Jugend & Kultur

Mädchen-Musik-Akademie NRW sucht weitere Neueinsteiger

Hoffen auf viele Neueinsteiger: Claudia Gertz (Leiterin des Vereins Mädchenzentrum Gelsenkirchen), Denise Mäckenstock (Gesangsdozentin), Julian Rybarski (Leiter der Mädchen-Musik-Akademie NRW) und Manuel Blase (Musikdozent, v. l.) werben für die Teilnahme an einem Workshop der Mädchen-Musik-Akademie NRW.

Hoffen auf viele Neueinsteiger: Claudia Gertz (Leiterin des Vereins Mädchenzentrum Gelsenkirchen), Denise Mäckenstock (Gesangsdozentin), Julian Rybarski (Leiter der Mädchen-Musik-Akademie NRW) und Manuel Blase (Musikdozent, v. l.) werben für die Teilnahme an einem Workshop der Mädchen-Musik-Akademie NRW.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Seit 2006 bietet die Mädchen-Musik-Akademie NRW mit Sitz in Gelsenkirchen Kindern und jungen Erwachsenen einen Einstieg in die Welt der Musik.

Denise Mäckenstock kam 2009 als 18-Jährige zur Mädchen-Musik-Akademie NRW. Sie belegte damals einen Workshop in Gesang. Aus der einstigen Teilnehmerin ist inzwischen nicht nur eine Studentin der Musikwissenschaften an der Folkwang-Universität der Künste in Essen geworden, sondern auch eine Ausbilderin: Denn Mäckenstock zählt heute zum Kreis der acht Dozentinnen und Dozenten, die für die Mädchen-Musik-Akademie tätig sind und allen interessierten Kindern, Schülern sowie jungen Erwachsenen ihr Wissen weitergeben und an die Musik heranführen wollen.

Die Mädchen-Musik-Akademie NRW wurde im Jahr 2006 gegründet und ist Bestandteil des Vereins Mädchenzentrum Gelsenkirchen mit Sitz an der Liboriusstraße in Schalke. „Wir bieten Workshops, Bandcoaching sowie Einzel- und Gruppenunterricht an und verfügen über einen Fundus von etwa 25 Instrumenten“, berichtet Akademie-Leiter Julian Rybarski, der selbst Berufsmusiker ist.

Mädchen-Musik-Akademie vermittelt keine Plattenverträge

Das Angebot umfasst etwa Klavier-, Gitarren- oder Schlagzeug-, aber auch Gesangsunterricht. Es gibt zudem Kurse zur Verbesserung des Songwritings und der eigenen Bühnenpräsenz sowie Kurse zur Arbeit, die bei Musikaufnahmen hinter dem Mischpult wartet. Um aber keine falschen Erwartungshaltungen zu schüren, stellt Rybarski klar: „Wir managen keine Bands. Und wir vermitteln auch keine Plattenverträge.“

Ein wichtiger Proberaum der Akademie befindet sich im DGB-Haus der Jugend in der Altstadt. Dort finden auch viele der Workshops statt, die es gleichermaßen für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt. Kinder und Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen sind genauso herzlich willkommen wie jene, die aus einkommensschwachen Familien stammen. „Dies ist ein inklusives Angebot. Die Akademie soll allen Kindern einen Zugang zur Musik ermöglichen“, erklärt Claudia Gertz, Leiterin des Mädchenzentrums. Genau deshalb erhält die Akademie von Beginn an Fördermittel vom Land NRW, der Stadt Gelsenkirchen sowie treuen Sponsoren.

Kostenloses Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Um dieses Angebot möglichst breit zu streuen, arbeitet die Akademie auch mit mehreren Schulen und Jugendeinrichtungen in der Stadt zusammen. „Im Augenblick arbeiten wir mit rund 70 Teilnehmern im Alter zwischen acht und 21 Jahren zusammen. Im gesamten Vorjahr haben wir sogar insgesamt über 300 Kinder erreicht“, nennen Gertz und Rybarski konkrete Zahlen. Obwohl es sich größtenteils um Mädchen handelte, betonen beide, dass auch Jungen und Transgender mitmachen können und sollen. Die Teilnahme ist kostenlos. Und die Dozenten wie Denise Mäckenstock oder Manuel Blase, der Gitarre, Bass und Schlagzeug lehrt, freuen sich stets auf neue Gesichter im Teilnehmerkreis

Doch nicht nur die musikalische Ausbildung stand bei diesem Projekt von Beginn an im Fokus. „Die pädagogische Arbeit ist genauso wichtig“, betont Claudia Gertz. Es seien auch bewusst Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, die in schwierigeren Verhältnissen aufwachsen. „Sie sollen Talente entwickeln, Lebensfreude verspüren und Vertrauen in unsere Dozenten gewinnen“, beschreibt Gertz den Anspruch, der sich seit der Akademiegründung in 2006 bis heute nicht verändert hat.

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