Schule

Lehrerlaptops in Gelsenkirchen kommen schneller als gedacht

Referatsleiter Klaus Rostek und Bildungsdezernentin Anne Heselhaus zu Besuch beim eigens aufgestockten Technikteam, das täglich rund 150 Lehrerlaptops ans Netz bringt.

Referatsleiter Klaus Rostek und Bildungsdezernentin Anne Heselhaus zu Besuch beim eigens aufgestockten Technikteam, das täglich rund 150 Lehrerlaptops ans Netz bringt.

Foto: Thomas Sowa

Gelsenkirchen.  Bei den Lehrerlaptops geht es schneller voran als gedacht in Gelsenkirchen. Für Schüler-IPads fehlen noch Ladestationen. Technikteam aufgestockt.

Die gute Nachricht ist: Es geht schneller als gedacht mit dem Einrichten der Lehrerlaptops für den Digitalunterricht. 3232 Geräte sind gekommen , einige mehr als Lehrkräfte und Sozialpädagogen an Schulen im Einsatz sind, um Ersatz bei Bedarf vor Ort zu haben.

1279, mehr als zwei Drittel aller Laptops, sind – Stand Freitag, 20. November – bereits installiert und theoretisch einsetzbar. 48 Geräte gleichzeitig kann das aufgestockte IT-Team mit Kollegen der Gelsenkirchener Kommunalen Datenzentrale (GKD) ins System bringen, zweieinhalb bis drei Stunden dauert es jeweils, bis alles nutzbar ist, was gebraucht wird. Dank vieler Unterstützer inklusive Technikbotschaftern des Generationennetzwerkes werden täglich 150 statt der gedachten 70 Geräte fertig.

Nutzungsvereinbarung noch nicht unterschriftsreif

Verteilt werden können die Laptops dennoch noch nicht, weil die für den Einsatz notwendige Nutzungsvereinbarung noch nicht in trockenen Tüchern ist. Sie bietet den rechtlichen Rahmen für die Nutzung der Geräte inklusive sensibler persönlicher Daten.

Die Rechner gehen ins städtische Netz, personenbezogene Daten sind damit zugängig. Und weil man das zehnseitige Regelwerk nicht 3200 Mal ausdrucken will aus ökonomischen und ökologischen Gründen, soll auch die Unterschrift digital erfolgen. Was ebenfalls erst organisiert werden muss.

Sobald die Laptops jedoch verteilt sind, sollen auch Schulungen starten, versprechen Bildungsreferatsleiter Klaus Rostek und Anne Heselhaus, die neue Bildungsdezernentin. Das Medienkompetenzzentrum im Bildungszentrum wurde dafür auf dem neuesten Stand gebracht, die ersten Einführungen für Mulitplikatoren sind schon gelaufen.

Für 700.000 Euro Zusatzgeräte ohne Landesförderungen gekauft

10 Gründe, den Gelsenkirchen-Newsletter gratis zu abonnieren Die IPads für die Schüler ans Netz zu bringen dürfte hingegen kein großer Aufwand sein, kündigt IT- Schule-Teamleiter Thomas Sowa an. Sie werden im WLAN der Schulen automatisch, mit Steuerung aus dem Hintergrund, ins System gebracht. Hier fehlen allerdings noch die Schutzhüllen, ohne die sie nicht ausgeliefert werden können, und Ladestationen.

„Trotzdem: Soweit wie wir sind die anderen Kommunen noch lange nicht. Wir haben früh die Geräte bestellt und für die Schüler-IPads nicht nur die zehn Prozent Eigenanteil gezahlt, sondern für 700.000 Euro aus eigener Kasse zusätzlich Geräte angeschafft. Weil die Nachfrage deutlich größer war, als die Landesförderung ermöglicht hätte“, erläutert Rostek.

18.000 IPads haben Gelsenkirchener Schulen als notwendig gemeldet, dafür aber reichten die Fördergelder bei Weitem nicht. 12.406 IPads sind nun angeschafft, davon für 700.000 Euro Geräte ohne Landeszuschuss. Allerdings hofft man, über den Digitalpakt noch weitere Exemplare anschaffen zu können. Die Beantragungsfrist für die Mittel läuft zwar 2021 aus, man hofft jedoch auch Verlängerung.

Dezernentin hofft auf erste Übungsmöglichkeiten im Präsenzunterricht

Anne Heselhaus bekennt angesichts möglicherweise drohender Teilschulschließungen: „Wir hoffen, dass wir die Laptops und die Schüler-IPads zunächst im Präsenzunterricht einsetzen können, damit die Einsatz-Möglichkeiten auch wirklich gut ausgeschöpft werden können. Und die Schüler müssen auch in der Schule das selbstregulative Lernen üben können. Auch deshalb möchten wir die Schulen so lange wie möglich offen halten. Aber es ist ein Spagat zwischen Bildungsgerechtigkeit und Gesundheitsfürsorge .“

Die Schüler-IPads haben keine Vorrichtung für SIM-Karten, das hätte die Geräte deutlich teurer gemacht. Wer also daheim nicht über WLAN verfügt, kann nicht ins Internet. „Wir wissen, dass es das in Einzelfällen gibt und wir haben das auch auf dem Schirm. Wir überlegen, ob und wie wir im Fall von Homeschooling diesen Schülern helfen können“, versichert Klaus Rostek.

Einen Termin, wann alle Schüler, die es brauchen, wirklich ihre Endgeräte zur Verfügung haben, mag man nicht nennen. Wenn die längst bestellten Hüllen und Ladestationen eintreffen, könne es schnell gehen.

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