Gedenkveranstaltung

Nach Tat von Halle: Mahnwache vor Gelsenkirchener Synagoge

Vor der Synagoge findet am Donnerstagabend eine Mahnwache statt.

Vor der Synagoge findet am Donnerstagabend eine Mahnwache statt.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Vor der Synagoge in Gelsenkirchen findet am Tag nach dem Anschlag von Halle eine Mahnwache statt. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr.

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Die Demokratische Initiative ruft für Donnerstagabend, 10. Oktober, zu einer Mahnwache vor der Synagoge auf. Die stille Gedenkveranstaltung startet um 18.30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge, Georgstraße 2. Oberbürgermeister Frank Baranowski unterstützt den Aufruf.

In dem Aufruf heißt es: „Gestern hat es in Halle (Saale) einen menschenverachtenden Anschlag mit zwei Todesopfern und mehreren Verletzten gegeben. Ein rechtsextremer Terrorist hat ganz gezielt versucht, in die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Halle einzudringen, um dort ein Blutbad anzurichten. Als ihm dies nicht gelang, suchte er in der Nachbarschaft neue Opfer. Nur um Haaresbreite scheiterte der schwer bewaffnete Täter mit seinem Plan, noch viel mehr Menschen zu töten. Seine Vorbilder fand der Terrorist in Kopenhagen, Pittsburgh und Christchurch – in dieser traurigen Reihe steht nun auch die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt. Die Bluttat knüpft aber auch an die rechtsterroristischen Attentate an, die die Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zutiefst erschüttert haben.“

„Wir stehen für eine offene und respektvolle Stadtgesellschaft“

Der brutale Angriff des Rechtsextremen trage die menschenverachtenden Züge von Antisemitismus, Rassismus und Frauenfeindlichkeit, heißt es weiter. „Damit werden das friedliche Zusammenleben, der gesellschaftliche Zusammenhalt und die kulturelle Vielfalt in unserem Land attackiert. Damit werden wir alle attackiert! Die Fundamente der Demokratie sollen so beschädigt werden. Daher ist es an uns, die grundlegenden Werte unserer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft entschlossen zu verteidigen. Auch in Gelsenkirchen gab es in den letzten Monaten zunehmend verbale Anfeindungen, Schändungen und Sachbeschädigungen, insbesondere auch gegen jüdische Menschen und jüdische Einrichtungen. Wir wollen keinen Zweifel daran lassen, dass jüdisches Leben unabdingbar zu unserer Stadtgesellschaft gehört. Mit unserer Anwesenheit gedenken wir der Opfer in Halle und bekunden öffentlich, dass wir Seite an Seite mit der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen stehen. Wir stehen für eine offene und respektvolle Stadtgesellschaft!“

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