Emscherkunst

Mit neuer Technik und Beschilderung: Der Berg singt bis 2035

15 Meter hoch und 16 Meter breit ist das einem Felsmassiv im kalifornischen US-Nationalpark Joshua Tree nachempfundene Kunstwerk von Olaf Nicolai und Douglas Gordon auf der Emscherinsel.

15 Meter hoch und 16 Meter breit ist das einem Felsmassiv im kalifornischen US-Nationalpark Joshua Tree nachempfundene Kunstwerk von Olaf Nicolai und Douglas Gordon auf der Emscherinsel.

Foto: Henning Rogge

Gelsenkirchen.  Keine Musik, keine Infos - die Felsskulptur an den Gelsenkirchener Schleusen war zuletzt nicht immer den Besuch wert. Warum sich das ändert.

Ein Monument für eine vergessene Zukunft - „Monument for a Forgotten Future“ - ist im September 2010 im Rahmen der Emscherkunst an den Schleusen eingeweiht worden. Nachdem die Felsformation der Künstler Olaf Nicolai und Douglas Gordon zwischenzeitlich durch Vandalismus, technische Defekte und fehlende Beschilderungen Besucherinnen und Besucher eher an ein vergessenes Monument erinnerte, hat die Eigentümerin Emschergenossenschaft nun gehandelt.

Emschergenossenschaft legte neue Stromkabel

Die wichtigste Botschaft: Der Berg „singt“ nach längeren Auszeiten in den vergangenen Jahren wieder. Wer sein Ohr an den künstlichen Felsen legt, kann die von der schottischen Band Mogwai eigens für dieses Projekt komponierte Symphonie „Music for a Forgotten Future“ aus dem Inneren in Dauerschleife hören.

„Die ursprünglich nur provisorisch angelegte Stromversorgung musste technisch dauerhaft und fachgerecht vollständig neu hergestellt werden“, berichtet Judith Frey von der Kulturinstitution „Urbane Künste Ruhr“, die den Emscherkunstweg betreut. Dazu seien Erdkabel zu einem neuen Schachtbauwerk der Emscher verlegt worden. Und: Die bisherige Technik sei für die feuchten Klimaverhältnisse im 15 Meter hohen und 16 Meter breiten Berg nicht geeignet gewesen und deshalb ausgetauscht worden.

Handtellergroßes Loch in der Betonschale

Das 1:1 einer Bergformation im US-Nationalpark Joshua Tree nachempfundene Kunstwerk kann an der Schleuse noch mindestens bis Ende 2035 besucht werden. Zu diesem Zeitpunkt ende die vertragliche Vereinbarung mit den beiden Künstlern, so Frey auf Nachfrage. Mit dem Studio von Douglas Gordon sei zusätzlich vereinbart worden, dass die Musik von Mogwai saisonal jeweils von Mai bis Oktober erklingt.

Die für Pflege und Wartung zuständige Emschergenossenschaft hatte aber nicht nur mit technischen Problemen zu kämpfen. Es habe bisher unter anderem Beschädigungen durch das Beklettern des Bergs mit Haken gegeben, sagt die Sprecherin der „Urbanen Künste Ruhr“. Außerdem hätten Unbekannte versucht, durch die Eingangstür in das Innere des Kunstwerks zu gelangen. „Massivste Schädigungen“ seien zwischenzeitlich durch eine erhebliche Vermüllung des Geländes und ein handtellergroßes Loch in der Spritzbetonschale entstanden.

Verspätete Einweihung im Kulturhauptstadtjahr 2010

Ein weiterer Missstand – das Fehlen einer Info-Tafel für das Kunstwerk – soll ebenfalls behoben werden. „Im Zuge des Emscherkunstweges wird derzeit eine neue Werkbeschilderung beziehungsweise ein Leitsystem erarbeitet“, berichtet Frey. Die alte Beschilderung sei „abgängig“ gewesen und deshalb abgebaut worden.

Probleme gab es aber auch schon vor der Einweihung des Kunstwerks auf der sogenannten „Wilden Insel“ zwischen Kanal und Emscher. Das Monument wurde im Kulturhauptstadtjahr 2010 erst mit viermonatiger Verspätung und kurz vor dem Ende des Gesamtprojekts „Emscherkunst“ fertiggestellt. Vorausgegangenen waren gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Emscherkunst-Verantwortlichen und der Stadt Gelsenkirchen, die auch um die für die Genehmigung relevante formale Frage kreisten: Handelt es sich um ein Gebäude oder um ein Kunstwerk?

Das Kunstwerk ist über die Uferstraße/An den Schleusen zu erreichen. Parkmöglichkeiten bestehen vor dem Gelände der Schleuse. Von dort gelangt man über einen Weg durch die Schleuse und eine Treppe hinauf auf das Plateau der „Wilden Insel“; rund 200 Meter links erhebt sich das „Monument for a Forgotten Future“.

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