Umgestaltung

Nordsternpark: Biergarten-Blechbüchse weicht Pavillon

Rustikal und urig soll’s bleiben, auch wenn die „Blechbüchse“ von 1997 durch den neuen Stahl-Holz-Pavillon ersetzt wird.

Foto: Heinrich Jung

Rustikal und urig soll’s bleiben, auch wenn die „Blechbüchse“ von 1997 durch den neuen Stahl-Holz-Pavillon ersetzt wird.

Gelsenkirchen-Horst.   Die alte „Blechbüchse“ im Biergarten des Nordsternparks soll einem zweigeschossigen Pavillon weichen – mit „Draußen-Gefühl“.

Die Gerüchteküche, sie brodelte schon Monate bevor das Thema Biergarten-Umgestaltung im Nordsternpark offiziell wurde: Von einer Après-Ski-Hütte für bis zu 400 Gäste war die Rede, die André Berger als Geschäftsführer der Heiner’s Hotel und Gastronomie GmbH bauen wolle. Was Wunder, dass Anwohner aus Angst vor Lärmbelästigung Alarm schlugen und die Sorge äußerten, dort werde womöglich auch noch eine Bühne errichtet?! „Alles Quatsch“, gibt Berger auf WAZ-Anfrage Entwarnung. Geplant sei lediglich ein Pavillon als Ersatz für die bisherigen zwei Ausschankstände – für rund eine Millionen Euro.

„Die alte ,Blechbüchse’ von 1997 und das Holzhaus von 2010 entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Die Zahl der Park-Besucher und damit auch der Biergarten-Gäste ist kontinuierlich gewachsen – an Sonn- und Feiertagen müssen sie zwischen 30 und 60 Minuten warten, bis sie Getränk oder Imbiss in den Händen halten. Das ist nicht mehr zukunftsfähig“, begründet Berger sein Vorhaben, das er „Evolutionsstufe 2“ nennt.

Ein Pavillon mit zwei Geschossen und Keller

Problematisch sei ebenso die Unterbringung von in Stoßzeiten bis zu 500 Fahrrädern. „Schließlich wird der Park von immer mehr auswärtigen Radtouristen angefahren.“ Eine Aufwertung des Biergartens mit seinen 1000 Sitzplätzen sei daher dringend geboten.

Konkret plant Berger auf einem Teil der jetzigen Biergartenfläche einen vollunterkellerten, zweigeschossigen Pavillon aus Stahl und Glas – „Draußen-Gefühl“ inklusive. „Bei schönem Wetter wollen wir das Dach bis zur Hälfte einfahren, so dass die Besucher zwar windgeschützt sitzen, aber Biergarten-Atmosphäre erleben können.“ Vorgesehen ist eine runde Bar in der Mitte der Fläche, um die sich bis zu 120 Stühle gruppieren. Das obere Geschoss bietet Platz für bis zu 50 Sitzgelegenheiten.

Drei Bildschirme zeigen Sportereignisse

An drei Ausgabestellen können sich die Besucher so wie bislang selbst mit Getränken und einem Imbiss versorgen, entweder um auf Stühlen eine Pause einzulegen oder samt „to-go-Lebensmitteln“ Spaziergang oder Radtour fortzusetzen. Urig und rustikal soll der Pavillon eingerichtet werden, mit viel Holz – und drei mittelgroßen Bildschirmen, auf denen Sportereignisse wie Fußballspiele oder Formel-1-Rennen gezeigt werden.

Als Vorteil für die Nutzer sieht Berger auch die Einrichtung einer WC-Anlage im Keller des Pavillons: „Damit wollen wir den Transit auf der Straße reduzieren, denn bislang müssen Besucher die Toiletten im Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite ansteuern.“

Weder Après-Ski-Hütte noch Bühne

Von einer Après-Ski-Hütte mit nächtlichem Betrieb könne hingegen gar keine Rede sein. Darauf hatte eine Anfrage des Bezirksverordneten Nurettin Ertürk (WIN) in der Bezirksvertretung West abgezielt. Auch eine Bühne sei nicht in Planung, „lediglich dezente Auftritte etwa mit Gitarrenmusik im Hintergrund, so dass sich die Gäste noch unterhalten können“, stellt Berger klar.

„Was das Thema Schallschutz angeht, so sind wir da sehr sensibel! Nur bei größeren Events wie Champions-League-Spielen wird der Biergarten vielleicht bis 23 Uhr öffnen. Sonst bleibt es bei den jetzigen Zeiten.“

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