine Struktur schaffen wolle, bei der der Lohn und die Wirtschaftlichkeit zunächst im Hintergrund stehen werden. Wer an dem Projekt teilnehme, so der Minister, müsse mit Menschen am Arbeitsplatz zusammenkommen, nicht isoliert sein.

Konzept für den Sozialausschuss

Die Befürchtung hatte er bei der Beschäftigung über den sozialen Arbeitsmarkt. 43 Mio Euro werde das Land auch weiterhin für Maßnahmen in verschiedenen Städten zur Verfügung stellen. Er schlug der Stadt vor, die geplanten 107 Plätze für Langzeitarbeitslose möglicherweise auch in kleineren Schritten zu vergeben. Laumann könnte sich parallel laufende Modelle vorstellen, bei denen vor allem auch das Handwerk mit eingebunden werden sollte. Von der Stadt erwartet er ein Projekt mit mehr Effizienz und der Aussicht auf spätere berufliche Einstiegschancen. Er könne sich vorstellen, das Projekt über einen längeren Zeitraum zu finanzieren. Allerdings sei das Land in der Arbeitsmarktpolitik nur der kleinste Player, der Projekte nur bei gleichzeitiger Kofinanzierung fördern könne. 20 Prozent wird die Stadt wohl selbst tragen müssen.

Die Stadt wird sich an der Finanzierung beteiligen

Jobcenter-Geschäftsführer Dirk Sußmann ist zuversichtlich, geeignete Personen für das Projekt zu finden: „Wir haben für jede Kategorie Menschen, die die Plätze besetzen können.“ 2016 hätten 6700 Arbeitslose, die Leistung nach Hartz IV bezogen, auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Job gefunden. Sozialdezernent Luidger Wolterhoff will möglichst schon zur Sitzung des Sozialausschusses am 20. September ein Konzept vorlegen, das den Anforderungen des Landes entspricht.

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