Krankenhaus

Nach dem Umzug bekam die Kinderklinik einen Wachstumsschub

Das Gelände des Bergmannsheil Buer und der Kinder- und Jugendkllinik aus der Vogelperspektive. Der quadratische Komplex im oberen Bildbereich mit dem roten Erdgeschoss beherbergt die Kinder- und Jugendklinik.

Foto: Hans Blossey

Das Gelände des Bergmannsheil Buer und der Kinder- und Jugendkllinik aus der Vogelperspektive. Der quadratische Komplex im oberen Bildbereich mit dem roten Erdgeschoss beherbergt die Kinder- und Jugendklinik. Foto: Hans Blossey

Buer.   Vor zehn Jahren zog die Kinder- und Jugendklinik aus Westerholt zum Bergmannsheil Buer. Seither hat sich das Behandlungsspektrum stark erweitert.

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Vor zehn Jahren packte die bis dahin städtische Kinder- und Jugendklinik all ihre Sachen zusammen und zog in den 8500 Quadratmeter großen, 13,5 Millionen teuren Neubau am Bergmannsheil Buer. Dr. Gerrit Lautner, heute Ärztlicher Direktor und seit 1998 an der Kinder- und Jugendklinik tätig, hatte damals eher gemischte Gefühle: „Wir wussten nicht, ob unsere Patienten den Umzug mitmachen, weg von der weniger komfortablen, aber vertrauten Umgebung.“

Alle diagnostischen Möglichkeiten dank Bergmannsheil

Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet, zumal die Vorteile sich ja längst nicht auf den höheren Komfort in den modernen Zimmern beschränkten. Vielmehr gab es am neuen Standort alle diagnostischen Möglichkeiten mit CT und MRT sowie Operationsmöglichkeiten, die das Behandlungsspektrum entscheidend erweiterten, in der Intensivmedizin, auch für Frühgeborene.

Fremdkörper per Lungenspiegelung beseitigen

Mittlerweile ist die kinderärztliche Notfallpraxis, betrieben von den niedergelassenen Kinderärzten, am Buerer Haus etabliert – mit knapp 22 000 Patienten jährlich. Bei besonderem Behandlungsbedarf – 7500 Fälle waren das im Vorjahr – greift das Team der Kinderklinik ergänzend ein. Dank einer pneumologischer Abteilung im Bergmannsheil ist es etwa auch möglich, Fremdkörper aus der Lunge im Rahmen einer Lungenspiegelung zu entfernen. Schreiambulanz, Spezialambulanz für gastroenterologische Erkrankungen, Kinderschutzambulanz und Opferambulanz ergänzen das kinderspezifische Angebot.

Alle chirurgischen Abteilungen des Bergmannsheil sind heute auf kleine Patienten vorbereitet – mit entsprechenden Instrumenten, Beamtungsschläuchen und Überwachungsgeräten. Kinderärzte aus der Kinderklinik garantieren die kindgerechte Behandlung, denn „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daran muss man bei allem denken. Verletzungsmuster, Diagnostik und Therapie sind bei Kindern anders“, betont Lautner. Das gelte vor allem auch für die Behandlung von Kindern im überregionalen Traumazentrum, wo schwerverletzte Kinder von Kinderintensivmedizinern versorgt werden.

Mehr Plätze für Kinderpsychiatrie

Als die Kinderklinik 2007 zum Bergmannsheil zog, hatte die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie zwölf Plätze. Heute sind es 18, zum nächsten Jahr rechnet Geschäftsführer Werner Neugebauer mit der vom Land bereits bewilligten Zusage für die Erweiterung auf 24 Plätze, nach der auch bindungsgestörte Kinder hier therapiert werden sollen. „Doch selbst dann werden wir noch Wartezeiten für unsere Patienten haben,“ fürchtet Lautner. Wartelisten gibt es auch im Sozialpädiatrischen Zentrum, wo Kinder mit Behinderungen und jene, denen Behinderungen drohen, kontinuierlich und mit Einbindung der Eltern seit 28 Jahren ganzheitlich gefördert werden. Auch dieser Schwerpunkt soll ausgebaut werden.

>>> UMFANGREICHES TEAM VON FACHKRÄFEN

4700 Kinder und Jugendliche wurden im Vorjahr stationär in der Klinik behandelt. 35 Ärzte und ein großes Team von Fachkräften wie Psychologen, Heilpädagogen, Erziehern und Pflegern versorgen die Patienten. Für Eltern gibt es Gästezimmer.

Langzeitpatienten lernen an der hauseigenen Schule für Kranke.

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