Literatur

Literaturpreis Ruhr für Enis Maci und Herbert Knorr

Enis Maci wurde in Gelsenkirchen geboren und ist hier auch aufgewachsen. Für ihren Essayband „Eiscafé Europa“ bekam sie nun den Literaturpreis Ruhr.

Enis Maci wurde in Gelsenkirchen geboren und ist hier auch aufgewachsen. Für ihren Essayband „Eiscafé Europa“ bekam sie nun den Literaturpreis Ruhr.

Foto: Max Zerrahn / Suhrkamp Verlag

Gelsenkirchen.  Der Hauptpreis und der Ehrenpreis des Literaturpreises Ruhr 2020 gehen nach Gelsenkirchen. Ausgezeichnet werden Enis Maci und Herbert Knorr.

Gleich doppelt vertreten ist Gelsenkirchen beim diesjährigen Literaturpreis Ruhr, der am Freitagabend vom Regionalverband Ruhr und dem Literaturbüro Ruhr in Dortmund verliehen wurde. Den Hauptpreis, dotiert mit 15.000 Euro, gewinnt die in Gelsenkirchen geborene und aufgewachsene Autorin Enis Maci . Sie wird ausgezeichnet für ihren Essayband „Eiscafé Europa“. Die 1993 geborene Theaterautorin hat auf Bühnen in München, Berlin und Wien Furore gemacht und hat mit ihren Essays in „Eiscafé Europa“ einen sehr eigenen, jungen Ton und Stil gefunden.

„You can’t get Gelsen out of the girl“

Das Literaturbüro beschreibt ihren Stil so: „Sie reflektiert assoziativ, aber gründlich und treffend: Feminismus, Digitalität, Liebe, Heimat und Künstlerarbeit sowie die eigene Herkunft zwischen Balkan und Ruhrgebiet: You can get the girl out of Gelsen, but you can’t get Gelsen out of the girl.“ In der Jurybegründung heißt es: „Enis Maci verkörpert eine Autorinnengeneration, die interessant ist, zeitgemäß ist, etwas Neues bietet, gerade in dieser Kombination aus Post-Pop, bisschen Punk, bisschen Sido, bisschen Alexander Kluge, viel Feminismus, auf eine neue, kämpferische Art und Weise und das Ganze als jemand, der im Ruhrgebiet aufgewachsen und sozialisiert ist und für den das eine Rolle spielt, ohne dass sie das sentimentalisiert. Das ist kein sentimentales Rührstück der strukturwandelgeschädigten Region, sondern das ist vital und trotzdem realistisch.“

Ehrenpreis für „Mord am Hellweg“-Gründer und Autor Herbert Knorr

Erstmals wird in diesem Jahr auch ein undotierter Ehrenpreis vergeben. Diesen Preis erhält der Gelsenkirchener Herbert Knorr, langjähriger Leiter des Literaturbüros Unna, Autor, Publizist und Mitbegründer des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“.

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