Elektromobilität

Made in Gelsenkirchen: High-Tech-Ladesäule von Thyssenkrupp

Gelsenkirchens OB Frank Baranowski (l.) und ThyssenKrupp Electrical Steel CEO Dr. Jens Overrath weihen eine Elektro-Ladesäule in Gelsenkirchen ein.

Gelsenkirchens OB Frank Baranowski (l.) und ThyssenKrupp Electrical Steel CEO Dr. Jens Overrath weihen eine Elektro-Ladesäule in Gelsenkirchen ein.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Schalke.  Vor dem Werkstor von Thyssenkrupp Electrical Steel steht eine E-Ladesäule. Was kaum einer weiß: Es ist größtenteils ein Produkt aus Gelsenkirchen.

Der Erfolg der Elektromobilität hängt von mehreren Faktoren ab, von erschwinglichen E-Autos mit ausreichender Reichweite etwa und nicht zuletzt vom Ausbau und der Vereinheitlichung der Ladeinfrastruktur. Man denke nur an das Chaos bei Handys und den zig Steckervarianten zurück. In Gelsenkirchen ist jetzt eine weitere öffentliche Ladesäule für Elektro-Autos hinzu gekommen – von Thyssenkrupp Electrical Steel und direkt vor dem Werkstor an der Kurt-Schumacher-Straße 95. CEO Jens Overrath und Oberbürgermeister Frank Baranowski gaben die leuchtend blaue Säule am Mittwoch offiziell zum Betrieb frei.

Die Errichtung eines neuen Ladepunktes wäre keine Erwähnung wert, wenn es sie wie Tankstellen alle paar Meter flächendeckend im Bundesgebiet gäbe. Das ist aber nicht der Fall: 5000 öffentliche Ladepunkte gibt es in etwa bundesweit. In Gelsenkirchen sind es rund ein Dutzend. Zum Vergleich: die Zahl der klassischen Tankstellen liegt bei knapp 14.500.

Know-how und High-Tech-Produkt aus Gelsenkirchen

Was diese und viele andere Ladesäulen in Deutschland und darüber hinaus aber so besonders macht, ist der Umstand, dass Know-how und Elektroband aus Gelsenkirchen praktisch in jeder Ladesäule stecken, was kaum jemand weiß. „Wir stellen die Werkstoffe her, die für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sind“, sagt Jens Overrath mit Blick auf Klimawandel, erneuerbare Energien und Elektromobilität. Denn in jeder Ladesäule steckt ein Transformator und in jedem Transformator ist Elektroband verbaut. Genauer gesagt kornorientiertes Elektroband, für das Thyssenkrupp Electrical Steel als Premiumhersteller fungiert. „Das Elektroband braucht man immer dann, wenn die Stromspannung herauf- oder herunterregelt werden muss.“

So groß die Freude über die sich bietenden Chancen, das Traditionsunternehmen (seit 1876) durch solch innovative High-Tech-Produkte zukunftsfähig aufzustellen, so hart ist das Ringen um Absatzmärkte. Die Trump-Administration erschwert mit Strafzöllen von 25 Prozent für Produkte wie Elektroband den Zugang zu den USA, China blockiert ebenfalls Stahl Made in Germany - „wohingegen die EU und damit der Bund, der Konkurrenz aus Übersee den Markt nicht verschließt“, wie Jens Overrath bei der Vorstellung der Ladesäule berichtet. Fairer Wettbewerb sei da nicht möglich. Es besteht dadurch die Gefahr, dass das Land der Dichter und Denker eines seiner wichtigsten Fundamente unterhöhlt - die deutsche Ingenieurskunst.

Zwei Zapfsäulen: 22 und 50 Kilowatt Leistung

Zurück zur High-Tech-Ladesäule von Thyssenkrupp, die, wie gern und mit Stolz verkündet wird, bei einem Gesamtgewicht von 500 Kilogramm zu 340 Kilogramm aus Gelsenkirchener Technik besteht. Und die im Vergleich zur Konkurrenz „deutlich leiser und verlustärmer arbeitet“. Energieeffizienz erreicht man bei Elektroband für Transformatoren unter anderem durch geringe Materialstärken bei gleichzeitig besonders guten elektromagnetischen Eigenschaften. „Etwas, was unsere Produkte auszeichnet“, so Jens Overrath über das Pfund womit man künftig noch mehr zu wuchern gedenkt.

Die stahlblaue Ladestation verfügt über zwei „Zapfsäulen“ für Strom, eine mit einer Leistung von 22 Kilowatt, was einer Ladedauer von zwei bis fünf Stunden entspricht, um etwa die Akku-Kapazität eines E-Golfs auf über 80-Prozent zu treiben, und eine mit 50 Kilowatt Leistung, wodurch sich die Ladezeit auf unter eine Stunde reduziert.

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