Unterhaltung

Musical-Nachwuchs in Gelsenkirchen zeigt sich professionell

Sarah (l.) gibt in der Casting-Halle der Quest Media Entertainment Services am Ahlmannshof in Gelsenkirchen vor den Jurorinnen Carina Mahl, Sylvia Andura und Cirsten Piduhn (v.l.) eine Probe ihres Könnens.

Sarah (l.) gibt in der Casting-Halle der Quest Media Entertainment Services am Ahlmannshof in Gelsenkirchen vor den Jurorinnen Carina Mahl, Sylvia Andura und Cirsten Piduhn (v.l.) eine Probe ihres Könnens.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Bismarck.  Die „Off Broadway Player“ starten die Talentsuche beim Casting für „Aladin“ und den „Zauberer von Oz“. Eine Halle gibt die rustikale Kulisse.

Der Anlauf für den Roten Teppich beginnt im Gewerbegebiet am Ahlmannshof: Denn die Musical-Gruppe „Off Broadway Player“ hat diesmal das Casting in eine Halle verlegt, an der noch das Hinweisschild „Schreinerei“ prangt. Aber es ist viel Platz für das Vorsprechen und Vorsingen unter Corona-Bedingungen. Der leichte Wind spielt mit den Erfassungsbögen, in die sich Besucher eintragen. Und Platz ist auch genug, um die Maske während der kurzen Einspielszenen abnehmen zu können.

Mit der gehen die Teilnehmer wie Jurorinnen, die die Zeit und den Platz zum eigenen kurzen Proben nutzen, ebenso selbstverständlich um wie mit den Rollen, die heute anstehen. Sie gehören zu den Musicals „Aladin“ und „Der Zauberer von Oz“. Zwei Vorlagen gibt es, damit nicht nur Erwachsene vorsprechen können. Gut 30 haben sich heute angesagt, die im schnellen Wechsel eine Kostprobe geben. Manche haben ihre Bewerbung lieber per Video eingereicht.

Die Rollen werden doppelt besetzt

Man kennt sich, auch wenn jedes Mal auch unbekannte Talente entdeckt werden oder die Fotos aufgefrischt werden müssen. Das Ensemble war durch die Pandemie blockiert und ist inzwischen längst „heiß auf einen Neustart“, wie Produzentin Cirsten Piduhn verrät. Die Rollen werden doppelt besetzt, falls jemand ausfällt, und üblicherweise wird ein Stück gespielt und parallel schon eins geprobt. „Damit kommen wir insgesamt auf 100 Leute“, zählt sie schnell zusammen.

Gerade einmal zwei Aufführungen hat es seit März gegeben, dazu eine Silvester-Revue mit dem Sinatra-Special, „aber da stehen ja auch nur zwei auf der Bühne“. Aus dem „Zauberer von Oz“ greifen die Kandidatinnen und der Kandidat heute zu den Rollen der bösen Hexe, geben den feigen Löwen oder das Ölkännchen (für den Blechmann, der sich ein Herz wünscht). Gelegentlich meldet sich auch die Vogelscheuche (die mehr Verstand möchte).

Ein Profi mit vollem Körpereinsatz

Der elfjährige Fabio hat schon Erfahrung, wie das Poster aus „Captain Hook“ beweist. Da hatte er den Peter Pan gegeben. Die Jurorinnen sind vor allem von seinem „vollen Körpereinsatz, perfekt“ sehr angetan. Für den Gesangsteil improvisiert er zur Musik aus dem Smartphone und nimmt sich einen Kuli als Mikro-Ersatz.

Auch die 13-jährige Sarah, die schon draußen wartet, ist keine Spur nervös. Beim „Dschungelbuch“ war sie schon dabei, bei Scrooge, Peter Pan und bei der ersten Aufführung des Zauberers von Oz. „Ja, so ab der dritten Klasse“, meint sie leichthin, ist sie dabei. Und Castings hat sie schon einige erlebt. „Aber Schule ist schlimmer“, findet sie.

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