Gesundheitsvorsorge

Medicos will Vorsorge in Gelsenkirchen nachhaltiger machen

Rainer Schiffkowski (Wirtschaftsförderung), Nicolaus P. Hüssen (Geschäftsführer Medicos), Frank Merten (GoReha), Barbara Hassenkamp (DRV Westfalen), Dr. Theresa Kölle (IfR Ulm), Luidger Wolterhoff (Sozialdezernent), Ersan Özen (Medicos) und Christian Fischer (FLVW Kreis Gelsenkirchen) (v.l.) stellten die neue Studie von Medicos und Deutscher Rentenversicherung vor.

Rainer Schiffkowski (Wirtschaftsförderung), Nicolaus P. Hüssen (Geschäftsführer Medicos), Frank Merten (GoReha), Barbara Hassenkamp (DRV Westfalen), Dr. Theresa Kölle (IfR Ulm), Luidger Wolterhoff (Sozialdezernent), Ersan Özen (Medicos) und Christian Fischer (FLVW Kreis Gelsenkirchen) (v.l.) stellten die neue Studie von Medicos und Deutscher Rentenversicherung vor.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Medicos auf Schalke will seine Präventionsprogramme nachhaltiger machen. Eine Studie gemeinsam mit der Rentenversicherung testet, wie das geht.

Für Arbeitnehmer kostenfreie Gesundheitsvorsorge bietet Medicos bereits seit geraumer Zeit im Schatten der Veltins Arena an. Die Kosten dafür übernimmt bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern die Deutsche Rentenversicherung. Dennoch wird das Angebot zum einen weniger angenommen als möglich, zum anderen bleiben bisher zu wenige Nutzer nach der betreuten Phase weiter am Ball. Wie eine nachhaltigere Wirkung erzielt werden kann, soll nun eine auf drei Jahre angelegte Studie mit 750 Teilnehmern zeigen, durchgeführt von Medicos und Deutscher Rentenversicherung.

An der Eigeninitiativphase scheitern bisher zu viele

Das Konzept ist ganzheitlich. Zum Start des Präventivprogramms gibt es einen halben Tag lang einen umfangreichen Gesundheitscheck unter medizinischen und sportwissenschaftlichen Aspekten. Die Freigabe für einen halben Tag ist der einzige Beitrag, den der Arbeitgeber dazu leisten müsste. Dem Aufnahmecheck folgt ein dreimonatiges, berufsbegleitendes Trainings- und Seminarangebot. Zweimal die Woche gibt es nach der Arbeit begleitete Trainingseinheiten, hinzu kommen Seminare zu den Themen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Gesundheitswissen. Danach gibt es erneut einen Rundum-Check.

Die nächste Phase ist die sogenannte Eigeninitiativphase, in der die Teilnehmer sechs Monate lang das Erlernte bei Medicos weiter einüben sollen, um die Verhaltensänderung zu verstetigen. An dieser Hürde aber scheitern bisher Viele. Nur zehn bis 20 Prozent, so Medicos-Geschäftsführer Nicolaus Philipp Hüssen, halten diese Phase bis zuletzt durch. Wie deren Anteil gesteigert werden kann, soll nun die Studie prüfen.

Den inneren Schweinehund mit digitaler Unterstützung überwinden

Dafür können die Teilnehmer in der Eigeninitiativphase zwischen drei Modellen wählen: entweder bei freier Zeiteinteilung und in purer Eigenverantwortung das Training sechs Monate fortsetzen, oder zwölf je 90 minütige Trainingstermine in der Zeit bei Medicos festlegen oder aber mit Unterstützung durch eine App, die mit individuellen Trainings- und Seminarinhalten für jeden Teilnehmer ausgestattet wird, zeit- und ortsunabhängig die geforderten Übungen absolvieren. Dabei registriert die App – synchronisiert mit einem normalen (selbst anzuschaffenden) Fitnesstracker – auch die absolvierten Einheiten.

Wer welches Modell praktizieren soll, das entscheidet der Zufall. Wenn ein Teilnehmer allerdings keine digitale Unterstützung mag, darf er auch ins analoge Modell wechseln. Die Teilnahme an der Studie ist grundsätzlich freiwillig, das Präventionsprogramm kann auch ohne Studienteilnahme durchgeführt werden. Allerdings werden bei der Auswertung ohnehin alle Daten zur Wahrung des Datenschutzes anonymisiert.

Wirtschaftsförderer: Anforderungen für Arbeitnehmer in Betrieben sind hoch

Sozial- und Gesundheitsdezernent Luidger Wolterhoff begrüßte bei der Vorstellung der Studie das Vorsorgeangebot in Gelsenkirchen, das „wohl auch für den eigenen Arbeitgeber“ bedenkenswert sei. Wirtschaftsförderer Rainer Schiffkowski schätzt die „Möglichkeit für die 84.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in der Stadt, nachhaltig etwas für ihre Gesundheit zu tun. In unseren mittelständischen Betrieben gibt es hohe Anforderungen in Bezug auf Resilienz und Gesundheit. Darum muss man sich kümmern. Und ich bin froh, dass es in der digitalen Modellstadt Gelsenkirchen, der vernetzten Stadt, dieses Angebot vor Ort von Medicos gibt.“ Dass Prävention sich auch für Unternehmen mit Sicherheit auszahlt, betonte auch Nicolaus Hüssen: „Wir prüfen mit der Studie nicht, mit welcher Summe sich das Programm für Unternehmen auszahlt. Aber generell gilt: ein in die Gesundheit investierter Euro zahlt sich mit dem Faktor drei aus.“

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