Beratung

Neue Anlaufstelle für Familien in Gelsenkirchen-Horst

Viel Beratungsbedarf: Sozialarbeiterin Katharina Küsgen (Diakonie) im Gespräch mit Besuchern der neuen Einrichtung von Awo und Diakonie in Gelsenkirchen-Horst.

Viel Beratungsbedarf: Sozialarbeiterin Katharina Küsgen (Diakonie) im Gespräch mit Besuchern der neuen Einrichtung von Awo und Diakonie in Gelsenkirchen-Horst.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Horst.  An der Harthorststraße in Gelsenkirchen-Horst gibt es eine neue Beratungsstelle für Familien. Mit diesem Ziel treten die Mitarbeiterinnen an.

Dass die neue Anlaufstelle für Familien in Gelsenkirchen-Horst dankbar angenommen wird, war schon vor der Eröffnung klar. „Kaum hatten wir unser Schaufenster beschriftet, kamen auch schon die ersten Menschen vorbei und wollten uns ihre Anliegen schildern“, berichtet Sozialarbeiterin Katharina Küsgen. Dabei wurde der neue Laden erst am Freitag offiziell eröffnet, am kommenden Montag nimmt er seinen Betrieb auf.

Das neue Angebot richtet sich an Familien im Stadtteil – „wir haben das bewusst ganz weit gefasst und machen damit klar, dass wir für alle da sind: für Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund, Geflüchtete, Senioren – eben für jede, der Beratung und Hilfe braucht“, sagt Katharina Küsgen. Sie arbeitet als Fachbereichsleiterin für das Thema „Flucht und Migration“ beim Diakonischen Werk. Für die neue Beratungsstelle hat sich die Diakonie mit der Awo zusammengetan, gemeinsam betreiben sie das Büro.

Die Beratungsstelle ist auch gut mit der Stadt Gelsenkirchen vernetzt

Behördengänge, das weiß jeder, sind tendenziell eher abschreckend. Für Menschen, die neu im Land sind und womöglich Probleme mit der Sprache haben, gilt das umso mehr. Daher soll die neue Beratungsstelle ein möglichst niederschwelliges Angebot sein. „Menschen können mit allen möglichen Anliegen zu uns kommen“, sagt Katharina Küsgen. „Wir schauen dann, wie wir helfen können, vermitteln Ansprechpartner und Kontaktpersonen.“ Idealerweise ist auch noch ein Mitarbeiter dabei, der die Muttersprache des Hilfesuchenden spricht.

„Im Grunde übernehmen wir eine Lotsenfunktion“, sagt die Sozialarbeiterin. Wichtig sei dabei eine gute Vernetzung, sowohl zur Stadt Gelsenkirchen als auch zu anderen Netzwerkpartnern im Stadtteil. „Wenn beispielsweise eine Mutter mit ihrem Baby zu uns kommt, können wir sowohl die Kontakte zu den entsprechenden Stellen bei der Stadt herstellen – wir können aber auch zum Thema Betreuung informieren, oder beispielsweise über Angebote für ein Mutter-Kind-Turnen bei einem hiesigen Sportverein.“

Auch andere Einrichtung können das Ladenlokal nutzen

Die neue Beratungsstelle hat ihren Sitz an der Harthorststraße, direkt am Marktplatz in Horst-Süd. „Wir haben uns bewusst für einen solchen zentralen Platz im Quartier entschieden“, sagt Heike Lorenz, Einrichtungsleiterin bei der Diakonie. „So eine Anlaufstelle vor Ort ist viel freundlicher und einladender als ein Amt.“ Sie weiß: Gerade in vielen Migranten-Communities verbreitet sich schnell per Mundpropaganda, dass es so eine Anlaufstelle gibt und dass man sich dort helfen lassen kann.

Diakonie und Awo legen Wert auf die Feststellung, dass sie die Beratungsstelle nicht exklusiv haben, auch andere Einrichtungen können und sollen das Ladenlokal nutzen. So wird etwa einmal im Monat der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) für eine Sprechstunde vorbeischauen, auch der „Runde Tisch Horst“ soll präsent sein. „Wir wollen das Haus nach und nach mit Leben füllen“, sagt Katharina Küsgen.

Langfristig ist auch ein Umzug in größere Räume denkbar

Finanziert wird die Einrichtung vom Jugendamt, für das Jahr 2020 steht ein Betrag in Höhe von 36.000 Euro zur Verfügung. „Wir planen aber mindestens bis Ende 2021“, sagt Heike Lorenz. Wenn die Einrichtung gut angenommen wird, sei auch ein Umzug in größere Räumlichkeiten denkbar.

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