Messerattacken

Messerangriffe: Polizei spricht von fallender Tendenz

Tatmittel Messer, unter diesem Stichwort führte die Polizei seit Anfang 2019 eine neue Statistikkategorie ein.

Tatmittel Messer, unter diesem Stichwort führte die Polizei seit Anfang 2019 eine neue Statistikkategorie ein.

Foto: Katie Collins / DPA

Gelsenkirchen.  Die Angriffe auf eine Mutter und auf einen Badegast haben Messerattacken in den Fokus gerückt. Nimmt ihre Zahl zu? Das sagt die Polizei.

Eine Messerattacke eines Stalkers auf eine junge Mutter in Buer, ein Messerangriff auf einen Badegast im Sportparadies, Waffenverbotszone Hauptbahnhof, Schwerpunkt: wieder Messer. Diese und andere Meldungen aus Gelsenkirchen und anderen Städten waren in den Schlagzeilen. Gefühlt haben demnach Straftaten mit Messereinsatz zugenommen. Aber ist das wirklich so? Was sagt die Gelsenkirchener Polizei?

Polizei spricht von fallender Tendenz

„Insgesamt lässt sich im Vergleich des ersten Halbjahres 2018 zu 2019 eine absteigende Tendenz erkennen“, erklärte Polizeisprecherin Merle Mokwa. Belastbare Fallzahlen dazu könnten jedoch zu einem beliebigen Zeitpunkt im laufenden Jahr nicht erhoben werden, „weil die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2019 abschließend erst im Frühjahr 2020 veröffentlicht werden.“

Gewissheit erst im Frühjahr 2020

Auch Rückschlüsse auf Messerangriffe könne die Polizei nicht direkt ziehen, denn unter dem neu eingeführten Suchkriterium „Tatmittel Messer“ werden ebenfalls solche Fälle erfasst, bei denen das Messer gar nicht eingesetzt wurde. „Der Eindruck einer Zunahme lässt sich für Gelsenkirchen statistisch nicht belegen.“

Eine solche gesonderte Statistik wird erst seit diesem Jahr erhoben. Dem vorausgegangen ist ein Vorstoß der Gewerkschaft der Polizei, die davon sprach, dass immer mehr Jugendliche und Heranwachsende Messer mit sich tragen würden. Die SPD forderte darauf die Landesregierung auf, eine gesonderte Statistik über den Einsatz von Messern und Stichwaffen bei Straftaten einzuführen.

Duisburger Polizei wertete Messerfälle händisch aus

Anfang des Jahres hat sich die Duisburger Polizei auf Nachfrage der dortigen Lokalredaktion die Mühe gemacht und „händisch“ sämtliche Straftaten der vergangenen beiden Jahre ausgewertet, bei denen Messer verwendet wurden, oder zumindest so offen an der Kleidung getragen wurden, dass diese als Bedrohung wahrgenommen werden konnten. Demnach wurde das Messer 2017 insgesamt 438-mal als Tatwaffe benutzt. 2018 waren es noch 408 Taten. Rekordhalter ist die Rubrik Bedrohung mit 117 Fällen in 2017 und 119 Fällen in 2018. Platz zwei bildet die Kategorie Gefährliche Körperverletzung (2017: 88 Fälle; 2018: 74 Fälle)

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