Emscherumbau

Neuer Knotenpunkt entsteht in Bulmke

An der Ostpreußenstraße entsteht gerade ein neuer Kreisverkehr.

Foto: Michael Korte

An der Ostpreußenstraße entsteht gerade ein neuer Kreisverkehr. Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Die Stadt baut am künftigen Verkehrsknoten Ostpreußenstraße / Europastraße einen Kreisverkehr. Eine neue Verbindung zur Europastraße.

Wer über die Ostpreußenstraße in Bulmke-Hüllen in Richtung Wattenscheid fährt, der wird wahrscheinlich hinter der Elfriedenstraße eine Pause einlegen müssen. An der Baustellenampel vor den Unterführungen geht es dort vorübergehend nur einspurig voran. Der Blick wandert unter anderem auf hoch aufgetürmte Erdhügel, auf ein neues Regenrückhaltebecken und auf großflächig gerodete Flächen, auf dem zuvor ein kleiner Wald verwurzelt war. Zudem deutet sich bereits eine neue abzweigende Straße an.

Zum einen handelt es sich bei den aufwändigen Arbeiten um die Erschließung der Fläche „Schalker Verein Ost“, wie die Stadt mitteilte. Am künftigen Knotenpunkt Ostpreußenstraße / Europastraße entsteht ein Kreisverkehr, über „den später der noch fehlende östliche Anschluss des Gesamtareals an das städtische Straßennetz realisiert werden wird“. Die Europastraße wird künftig von der Brüsseler Straße bis zur Ostpreußenstraße führen.

Tunnelbohrmaschine startet von Bulmke aus

Zum anderen bereitet die Emschergenossenschaft den nächsten Bauabschnitt im Zuge des Großprojektes „Emscherumbau“ vor, wie Sprecher Ilias Abawi erklärte. „Die Aufträge für die weiteren Bauabschnitte von Kilometer 3,85 bis 8,00 wird die Emschergenossenschaft noch in diesem Jahr vergeben.“ Demnächst wird sich also von Bulmke aus zunächst eine Tunnelbohrmaschine durch den Untergrund fressen, danach werden die Rohe für den geplanten Abwasserkanal verpresst. Der Kanal parallel zum Hüller Bach, im Prinzip ein „unterirdischer Zwilling“, ist insgesamt acht Kilometer lang. Die Emschergenossenschaft baut ihn entgegen der Fließrichtung ab der Mündung des Hüller Bachs in die Emscher in Richtung Süden. Die Emschergenossenschaft hat ein Viertel des Sammlers, also genau zwei Kilometer, bereits fertig gestellt. Auch der insgesamt 1,85 Kilometer lange Vortrieb von Kilometer 2,00 bis 3,85 ist fertig gestellt.

Den gerade laufenden Arbeiten ist zuvor eine Vielzahl von Bäumen zum Opfer gefallen. Allerdings stand der Großteil des abgeholzten Grün auf dem Privatgelände der Firma Saint-Gobain PAM Deutschland GmbH. Viele der Bäume – das kam nach Angaben der Stadt bei einer Begehung mit Gelsendienste, Gelsenwasser und mit dem Referat Verkehr heraus – seien erheblich geschädigt, entwurzelt (durch Ela) oder vertrocknet gewesen, so dass von ihnen eine Umsturzgefahr ausgegangen sei. „Die Bäume wurden vom Eigentümer gefällt“, erklärte Stadtsprecher Martin Schulmann.

Eine Fällgenehmigung war nicht erforderlich, weil allen vom Pfingststurm betroffenen Eigentümern die Fällung ohne Genehmigung durch die Stadt erlaubt wurde. Bei der Beseitigung von Gefahrenbäumen liegt eine Ersatzpflanzung allein im Ermessen des Eigentümers.

Hüller Bach bildet größtes Emscher-Zulaufsystem

Gut voran kommt auch der Bau der Abwasserkanäle an den seitlichen Einleitungen in den Hüller Bach: Da wäre einmal ein rund 630 Meter langer Kanal vom Pumpwerk Gelsenkirchen-Kleine Emscher an der Bismarckstraße bis zur Grimbergstraße – dieser ist bereits komplett fertig.

Darüber hinaus baut die Emschergenossenschaft zwei übereinander liegende unterirdische Kanäle – ein Regenwasser- sowie ein Mischwasserkanal – vom Pumpwerk Herne-Unser Fritz von Herner Stadtgebiet aus bis an die Grimbergstraße. Beide Leitungen sind 835 Meter lang. Der Mischwasserkanal ist bereits seit einiger Zeit fertig gestellt, der Regenwasserkanal ist erst kürzlich fertig verlegt worden – hier finden aber noch Ausbauarbeiten am Schachtbauwerk statt. Die Kanäle haben jeweils einen Innendurchmesser von 1,60 Meter.

Der Hüller Bach bildet im Übrigen das größte Zulaufsystem der Emscher. Er hat viele seitliche Einleitungen. Zum System des Hüller Bachs gehören unter anderem der Ahbach, der Kabeisemannsbach, der Goldhammer Bach, der Marbach, der Hofsteder Bach sowie der Dorneburger Mühlenbach. Er entwässert somit Teile von Bochum, Herne und Gelsenkirchen.

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Jedes Jahr am 22. März feiern die Vereinten Nationen den Weltwassertag. Emschergenossenschaft und Lippeverband machen daraus eine „Weltwasserwoche“. Von Montag bis Freitag werden Flussmanager täglich einen Beitrag im Internet veröffentlichen, der den Weg des Abwassers nachzeichnet: blog.eglv.de.

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