Brandkatastrophe

Moria: Eilantrag aus Gelsenkirchen für Aufnahme Geflüchteter

"Wir brauchen Hilfe": Geflüchtete auf Lesbos auf sich gestellt

Noch immer sind zahlreiche Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos auf sich gestellt. Nach der Brandkatastrophe im Flüchtlingslager Moria sind sie obdachlos und leben auf der Straße.

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Gelsenkirchen.  Ein bekannter Flüchtlingsaktivist will Deutschland per Eilantrag an den EGMR verpflichten, Menschen aus dem abgebrannten Lager Moria aufzunehmen.

Der in Gelsenkirchen ansässige Flüchtlingsaktivist Alassa Mfouapon hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einen Eilantrag gestellt, um Deutschland zur sofortigen Aufnahme von Geflüchteten aus dem niedergebrannten Lager Moria auf Lesbos in Griechenland zu verpflichten.

Wie Mfoupans Anwälte mitteilten, hat der 30-jährige Kameruner enge Verbindungen zu den Flüchtlingen in Moria. Er leiste dort Widerstand gegen die „menschenverachtende Flüchtlingspolitik der EU“ und sei gebeten worden, die Interessen der Geflüchteten als „Sachwalter“ wahrzunehmen. In dem Eilantrag heißt es, dass auch Deutschland für die humanitäre Katastrophe auf Lesbos Verantwortung trage.

Seehofers Entscheidung geht den Aktivisten nicht weit genug

Deutschland nimmt bis zu 150 Minderjährige aus dem Lager Moria auf
Deutschland nimmt bis zu 150 Minderjährige aus dem Lager Moria auf

Weil die Bundesregierung und die EU weiter die Augen verschließen würden, sei es nun erforderlich, sich an den EGMR zu wenden, „damit Moria - was aber auch für die anderen Lager auf den griechischen Inseln gilt – endlich evakuiert wird und die Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden.“ Auch heißt es in dem Antrag, dass Deutschland „ohne Weiteres über die logistischen Möglichkeiten“ zur Aufnahme von 13.000 Flüchtlingen verfüge.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte am Freitagmittag angekündigt, zunächst nur bis zu 150 unbegleitete Minderjährige aus dem abgebrannten Flüchtlingslager aufzunehmen. Vielen Hilfsorganisationen, aber auch einer Reihe von Unionsabgeordneten geht das nicht weit genug – auch dem Freundeskreis Flüchtlingssolidarität nicht, bei dem Mfoupan aktiv ist.

Gelsenkirchener Grüne fordern Aufnahme von Flüchtlingen

Der Kameruner sorgte 2018 bundesweit für Aufsehen, als er gemeinsam mit anderen Flüchtlingen die Abschiebung eines Togolesen aus Ellwangen verhinderte. Seitdem versucht er in zahlreichen Klagen Rechte von Migranten durchzusetzen.

Die Gelsenkirchener Grünen hatten zuletzt gefordert, dass auch Gelsenkirchen anbieten soll, Menschen aus Moria aufzunehmen. (gowe)

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