Silvester im Circus Probst

Nach der Manegen-Show steigt die Zeltparty

Alle Jahre wieder mitten im Winterwunderland: Brigitte und Reinhard (Mitte) Probst mit ihren Kindern Andreas (v.l.), Sonja und Stephanie beim Gastspiel Weihnachten 2011.Foto:Martin Möller

Alle Jahre wieder mitten im Winterwunderland: Brigitte und Reinhard (Mitte) Probst mit ihren Kindern Andreas (v.l.), Sonja und Stephanie beim Gastspiel Weihnachten 2011.Foto:Martin Möller

Feldmark.   Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – nach dem Schlussbild in der Manege heißt es seit 21 Jahren im Circus Probst: Abschminken, umziehen, feiern.

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Für diese Feier zum Jahreswechsel gibt es seit nunmehr 21 Jahren traditionelle Erfahrungswerte. Fest steht: Die Partygäste sind höchst international. Sie kommen spät nach getaner Arbeit. Sie werden ausgiebig und lange feiern. Und sie werden alle wenig Schlaf bis zum nächsten Arbeitseinsatz bekommen. Für manche mündet das Vergnügen gar nahtlos in Maloche. Nach der Feier ist vor der Neujahrsshow im Gelsenkirchener Weihnachtscircus.

Manege frei für die „Magie der Farben“

„Da reichen sich manche die Besen in die Hand“, sagt Circus-Direktorin Brigitte Probst. Denn am 1. Januar früh heiß es: „Klar Schiff“ – im Vorzelt und auf dem Platz wird alles wieder fein herausgekehrt für die zahlende Kundschaft. Schließlich heißt es Neujahr mittags um 15 Uhr bereits wieder: Manege frei für die „Magie der Farben“, das aktuelle Circus-Probst-Programm. Bis dahin muss alles tipptopp aufgeräumt, müssen die Spuren der Nacht getilgt, muss der letzte Böller-Rest beseitigt sein.

Gut 120 Gäste werden Mitternacht im Vorzelt feiern. Wo sonst der VIP-Bereich ist, wird das Büfett aufgebaut. Die Zeltmitte wird freigeräumt und zur Tanzfläche. „Das bringt Stimmung, wenn die Kirgisen anfangen zu tanzen“, ist Brigitte Probst sicher und schließt von der aktuellen Nummer der fürs Circus-Gastspiel verpflichteten Show-Reiterstaffel auf entfesselten Einsatz auf dem Tanzboden. „Wie die sich auf und unter den Pferden bewegen, gehen die auch über Tische und Bänke“, glaubt die Circus-Chefin – keine Vorstellung, die sie schrecken kann.

Büfett vom Gelsenkirchener Caterer Bahr

Mit hohem Tempo ist die aktuelle Circus-Show choreographiert, danach geht es Silvester Schlag auf Schlag weiter. Kurz vor 23 Uhr rechnet Probst mit den Gästen, darunter natürlich auch viele Freunde, Bekannte, Mitarbeiter und Artisten vom zweiten Weihnachtscircus der Probsts in Krefeld, dazu kommen Circus-Stammgäste. Wie immer wird gegen 23 Uhr – als letzte Station der Liefer-Runde – das Büfett vom Gelsenkirchener Caterer Bahr gebracht und aufgetischt. Für Mitternacht wurde ein Feuerwerk geordert. „Das wird bereits am 30. Dezember geliefert“, sagt Brigitte Probst, für die auch traditionell fest steht: Die erste, die die Silvesterparty verlassen wird, ist die Chefin selber. So spätestens gegen 2 Uhr früh ziehe es sie mittlerweile dann doch Richtung Wohnwagen-Bett. Und dann endet zumindest auch für Enkel-Töchterchen Celina die Partynacht.

Sprachenwirrwar ist im Circus Alltag

Zirkus-Leben, das bedeutet auch Internationalität, meist Arbeits-Beziehungen auf Zeit und oft Sprachenwirrwarr vom Artisten bis zur Aushilfe. Die Probst-Akteure kommen mal aus Fernost oder Osteuropa, früher schon mal aus Kuba, oft aus Frankreich, Italien oder Spanien. „Manchmal versteht man nix. Und trotzdem verstehen sich alle untereinander prima. Das ist ein sehr gutes Klima im Moment hier“, sagt Brigitte Probst. Was wohl auch mit dem Erfolg des aktuellen Programms zu tun hat. „Die Leute sind durchweg begeistert. Für 2018 haben wir schon etliche Reservierungen. Viele kaufen jetzt schon ihre Karten. In diesem Ausmaß hatten wir das noch nie.“

Gelsenkirchen als zweite Heimat

Auch der Besucherzuspruch ist beachtlich: Donnerstagnachmittag war das neue, weit größere Circus-Zelt erstmals komplett ausverkauft. 1499 Besucher füllten das Chapiteau. „Da war ich so stolz“, sagt Brigitte Probst. Die Großinvestition speziell für das 21. Gastspiel in Gelsenkirchen, hofft sie, werde sich dauerhaft auszahlen. „Vor einem Jahr hätten wir allein für diese Vorstellung nicht über 300 Besucher wegschicken müssen.“

Für die Probsts, eigentlich im Badischen beheimatet, wurde Gelsenkirchen längst zur zweiten Heimat. Hier heiratete 2015 Tochter Stephanie Sergiu Mosanu. 2004 hatten sich die beiden im Weihnachtscircus kennengelernt. Hier feiert die Familie mittlerweile mit drei Generationen auch Weihnachten. Auch diese Feiertage folgen dann einer festen (Speisen)-Choreographie: Heiligabend Karpfen, am ersten Weihnachtstag Gans, am zweiten Feiertag Wildschwein...

>> Ticket-Info

Das Gastspiel dauert noch bis zum 7. Januar. Shows täglich um 15 und 19.30 Uhr, am 7. Januar nur 15 Uhr. Ticket-Hotline: 0209 177 99 90.

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