Wirtschaftsvisite

Minister Wüst bei GHH Fahrzeugspezialisten in Gelsenkirchen

200 Kilowatt Leistung und zehn Tonnen Ladekapazität hat der „LF 10 F“. Der Radlader mit 27,8 Tonnen Eigengewicht gehört zu den kleineren Fahrzeugen, die GHH in Gelsenkirchen baut. Verkehrsminister Hendrik Wüst (r.) und NRW-Generalsekretär Josef Hovenjürgen schauten sich den Standort und die Produkte im Rahmen ihrer Sommertour an.

200 Kilowatt Leistung und zehn Tonnen Ladekapazität hat der „LF 10 F“. Der Radlader mit 27,8 Tonnen Eigengewicht gehört zu den kleineren Fahrzeugen, die GHH in Gelsenkirchen baut. Verkehrsminister Hendrik Wüst (r.) und NRW-Generalsekretär Josef Hovenjürgen schauten sich den Standort und die Produkte im Rahmen ihrer Sommertour an.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Erle.  Sie liefern Hightech im Stahlmantel: GHH Fahrzeuge baut Arbeitsmaschinen für die Minen der Welt. NRW-Verkehrsminister Wüst besuchte die Firma.

Robuste Arbeitsmaschinen, konstruiert für den harten Untertage-Einsatz in Goldminen oder im Kali- und Salz-Bergbau, Hightech im Stahlmantel, mit mächtigen Ladeschaufeln und Riesenrädern, mit beeindruckenden Ladekapazitäten: Bei diesen „Zutaten“ ist das bevorzugt wohl ein „Jungs-Termin“, der sich Dienstag bei GHH Fahrzeuge an der Emscherstraße in Erle bietet. Hier haben die Fahrzeugspezialisten für Fahrlader und Muldenkipper ihren Sitz. Und dort bekamen sie hochkarätigen Besuch. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, auch Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, und der Halterner Landtagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär Josef Hovenjürgen schauten sich im Rahmen ihrer Sommertour die Fabrikation an.

Besuch mit der CDU-Mittelstandsvereinigung in Gelsenkirchen

Ein Logistiker und der Chemiepark Marl standen zuvor auf dem Tourplan der Politiker, zum Finale am Dienstag dann ein Unternehmen, dass auch nach dem Ende der Steinkohleförderung Bergbautechnik made in Germany weltweit auf den Markt bringt. „Ein spannendes Unternehmen“, findet Hovenjürgen. Und auch der Minister scheint beeindruckt: „Faszinierende Fahrzeuge“, entfährt es ihm bei der Vorstellung des Betriebs durch Geschäftsführer Eric Pohlmann.

In Erle wird für Kunden in 60 Ländern produziert

Seit 2007 hat GHH Fahrzeuge seinen Sitz in Gelsenkirchen. Mit dem Traditionshüttenbetrieb aus den Glanzzeiten der Montanindustrie hat GHH nur noch den Namen gemein. Das Unternehmen gehört zur Schmidt Kranz Gruppe, beschäftigt 250 Menschen in Deutschland, davon rund 140 in Gelsenkirchen. An die 4500 Fahrzeuge wurden bislang produziert – für Kunden in 60 Ländern. Abnehmer sitzen vor allem in Südamerika, Kanada, auch Südafrika und Australien. Die Nähe zu den Zulieferern für Motoren oder Achsen aus deutscher Produktion wertet Pohlmann als Standortvorteil im weltweiten Geschäft. Entscheidend im Wettbewerb, sagt er, seien neben der kundenspezifischen Entwicklung aber vor allem „der Preis und die Lieferzeit“.

Muldenkipper oder Radlader mit bis zu 60 Tonnen Eigengewicht, die mit einer Schaufelladung über 20 Tonnen Geröll und Steine aufnehmen können, produziert GHH. „Der LF 21 H ist der größte Lader, den wir bauen“, erklärt Pohlmann den Besuchern. Für die Riesenmaschine gilt ebenso wie die wesentlich kleineren „Brüder“, die auf dem Werkshof zur Auslieferung stehen: Sie sind extrem flach, wendig, schmal, eben für den Untertage-Einsatz konzipiert. Damit sie nach Bau und Testphase in die Zechenschächte passen, werden sie komplett zerlegt.

Patent für Elektro-Batterielader angemeldet

Themen wie automatisiertes Fahren oder auch E-Betrieb beschäftigen die Polit-Runde. Hier geht GHH mit Eigenentwicklungen bei der Produktdigitalisierung und Automatisierung sowie beim Elektro-Antrieb voran. „Der LF 19 EB ist unser brandneues Projekt“, stellt Pohlmann den – zum Patent angemeldeten – Elektro-Batterielader vor. Er hat zwei Lithium-Titan-Akkus für den eigenständigen Ortswechsel in der Mine, für den Lastbetrieb hängt er an einem 250 Meter langen XXXL-Stromkabel, dass ihn mit 150 Kilowatt Leistung versorgt. Die Stromversorgung der Zechen wird damit zur neuen Herausforderungen der Nach-Diesel-Zeit. Doch die ist längst nicht in Sicht. Weltweit setzen die Gruben-Betreiber auf fossile Brennstoffe,

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