Graffiti im öffentlichen Raum

Musikpavillon in neuem Gewand

Im Auftrag der Stadt hat Dan Geffert (Sponk) den beschmierten Musikpavillon optisch auf Vordermann gebracht.

Im Auftrag der Stadt hat Dan Geffert (Sponk) den beschmierten Musikpavillon optisch auf Vordermann gebracht.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Der Graffiti-Künstler Sponk hat der Bühne im Stadtgarten einen frischen Anstrich verpasst.

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Der Musikpavillon im Stadtgarten hat ausgedient. Nicht das Gebäude an sich, sondern seine Optik. Mit der Zeit ist die in die Jahre gekommene Bühne immer mehr mit unschönen Graffiti übersät worden. Von den ursprünglichen Malereien war zuletzt fast nichts mehr zu sehen. Jetzt ist davon absolut gar nichts mehr zu sehen. Denn: Alles neu macht der Sponk. Die Stadt hat den Sprayer mit dem bürgerlichen Namen Dan Geffert (23) mit der Neugestaltung des Pavillons beauftragt.

Verschiedene Noten in unterschiedlichen Größen schweben auf flatternden Notenlinien über die äußeren Ränder der Bühnen-Rückwand. Von links nach rechts gehen die Farben Blau und Rot ineinander über, hellen dabei von unten nach oben zunehmend auf. Vor Kopf auf dem Bühnenrand steht in weiß-silbrigen Graffiti-Lettern „Musikpavillon“, umgeben von Noten in Blau, Lila, Rot. Zwei Motive kommen noch hinzu: Ein singendes Mädchen mit Mikrofon und ein Junge mit Gitarre; oder besser umgekehrt – Stichwort „Gendering“, die Abkehr von geschlechtsspezifischen Klischees.

Farben sollen zu Musik passen

Drei Gelsenkirchener Künstler hatten der Stadt Skizzen mit ihren grafischen Vorschlägen für den Musikpavillon eingereicht. Sponk aus Bismarck machte das Rennen. „Ich kannte den Pavillon vorher nicht, nur von Fotos aus dem Netz“, sagt der 23-Jährige, der an der Folkwangschule in Essen Industriedesign studiert.

„Ich habe vorher überlegt, welche Farben am besten zu Musik und zu dem Grün drumherum passen“, erklärt der Künstler sein Vorgehen. Leichte Probleme haben dem Graffiti-Mann bei seiner Arbeit die Flächen bereitet, die er besprüht hat. Zum Beispiel warf der Lack stellenweise Blasen, weil das Mauerwerk darunter feucht ist. Oder die alten Lackschichten ließen sich manchmal mit dem Spachtel nicht vollständig entfernen. Was der Außenstehende vielleicht wegen der so entstandenen Strukturen in den Buchstaben als zufälligen Gewinn empfindet, lässt Sponk dagegen keine Ruhe: „Nein, das wirft dann wieder Schatten. Da bin ich perfektionistisch.“

Der erste Entwurf von Sponk war der Stadt nicht Graffiti-mäßig genug

50 Sprühdosen werde er für die Arbeit am Musikpavillon verbrauchen, schätzt Dan Geffert. Mit ganz so vielen „Kannen“ habe er nicht gerechnet, aber einige Stellen habe er mehrmals bearbeiten müssen, weil die alten Kritzeleien immer wieder durchschimmerten. Kurios: der erste Entwurf von Sponk war der Stadt nicht Graffiti-mäßig genug. Gemeinsam habe man sich dann auf das jetzige Konzept geeinigt. Die Stadt wollte nicht zuletzt deshalb starke Graffiti-Elemente haben, um mögliche Schmierereien vor vornherein einzugrenzen. Man setzt auf den Respekt in der Szene vor fremden Werken.

Ursprünglich war die Aktion schon vor Beginn der Musikpavillon-Veranstaltung SommerSound am 15. Juli geplant. „Aber da war wegen des Wetters nicht dran zu denken“, sagt Kulturreferent Hans-Joachim Siebel. Und Kollegin Claudia Keuchel fügt hinzu: „Weitere Flächen, die mit Graffiti verschönert werden können, werden aktuell erörtert.“

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