Silvester

Nächtlicher Dienst in der Zentralambulanz

Foto: Michael Korte

Buer.   Jürgen Liebrecht versorgt Silvester im St. Marienhospital in Buer Verletzte. Manche sind so alkoholisiert, dass sie nicht ansprechbar sind.

In der letzten Nacht des Jahres hat er Dienst, wird Unfallopfer, Menschen mit Verbrennungen, Knochenbrüchen und anderen Problemen versorgen. Jürgen Liebrecht (50), der gelernte Maschinenbauer, entdeckte 1995 im Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt seine echte Leidenschaft: für Menschen da zu sein.

Erst Maschinenbauer dann Pfleger gelernt

Er schloss eine zweite Ausbildung an und wurde Pfleger. Alles richtig gemacht habe er in seinem Berufsleben, denn er hat aus seiner Berufung einen Beruf gemacht. „Mir macht es wirklich Spaß, Menschen zu helfen“, sagt er und hat keine Probleme dann zu arbeiten, wenn andere voller Freude die Nacht zum Tag machen.

Erfahrungen in der Versorgung von Patienten, die akute Verletzungen haben, hat er seit Jahren. Im St. Marien-Hospital in Buer hat er jahrelang in den Bereichen Unfall- und Gefäßchirurgie gearbeitet, wechselte dann vor einiger Zeit in die Zentralambulanz. Die ganze Bandbreite von Verletzungen hat er schon erlebt, aber auch deren Häufigkeit.

Nicht ansprechbar durch zu viel Alkohol

„Vor allem, wenn in der Arena auf Schalke was los ist, merken wir das natürlich auch. Dann kommen Patienten mit Knochenbrüchen, zum Beispiel Unterarm- oder Mittelfußknochen. Immer wieder haben wir an Silvester auch Verletzte, die durch Feuerwerkskörper zu Schaden kamen, und Ältere, die gestürzt sind, was häufig passiert. Und immer wieder Personen, die so viel Alkohol getrunken haben, dass sie nicht mehr ansprechbar sind.“ Die Bandbreite der Verletzungen ist groß. Zu den bekannten Problemen in so einer Silvesternacht muss sich die Zentralambulanz auch immer noch auf mögliche Opfer von Verkehrsunfällen einstellen. „Und häusliche Gewalt ist immer wieder ein Thema. Leider“, sagt Jürgen Liebrecht. Er ist auf alles eingestellt. Um 19.45 Uhr beginnt an Silvester sein Dienst und endet am Neujahrsmorgen.

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