Mund-Nasen-Schutz

Leitende Polizisten in Gelsenkirchener Innenstadt ohne Maske

In Gelsenkirchen wurde die Maskenpflicht in Fußgängerzonen am 20. Oktober eingeführt. Drei Tage später hat ein Leser zwei führende Polizeibeamte der Behörde am Goldbergplatz in Buer beobachtet, die keinen Mund-Nasen-Schutz trugen.

In Gelsenkirchen wurde die Maskenpflicht in Fußgängerzonen am 20. Oktober eingeführt. Drei Tage später hat ein Leser zwei führende Polizeibeamte der Behörde am Goldbergplatz in Buer beobachtet, die keinen Mund-Nasen-Schutz trugen.

Gelsenkirchen.  Gelsenkirchener Frank Thesing wirft zwei hochrangigen Führungskräften der Polizei die Vernachlässigung ihrer Vorbildfunktion vor.

Seit Einführung der Maskenpflicht in den Fußgängerzonen Gelsenkirchens am 20. Oktober erfordert die Einhaltung der geltenden Corona-Schutzregeln noch mehr Disziplin von den Menschen. Deren Beachtung gelingt nicht immer. Abgesehen von Corona-Leugnern und Masken-Verweigerern, die bewusst die Regeln ignorieren, sind selbst Ordnungshüter nicht davor gefeit, geltende Vorschriften außer Acht zu lassen. Das zeigt dieser Fall.

Leser beobachtet ranghohe Polizeibeamte ohne Mund-Nasen-Schutz in Buer

WAZ-Leser Frank Thesing hat zwei ranghohe Polizeibeamte des Gelsenkirchener Präsidiums beobachtet, die beim Gang durch die Buersche Innenstadt keine Maske getragen haben. Mit Schreiben an die Polizeibehörde, diese Redaktion und Postings in sozialen Netzwerken wirft er die Frage auf, wo „die Vorbildfunktion der Polizei bleibt, die letztlich auch mit der Überwachung der geltenden Hygieneschutzregeln betraut ist?“

Thesings Beobachtung, der nach eigenen Angaben "zunächst beim Zoll und dann 35 Jahre bei der Polizei und seit 1992 in Gelsenkirchen gewesen ist", geht auf den vergangenen Freitag, 23.Oktober, zurück. Also drei Tage nach Einführung der Maskenpflicht in den Fußgängerzonen. Frank Thesing schreibt: „Mit Erstaunen musste ich am heutigen Tage,..., 13.05 Uhr, feststellen, dass sich die beiden ranghöchsten Beamten des PP Gelsenkirchen,..., gänzlich ohne eine Mund-Nasen-Bedeckung durch die Fußgängerzone am Goldbergplatz Buer bewegten, um in ein Café einzukehren und auf dem Rückweg zum Präsidium wiederum keine Maske zu tragen.“

Gelsenkirchener Polizei: Beamte haben nicht an die Regeln gedacht und bedauern dies

Namentlich nennt der Gelsenkirchener die Leitende Polizeidirektorin Heidi Fahrenholz und den Leiter der Direktion Zentrale Aufgaben, Roman Auf der Lake. Thesing ist sich sicher, dass die beiden Personen der Bevölkerung weitgehend unbekannt seien und betont in dem Schreiben, dass sie ihm aber sehr wohl bekannt sind. „Es wäre schön“, formuliert er den Wunsch, „wenn beide die Einhaltung der aktuellen Regeln für die Zukunft in ihre Mittagspause miteinbeziehen.“

Auf Nachfrage bestätigt Polizeisprecherin Katrin Schute den Vorfall. Demnach haben sich die Beamten in ihrer Mittagspause in einem Schnellrestaurant am Goldbergplatz etwas zu essen gekauft. „Vor Betreten des Schnellrestaurants haben sie - wie üblich - den vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz angelegt und nach Verlassen des Restaurants wieder abgenommen. An die aktuelle Regelung haben die beiden Beamten in diesem Moment leider nicht gedacht“, sagte Schute. Durch eine E-Mail seien die beiden Beamten auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht worden und bedauerten dieses.

Zudem hätte es die Polizei befürwortet, wenn Frank Thesing die beiden Beamten auf ihr Versäumnis angesprochen hätte. "Dann hätten die beiden Beamten direkt die Möglichkeit gehabt, ihr Verhalten zu korrigieren“, sagte Polizeisprecherin Katrin Schute.

Gelsenkirchener Fran Thesing wollte angeblich "kein Fass aufmachen"

Als Grund für sein Nichteinschreiten nannte Thesing, dass er zwar "erzürnt über das Fehlverhalten der Beamten gewesen ist", als er beobachtet habe, wie das Duo für 20 Minuten ins Café Brinker eingekehrt sei. Trotzdem habe er "kein Fass aufmachen wollen", als die Führungskräfte danach an der Volksbank vorbei zurück in Richtung Präsidium gegangen seien. Er habe an einem Kiosk am Goldbergplatz die ganze Szene beobachtet, der Kiosbesitzer sei ebenso Zeuge gewesen des Vorfalls. Verfolgt haben will Thesing die Beamten nicht, berichtet aber ungefragt davon, dass er als ehemaliger Polizeibeamter "nicht ganz freiwillig im Ruhestand" ist.

Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus in Gelsenkirchen in unserem Newsblog

Lesen Sie mehr Geschichten aus Gelsenkirchen

Oder folgen Sie der WAZ Gelsenkirchen auf Facebook

Leserkommentare (9) Kommentar schreiben