Lesung

Lyriker Heinz-Albert Heindrichs stellt zwei neue Bücher vor

Lesung von und mit Heinz-Albert Heindrichs in der Buchhandlung Junius in der Altstadt. (Archivbild von 2016)

Lesung von und mit Heinz-Albert Heindrichs in der Buchhandlung Junius in der Altstadt. (Archivbild von 2016)

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Altstadt.  Die Buchhandlung Junius ist gut gefüllt, als der Gelsenkirchener Schriftsteller, Zeichner, Maler und Komponist gleich zwei neue Bände vorstellt.

Lyrik führt auf dem Literaturmarkt ein Nischendasein. Wenn aber ein so außergewöhnlicher Dichter und Denker wie Heinz-Albert Heindrichs gleich zwei neue Bücher auf den Markt bringt, dann zumindest zeigt die kleine Gemeinde großes Interesse, überregional und lokal. So war die Buchhandlung Junius am Dienstagabend auch bis auf den letzten Platz besetzt, als der Gelsenkirchener Schriftsteller, Zeichner, Maler und Komponist gleich zwei neue Bände vorstellte.

Eine markante Erscheinung bis heute, mit einem wachen, lebensklugen Geist und ungebrochenem Interesse an den kulturellen und gesellschaftspolitischen Themen dieser Zeit las der 88-Jährige aus seinem 20., im Rimbaud-Verlag erschienenen Lyrikband „Heimsucht Fernweh“. Unaufgeregte, sprachlich klar ausgefeilte Texte mit Tiefsinn, geprägt von biografischen Befindlichkeiten.

Manche Zeile kreist ums Alter

So kreist so manche Zeile ums Alter, um Abschiede und kleine Freuden, um Tod und Sterben, um das Bangen um Frieden auf der Welt, um die Zukunft von Mutter Erde und um das Leid von Menschen auf der Flucht, früher und heute, auch um den Umgang mit der Natur. Heindrichs liest einen Text über einen Besuch im Zoo und der Begegnung mit einem alten Affen vor: „Jetzt/ winkt er mir/ Aber ich schäme mich/ dass uns die Gitter trennen“.

Es gibt Texte, die erzählen überzeugend von der Gelassenheit des Alters, von Zufriedenheit, vom Glück über die kleinen Dinge, andere lassen auch das Hadern, Zweifeln, Bangen erkennen. Und auch der Glaube ist immer wieder Thema („Wer hilft/ mir vom Denken ins Glauben?“).

Das zweite Buch ist nicht minder spannend

Über 40 aktuelle Texte rezitierte der Autor, als Universalkünstler und sogenannter Synästhetiker, der Musik als Farbe wahrnimmt, dabei stets um die Harmonie von Wort, Klang und Form ringend. Insgesamt veröffentlichte Heindrichs bereits mehr als 2000 Gedichte. Der gebundene Lyrikband ist im Buchhandel erhältlich und kostet 20 Euro.

Nicht minder spannend das zweite, 230 Seiten starke Buch „Linien und Punkte“, ein umfassendes Werk von und über Heinz-Albert Heindrichs, erschienen erst vor wenigen Tagen in der Edition Hic. Es zeichnet die Lebenslinien des gebürtigen Brühlers nach, der seit 1960 in Gelsenkirchen lebt, und setzt hier und da einen Punkt, um ausgewählte Autoren zu Wort kommen zu lassen über das Werk Heindrichs, über seine Musik, seine Sprache, seine von Noten inspirierten Bilder. Bei der Buchvorstellung las Heindrichs unter anderem über den Beginn seines künstlerischen Schaffens, als er sein erstes Gedicht zu Papier brachte – mit sieben Jahren. Das kartonierte Buch kostet 9,90 Euro, gebunden 24,90 Euro.

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