Zweiraddiebstahl

Motorisierte Zweiräder in Gelsenkirchen als lukrative Beute

Je schwieriger es ist, ein Schloss zu knacken, und je länger es dauert, desto größer ist die Gefahr für den Täter, entdeckt zu werden. Das Risiko wollen die meisten Kriminellen nicht eingehen – weder am Zweirad, noch an Tür und Fenster.

Je schwieriger es ist, ein Schloss zu knacken, und je länger es dauert, desto größer ist die Gefahr für den Täter, entdeckt zu werden. Das Risiko wollen die meisten Kriminellen nicht eingehen – weder am Zweirad, noch an Tür und Fenster.

Foto: Yorick Carroux

Gelsenkirchen.   2018 stiegen die Fallzahlen von 57 auf 95 – ein Plus von 66,7 Prozent. Im Gegenzug sank die Zahl der gestohlenen Fahrräder um rund ein Viertel.

Die Zahl der Fahrraddiebstähle hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Verzeichnete das Landeskriminalamt 2015 noch fast 84.000 Fälle, so sind es 2018 nur noch rund 70.000 Fälle gewesen. Der Trend ist auch in Gelsenkirchen sichtbar: 2017 liefen in der hiesigen Polizeistatistik 879 gestohlene Fahrräder auf, 2018 waren es nur noch 663 – das ist ein Rückgang um 24,6 Prozent.

Jetzt das Aber: Im selben Vergleichszeitraum hat dafür der Diebstahl von motorisierten Zweirädern deutlich zugenommen, dazu gehören Mofas, Mopeds, Motorroller, Elektrofahrräder und Pedelecs: 2017 erfasste die Polizei 57 solcher Fahrzeuge als gestohlen, 2018 stieg ihre Zahl auf 95 – ein Plus von stattlichen 66,7 Prozent.

Neupreis häufig bei mindestens 2500 Euro

„Gerade Pedelecs und E-Bikes sind begehrte Objekte“, erklärt dazu Polizeisprecherin Merle Mokwa. „Ihr Neupreis liegt oft bei 2500 Euro und mehr, weshalb diese Fahrzeuge beim Wiederverkauf ordentlich viel Geld einbringen.“ Das ist natürlich ein starker Hauptanreiz für Diebe, die sich nicht scheuen, auf der Suche nach lohnender Beute ebenso Garagen und Keller aufzubrechen.

In dem Zusammenhang erinnert die Polizei erneut daran, dass es nicht nur das Gebot der Stunde ist, die heimischen vier Wände vor unerlaubtem Zutritt abzusichern, sondern auch die dazugehörigen Räume wie Garagen, Keller oder Dachböden. Und natürlich das Zweirad selbst. Merle Mokwa: „Kaufen Sie nur Schlösser aus hochwertigem Spezialstahl. Die Polizei berät Bürger gern.“

Täter wollen nicht entdeckt werden

Denn je schwieriger es ist, ein Schloss zu knacken, und je länger es dauert, desto größer ist die Gefahr für den Täter, entdeckt zu werden. Das Risiko wollen die meisten Kriminellen nicht eingehen – weder am Zweirad, noch an Tür und Fenster.

Im Falle eines Falles stehen die Ermittler häufig vor dem Problem, dass die Diebstahlopfer so gut wie keine Angaben über die gestohlenen Zweiräder machen können. „Marke, Typ und Rahmennummer sollten daher unbedingt aufgeschrieben werden, hilfreich ist dazu noch ein Foto“, sagt Mokwa. Also im Prinzip all jene Vorsichtsmaßnahmen, die man mit Uhren, Schmuck und sonstigen Wertgegenständen machen sollte – allein schon aus versicherungstechnischen Gründen.

Polizeilicher Fahrradpass hilft

Auch hier ist die Polizei Freund und Helfer: Ein polizeilicher Fahrradpass hilft, gestohlene Räder zweifelsfrei zu identifizieren, den Täter zu überführen und den rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen. Im Pass sind neben Rahmennummer und Codierung auch Name und Anschrift des Radbesitzers notiert. Darüber hinaus gehört ein Foto des Fahrrads dazu. Der vollständig ausgefüllte Pass sollte sicher aufbewahrt werden.

Den Fahrradpass gibt es als Printversion, aber auch als kostenlose App für iPhones sowie Android-Smartphones.

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