Klassik for Kids

Mit Darth Vader im Musiktheater zu Giuseppe Verdi

Blau und weiß vor großer Kulisse: Violinistin Monique Mead (links) und Schüler der Lessing-Realschule traten im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen gemeinsam auf und stimmten mit dem Orchester Schalker Liedgut an.

Blau und weiß vor großer Kulisse: Violinistin Monique Mead (links) und Schüler der Lessing-Realschule traten im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen gemeinsam auf und stimmten mit dem Orchester Schalker Liedgut an.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Altstadt   Die Neue Philharmonie erkundete mit der Violinistin Monique Mead kindgerecht die Zusammenhänge von moderner Filmmusik und klassischen Werken.

„So viele Leute hier“, staunt die vierjährige Nina am Sonntagmorgen im Musiktheater im Revier. In der Tat, das Parkett im Großen Haus ist voll besetzt, das Publikum ist bunter und quirliger als sonst, lachend und quiekend bahnen sich die Besucher ihren Weg zu den Plätzen. Es ist „Familienkonzert“ der Neuen Philharmonie Westfalen und der Sparkasse, die meisten Zuhörer sind zwischen zwei und zwölf Jahre alt.

Gewaltige Bläserfanfaren eröffnen das Konzert, ein ausladendes Streicherthema bricht sich seine Bahn – johlende Freude im Publikum, die Titelmusik aus „Star Wars“ hat jedes Kind erkannt. Noch größer wird die Begeisterung, als plötzlich Darth Vader, Luke Skywalker, Jedi-Ritter und Stormtroopers die Bühne betreten. Ein Lichtschwert-Kampf zur klassischen Live-Musik, großes Kino.

Zusammenarbeit mit den Schulen

„Liebe Grüße von Prinzessin Leia“, bestellt Monique Mead. Im cremefarbenen Kleid sieht die Moderatorin der Senatorentochter äußerst ähnlich, es fehlen nur die Haarschnecken. Seit zwanzig Jahren erforscht Mead gemeinsam mit Kindern Werke klassischer Musik. „Anspruchsvolle Werke, keine wässerige Limonade“, lacht die Violinistin. Zur guten Vorbereitung geht sie vorab in Schulen, acht in dieser Saison, arbeitet mit den Musiklehrern der Institute zusammen. „Dann wird das Konzert zu einem echten Erlebnis, weil Dinge wiedererkannt werden.“

Yura Yang leitet das Orchester der Neuen Philharmonie

Mit Sergej Prokofjews „Romeo und Julia“ erklären sich wunderbar musikalische Themen zur Charakterisierung von Personen. „Ist der hier gut oder böse?“- die Musiker der NPW spielen die bedrohlichen Sequenzen aus dem „Tanz der Ritter“ - „Böse“ hallt es vielstimmig kicherend aus dem Saal.

Einen Wettstreit der Violinen liefert sich Mead mit der jungen Geigerin Elena Klaas (16) aus Recklinghausen zu spanischen Tänzen von Pablo Sarasate. „Aber das schönste Instrument, um Liebe auszudrücken, ist die menschliche Stimme“.

Alles ohne Mikrofon

Sopranistin Petra Schmidt, Ensemblemitglied des MiR, singt eine Arie aus Giuseppe Verdis „Troubador“, ein spontaner Applaus der Bewunderung erhebt sich mittendrin angesichts der Kraft und des Ausdrucks in ihrer Stimme. „Das alles ohne Mikrofon“, erinnert Mead die staunenden Kinder.

Selber singen durften die übrigens auch. Zwanzig Schülerinnen und Schüler von der Lessing-Realschule erklimmen die Bühne und stimmen das Schalke-Lied an, von ihrer Lehrerin Petra Stanossek kräftig angefeuert. „Diese Konzerte sind ein wichtiger Baustein, um allen Kindern Kontakt mit der klassischen Musik zu ermöglichen.“

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