Mit Punkten gegen Hunger und Not

Die Bergleute haben das Revier groß gemacht. Sie waren über Jahrzehnte die tragende Säule im Ruhrgebiet. „Das sollte auch nach dem Krieg weiter gefördert werden“, berichtet Karlheinz Rabas von der Bergbausammlung in Rotthausen.

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Die Bergleute haben das Revier groß gemacht. Sie waren über Jahrzehnte die tragende Säule im Ruhrgebiet. „Das sollte auch nach dem Krieg weiter gefördert werden“, berichtet Karlheinz Rabas von der Bergbausammlung in Rotthausen.

Für die gesamte Bevölkerung war die Versorgungslage nach dem Krieg viel schlechter, als im Krieg. Das galt lange Zeit auch für die Bergleute, die unter Tage schwer schuften mussten. „Es war viel schlimmer als im Krieg. Jeder versuchte, etwas zu essen zu bekommen, der Frau und den Kindern etwas mitbringen zu können“, schildert Rabas die Lage.

Als Anreiz zur Produktionssteigerung wurde im Ruhrgebiet für Bergarbeiter 1946 bis zur Währungsreform ein Punktesystem eingeführt, sogenannte Bergmannspunkte. Diese Punkte wurden bei regelmäßiger und möglichst hoher Arbeitsleistung angerechnet und konnten in speziellen Geschäften eingetauscht werden. Man konnte sich zum Beispiel Genussmittel kaufen wie Kaffee, Schnaps, Zigaretten, Schuhe, mal ein Radio, ein Fahrrad oder eine Uhr – alles Waren, die es im normalen Handel nicht gab.

Ein wenig verbesserten sich die Verhältnisse in den Bergarbeiterfamilien, als ab Ende 1946, Anfang 1947, an Belegschaftsmitglieder auf der Zeche Butterbrote und eine warme Eintopfmahlzeit ausgegeben wurden. Manchmal schafften es die Zechengesellschaften, an gute Butter oder Wurst zu kommen, die die Bergleute mit nach Hause nehmen konnten. Ab dem Jahr 1946 erleichterten auch die Care-Pakete der Amerikaner die Versorgungssituation im Alltag.

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