Mutig widersprechen

Dass Herr Kimerlis viele dieser Leistungsempfänger als arbeitsunwillig ansieht, ist unerträglich. Bei einem Leistungsmissbrauch bestehen in ausreichendem Umfang Sanktionsmöglichkeiten. Wie müssen sich die Mitarbeiter von Vaillant oder Wellpappe fühlen, wenn sie in der WAZ diesen Kommentar lesen? Bei einer Arbeitslosenqoute von 13,8% in Gelsenkirchen ist es nicht einfach einen Arbeitsplatz, trotz größter Anstrengung, zu finden. Nebenbei bemerkt: die WAZ hat in den letzten Monaten mehrfach den Bezugspreis für die Tageszeitung erhöht, den sich viele Arbeitslose und Aufstocker nicht mehr leisten können. Alfred Schleu, Mitglied im Beirat des Integrationscenters für Arbeit Gelsenkirchen – das Jobcenter IAG „Viele“ SGB II-Bezieher sind angeblich nicht „arbeitswillig“ und „lassen sich aushalten“ – erschreckend, dass jemand mit solchen Ansichten als Redakteur das Bild Gelsenkirchens mitprägt.

Dass Herr Kimerlis viele dieser Leistungsempfänger als arbeitsunwillig ansieht, ist unerträglich. Bei einem Leistungsmissbrauch bestehen in ausreichendem Umfang Sanktionsmöglichkeiten. Wie müssen sich die Mitarbeiter von Vaillant oder Wellpappe fühlen, wenn sie in der WAZ diesen Kommentar lesen? Bei einer Arbeitslosenqoute von 13,8% in Gelsenkirchen ist es nicht einfach einen Arbeitsplatz, trotz größter Anstrengung, zu finden. Nebenbei bemerkt: die WAZ hat in den letzten Monaten mehrfach den Bezugspreis für die Tageszeitung erhöht, den sich viele Arbeitslose und Aufstocker nicht mehr leisten können. Alfred Schleu, Mitglied im Beirat des Integrationscenters für Arbeit Gelsenkirchen – das Jobcenter IAG


„Viele“ SGB II-Bezieher sind angeblich nicht „arbeitswillig“ und „lassen sich aushalten“ – erschreckend, dass jemand mit solchen Ansichten als Redakteur das Bild Gelsenkirchens mitprägt.

Wie viele SGB II-Bezieher kennen Sie eigentlich? Ich vermute, nicht so viele, sonst kämen Sie nicht zu diesem Urteil. Und wie macht man Arbeitslose „qua Gesetz . . . zu Arbeitnehmern und Steuerzahlern“? Wenn Sie die Lösung parat haben, dann verraten uns diese doch bitte in Ihrem nächsten Kommentar!


Mit den Worten „Bleiben wir mutig“ hat Frank Baranowski seine Rede auf dem Neujahrsempfang beendet. Nikos Kimerlis schreibt in seinem Kommentar auf der gleichen Seite im Zusammenhang mit der Grundsteuer B zu den Arbeitslosen: „Den Nutznießern aber, die sich aushalten lassen, qua Gesetz engere Daumenschrauben anzulegen und zum Arbeitnehmer und Steuerzahler zu machen, ist da möglicherweise ein besserer Weg.“ Da muss ich mutig widersprechen, auch wenn man als Politiker in Gelsenkirchen von der einzig übrig gebliebenen Lokalzeitung ein Stück abhängig ist. Ich weiss nicht, ob Nikos Kimerlis auf dem Neujahrsempfang anwesend war. Harald Welzer hat jedenfalls auch ihn gemeint, wenn er nicht so sehr die Populisten als Gefahr für unsere Gesellschaft bezeichnete sondern vielmehr die, die deren Positionen in die Mitte der Gesellschaft rücken.

Ich habe dem nichts hinzuzufügen. Klemens Wittebur

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