Rennbahnserie

Markus Seidl besitzt ein Wahrzeichen Gelsenkirchens

Markus Seidl mit dem WAZ-Pokal: Eine Erinnerung an einen vergangenen Renntag.

Markus Seidl mit dem WAZ-Pokal: Eine Erinnerung an einen vergangenen Renntag.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Feldmark.   Manager und Investor Markus Seidl setzt sich aus Liebe zum Sport für die Trabrennbahn ein. Das ist jedes Jahr wieder ein finanzieller Balanceakt.

Markus Seidl ist das Gesicht der Trabrennbahn 2.0. Nach der Insolvenz im Jahr 2003 ist er zusammen mit Jochen Kupfer eingesprungen, hat sich dafür stark gemacht, dass weiter Sport dort stattfinden kann. Dafür hat er investiert. In die Schweizer Immobilienfirma Nikea, die damals die Rennbahn und das Erbbaurecht erworben hat. Und in eine Vision: „Ich möchte noch mit meinen Enkelkindern hierher kommen.“

Trotz der allgemein schwierigen Lage des Sports denkt der Rennbahnmanager in Dekaden. Und trotz anfänglicher Schwierigkeiten scheint sich der Rennverein eingelaufen zu haben. Der war als Gelsentrabpark erst 2013 neu gegründet worden. Damals hatte mit dem Wettanbieter German Tote ein mächtiger Partner für Anschub gesorgt.

Große Gewinne darf der Verein nicht erzielen

Nun setzen die Verantwortlichen in erster Linie auf den französischen Wettmarkt. Insgesamt 25 Renntage soll es 2019 geben – wenn die Einnahmen gut sind gerne mehr, so Seidl. Der Verein darf nämlich als gemeinnützige Organisation keine großen Gewinne erzielen, die Einnahmen fließen sofort wieder in Preisgelder.

Dass am Ende Geld übrig bleibt, ist jedoch meist eine Wunschvorstellung. Allein 140.000 Euro Grundbesitzabgabe werden für das 40 Hektar große Gelände jedes Jahr fällig. Die Pflege der Anlage scheint ein Fass ohne Boden zu sein. Etwa 400 Boxen sind an Trainingsbetriebe oder Privatställe vermietet und müssen in Stand gehalten werden, sechs Kilometer Trainingswege wollen in Ordnung gehalten werden und auch die Bahn selbst ist pflegeintensiv. „Man ist ständig dabei, Löcher zu stopfen“, fasst Seidl zusammen.

Immer mit seinen Töchtern an der Bahn

Und dennoch lässt er sich den Spaß am Sport nicht nehmen: „Ich stehe an jedem Renntag mit meinen Töchtern an der Rehling.“ Alle drei – übrigens vier, acht und zehn Jahre alt – sind selbst schon rennsportbegeistert. Die beiden älteren sind bei der Minitraber-Serie angetreten, die jüngste beim geführten Rennen für Kinder. Die Leinen hatte Seidl dabei selbst in der Hand.

Wann immer er die Möglichkeit bekommt, tritt er außerdem bei Gastfahrten an. Das sind Rennen für Prominente, bei denen die Fahrer keine Lizenz benötigen. „Der Sport ist definitiv ein Teil meines Lebens“, sagt er. Deshalb engagiert er sich privat zusätzlich im Rennverein.

Für ihn ist die Bahn ein „Wahrzeichen von Gelsenkirchen“, um dessen Erhalt er auch in Zukunft kämpfen möchte. Dazu gehöre auch, den teuren Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten. Der ist bei allen anderen Bahnen der Republik längst Geschichte. „Auch deshalb sind wir die beliebteste Bahn Deutschlands“, sagt Seidl stolz.

>>Seidl engagiert sich für soziale Projekte

Nicht nur seine Begeisterung für den Trabrennsport bringt Markus Seidl mit nach Gelsenkirchen. Auch sein soziales Engagement hat einen Platz dort gefunden. In der Vergangenheit brachte er dazu Nachwuchsköche unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ zusammen. Der an Muskeldystrophie erkrankten 16-jährigen Stella konnte so über den Verein Donatia eine lebensnotwendige Therapie finanziert werden.

Der Manager engagiert sich auf der Plattform. Dort können gemeinnützige Vereine in Videos zum Spenden aufrufen. Über soziale Netzwerke können diese Videos dann geteilt werden. Dazu kann entweder gespendet oder nur durch die Verbreitung Geld gesammelt werden. Denn der Verein hat Partner, die pro Videoaufruf einen bestimmten Betrag an den Verein spenden.

Im Fall von Stella organisierte der Verein Hilfe auf anderem Weg. Zusammen mit Koch und Bundesverdienstkreuzträger Heinrich Wächter bereiteten befreundete Kinder an einem Renntag das Essen zu. Der Erlös nebst Spenden ging an das kranke Mädchen aus Rees. Ihre Eltern konnten damit die Stammzellentherapie ein weiteres Mal finanzieren.

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