Premiere

Musiktheater im Revier zeigt den „Vetter aus Dingsda“

Ob große Oper, Musical oder Rockoper, wie hier „Jesus Christ Superstar“, es läuft gerade rund am Musiktheater im Revier.

Foto: Martin Möller

Ob große Oper, Musical oder Rockoper, wie hier „Jesus Christ Superstar“, es läuft gerade rund am Musiktheater im Revier. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Das Musiktheater zeigt Menschen im Wartesaal zum großen Glück, dazu erklingen die bekannten Ohrwürmer, live gespielt vom Salonorchester.

Die großen, die schweren Opernbrocken laufen derzeit am Musiktheater im Revier so richtig gut. Das Hindemith-Drama „Mathis der Maler“ stieß in der laufenden Spielzeit auf ein riesiges Echo und auch die Oper „Dialogues des Carmélites“ von Francis Poulenc sprengt alle Erwartungen. Bereits die zweite Vorstellung am vergangenen Sonntag ging vor nahezu ausverkauftem Haus über die Bühne.

Salonorchester spielt auf der Bühne

Dass aber auch das unterhaltsame Genre nachgefragt wird, das dokumentiert derzeit die Rock-Oper „Jesus Christ, Superstar“, für die nahezu alle Vorstellungen bereits ausverkauft sind, und die Operette „Der Vetter aus Dingsda“, die am Freitag, 9. Februar, Premiere im Kleinen Haus feiert. Auch hier sind bereits nahezu alle Tickets verkauft.

Das melodienselige Werk von Eduard Künneke, im Jahre 1921 uraufgeführt nach einem Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt, kommt in der Sichtweise der Regisseurin Rahel Tiehl auf die MiR-Bühne. Die gebürtige Leipzigerin feierte bereits mit ihrer Version von Benjamin Brittens Oper „The Turn of the Screw“ einen beachtlichen Erfolg in Gelsenkirchen.

Große Affinität zur Operette

Das Genre Operette gilt vielen Menschen heute eher als angestaubt und klamottig. „Nun ja, ich habe durchaus eine große Affinität zur Operette“, gesteht Rahel Thiel im WAZ-Gespräch. „Dennoch werde ich den Vetter ganz besonders und ganz speziell auf die Bühne bringen“, verrät sie. „Der Abend wird auf jeden Fall nicht genauso, wie man ihn erwartet.“

Von Hoffen und Bangen

Thema des Spiels ist das Warten auf die große Liebe. Da wartet eine Julia auf ihren Romeo, das Hannchen auf einen reichen Mann, ein Neffe auf seine Mitgift. „In dieser Produktion warten die Menschen aber nicht sieben Jahre auf die große Liebe, sondern schon 70 Jahre.“ Da ist aus sieben Jahren des Träumens, Hoffens und Bangens plötzlich ein halbes Leben geworden.

So wird diese Aufführung mal heiter-melancholisch, mal tragikomisch das Älterwerden von Menschen beschreiben. Die Bühne, sie wird ein wenig erinnern an den Wartesaal zum großen Glück. „Die Bühne ist ein abgeschlossener, eher abstrakter, zeitloser Raum“, sagt die Regisseurin. Ein nüchterner Raum, in dem die Menschen schon sehr lange warten: „Und das sieht man dem Saal auch an.“ Die Kostüme versetzen den Zuschauer ebenso wie die Bühne in keine konkrete Zeit: „Der Vetter könnte überall und zu jeder Zeit spielen.“

Hauptrollen mit langjährigen Ensemblemitgliedern

Die Hauptrollen gestalten vor allem langjährige Ensemblemitglieder, Publikumslieblinge allesamt, darunter Joachim G. Maaß, Christa Platzer und Anke Sieloff. Musikalisch, verspricht Rahel Thiel, bekommen die Zuschauer all das, was sie hören möchten: „Die Musik wird mit ihrer Leichtigkeit zum Katalysator.“

All die bekannten Lieder wie „Strahlender Mond“ oder „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ werden begleitet von einem sechsköpfigen Salonorchester live auf der Bühne.

>> Die Premiere und die Termine

Die Operette feiert am Freitag, 9. Februar, um 19.30 Uhr Premiere im Kleinen Haus des Musiktheaters. Die Premiere ist ebenso ausverkauft wie die meisten folgenden Veranstaltungen.

Mit Glück gibt es noch einige Restkarten an der Theaterkasse am Kennedyplatz, 0209 4097-200.

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