Sicherheit

Massives Polizeiaufgebot beim Schalke-Spiel gegen Amsterdam

Die Polizei zeigt Präsenz: Vermutlich noch nie waren so viele Beamte in die Sicherung eines Schalke-Spiels involviert wie Donnerstagabend.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Polizei zeigt Präsenz: Vermutlich noch nie waren so viele Beamte in die Sicherung eines Schalke-Spiels involviert wie Donnerstagabend. Foto: Friso Gentsch/dpa

Gelsenkirchen.   Weit über 1000 Beamte sichern das Europa-League-Rückspiel in der Arena. Die Mannschaftsbusse werden begleitet, die Reisewege vorab untersucht.

Radikal verändert hat der Bomben-Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund die Fußballwelt. Zwar gibt „es aktuell keine Erkenntnisse“ über eine Bedrohungslage anlässlich der Europa- League-Partie des FC Schalke 04 gegen Ajax Amsterdam am Donnerstag (21.05 Uhr, Veltins-Arena), wie der Leitende Gelsenkirchener Polizeidirektor Klaus Noske am Mittwoch erklärte. Nichtsdestotrotz verstärken die Sicherheitskräfte als Präventivmaßnahme massiv ihre Präsenz.

Weit mehr Beamte als beim Revier-Derby oder beim Spiel gegen Paok Saloniki werden mobilisiert, demnach also deutlich über 1000 Polizisten. Ein großer Teil von ihnen wird „mit Maschinenpistolen bewaffnet sein und sichtbar Position beziehen“, insbesondere rund um das Stadion.

Ähnliches gilt auch für Wasserwerfer, die die Polizei ansonsten eher im Hintergrund bereit hält. An den Einsatz von Reiterstaffeln und Hundeführern ist ebenso gedacht wie an die optionale Unterstützung durch Polizeihubschrauber.

Das beachtenswerteste Novum bei den Sicherheitsvorkehrungen ist die „ständige Begleitung beider Mannschaften“. Heißt: Sowohl bei der An- als auch bei der Abreise der Mannschaftsbusse vom Hotel ins Stadion und zurück schützen Polizisten Spieler und Betreuer. Auch der Weg hin und zurück und die Örtlichkeiten drumherum werden – so weit möglich – überprüft.

Schalker Lager im Marriott-Hotel

Schalke schlägt das Lager im nahen Marriott neben der Arena auf, die Niederländer nach WAZ-Informationen in einem Essener Hotel. Sowohl im Schalker als auch im Amsterdamer Dunstkreis der Anhänger tummeln sich Problemfans. Aus gut unterrichten Kreisen heißt es, dass das blau-weiße Kontingent um die 500 Krawallmacher umfasst, das der rot-weißen Gäste etwa 700.

Und: Dass zumindest auf Schalker Seite zusätzliche Unterstützung mobilisiert wird. Die S 04-Fans pflegen bekanntermaßen seit langem Freundschaften mit dem 1. FC Nürnberg und dem FC Twente Enschede. In den Niederlanden haben solche Bündnisse keine ausgeprägte Tradition, da ist vielmehr eine spürbare Rivalität an der Tagesordnung – was dem möglichen Aufeinandertreffen so vieler verschiedener Gruppierungen hier zusätzliche Brisanz verleiht.

Keine Pyrofackeln oder Polen-Böller

Lodernde Pyrofackeln, Kassenstürme oder Schlägereien will niemand sehen, daher werden sich die Besucher auf (zeit-)intensive Kontrollen seitens der Polizei und des Vereins einstellen müssen. Einlass in die Arena ist bereits ab 18.30 Uhr, eine frühzeitige Anreise wird empfohlen.

Apropos Knallkörper: „Der Knall eines Polen-Böllers und der einer Explosion ist kaum voneinander zu unterscheiden“, sagte Noske in Erinnerung an Dortmund und kündigte an, dass die Polizeikräfte beim Zünden von Feuerwerk „sofort massiv einschreiten werden“.

>> Behörden arbeiten grenzüberschreitend zusammen

Der Einsatz der Polizei für das Europa League-Spiel hat bereits am Mittwoch begonnen. Ajax-Fans, so ist es bei ihrem Verein Brauch, haben beim Abschlusstraining ihre Voucher (Gutscheine) gegen Eintrittsscheine tauschen können. Erwartet wurden etwa 70 niederländische Fans.

Mit Bussen und in Pkw reisen die meisten Holländer an. Die Zugverbindung ist vor allem zurück in die Niederlande eher ungünstig – zumal das Spiel auch erst mit Verlängerung entschieden werden könnte. Der Parkplatz P 7 auf dem Arena-Gelände ist für die Gästefans vorgesehen.

Mobiler Infostand am Springeplatz

Natürlich arbeiten die Polizeibehörden grenzüberschreitend zusammen, daher ist auch die Bundespolizei zur Stelle, wenn es um frühzeitige Kontrollen bei der Anreise und das Aussortieren von Problemfans geht. Zur Not, hieß es, würden ganze Busse zurückgeschickt.

Die Polizei richtet am Springeplatz wieder einen mobilen Info-Stand ein, die Beamten sprechen deutsch, niederländisch und englisch. Parallel dazu informiert die Polizei über Twitter (Polizei NRW GE) und hat auch wieder eine Hotline eingerichtet ( 0049209 / 365 8888). Zwischen Parkplatz P7 und der Bueraner Innenstadt, wo das Gros der Gästefans aufschlagen wird, sowie zwischen Buer und Stadion pendeln Shuttle-Busse hin und her.

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