Stadtverwaltung

Nerviges Warten im Bürgercenter ist in Gelsenkirchen passé

Auch wenn viele Wartende vor der Tür sitzen: Die Termine werden im Bürgercenter akribisch eingehalten. Auch die Bürger müssen pünktlich sein, deshalb kommt mancher früher als nötig. 

Foto: Martin Möller

Auch wenn viele Wartende vor der Tür sitzen: Die Termine werden im Bürgercenter akribisch eingehalten. Auch die Bürger müssen pünktlich sein, deshalb kommt mancher früher als nötig.  Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Seit Einführung des Terminsystems im August 2016 läuft es in den Bürgercentern in Gelsenkirchen wieder rund.

Wer das Hans-Sachs-Haus betritt und den Blick nach links in den Wartebereich des Bürgercenters schweifen lässt, kann den Eindruck bekommen, dass es üppige Wartezeiten gibt. Doch der Eindruck täuscht gewaltig.

Im August vergangenen Jahres hatte die Stadtverwaltung die Reißleine bei den Bürgercentern gezogen. Die Warteschlangen fanden in allen vier Einrichtungen in der Stadt kein Ende. Zwei bis drei Stunden Wartezeit war die Regel. Rat- und Hilfesuchende, aber auch die städtischen Mitarbeiter selbst waren nervlich am Ende. Grund für die überfüllten Bürgercenter war die große Zahl von Flüchtlingen und EU-Zuwanderern, die ihre Dokumente ändern oder beantragen müssen. Was aufgrund komplexer Dokumente und Sprachbarrieren auch eher zeitaufwändig ist. Besonders lang waren die Schlangen im Hans-Sachs-Haus, wo auch Ausländerbehörde und Sozialamt sitzen.

Zeitplan richtet sich nach dem Anliegen des Bürgers

Seit August 2016 nun muss jeder Gelsenkirchener Bürger, der ein Anliegen an ein Bürgercenter in der Stadt hat, einen Termin im Vorfeld vereinbaren. Dabei wird auch abgefragt, worum es geht. Für das Ummelden innerhalb von Gelsenkirchen werden zehn Minuten je Person eingeplant, für den Zuzug aus dem Ausland 30 Minuten, der vielen notwendigen Dokumente wegen. Für jeden Fall wird die voraussichtlich passende Minutenzahl eingeplant. Und tatsächlich: Maximal fünf Minuten nach dem angegebenen Termin ist der Wartende auch wirklich an der Reihe. Nachweislich.

Der zeitliche Vorlauf für einen Termin hängt zum einen vom Terminkalender des Antragstellers und der Dringlichkeit des Anliegens ab. Muss etwas schnell erledigt sein, gibt es auch schnell – am gleichen oder nächsten Tag – einen Termin.

An jedem Morgen werden noch Termine freigeschaltet

Wie das geht? „Wir halten für solche Fälle täglich Termine frei, die wir dann erst morgens, gegen 8 Uhr beziehungsweise 8.30 Uhr freigeben, wenn wir wissen, wie viele Mitarbeiter an dem Tag zur Verfügung stehen. Da können wir dann sogar kurzfristige Erkrankungen und Ausfälle mit einplanen und passend reagieren“, erklärt Abteilungsleiterin Doris Bußmann das System. Wenn es keinen Termindruck gibt und der Antragsteller nur montags zwischen 12 und 12.30 Uhr kann, dann kann es auch schon mal eine Woche länger dauern. Sechs „Terminlinien“, also Termine parallel, werden in der Regel im Hans-Sachs-Haus (HSH) vergeben.

Wer zu spät kommt, muss einen neuen Termin machen

Wer allerdings zu spät zu seinem Termin kommt, hat Pech gehabt und muss einen neuen vereinbaren. Zwischengeschoben werden kann bei dem System spontan niemand. „Das System hat sich sehr bewährt“, ist Doris Bußmann überzeugt. Für die Bürger und für ihre Kollegen. 42 Mitarbeiter gibt es in den Bürgercentern im HSH, in Erle, Horst und im Rathaus Buer.

Absprache per Telefon, persönlich oder online

>> Termine werden im Bürgercenter selbst, telefonisch und auch online vergeben. Letztere Möglichkeit wird allerdings bisher nur wenig genutzt, bedauert die Verwaltung.

>> Telefonisch werden Termine unter 169-2100 vergeben, online unter www.gelsenkirchen.de unter dem Stichwort „Bürgercenter“. Online gibt es auch eine Liste mit möglichen Leistungen und Anlaufstellen.

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