Ermittlungserfolg

Krawalle bei Revierderby - Polizei ermittelt 69 Randalierer

Gewaltbereite Anhänger von Borussia Dortmund hatten sich beim letzten Revierderby vermummt.

Gewaltbereite Anhänger von Borussia Dortmund hatten sich beim letzten Revierderby vermummt.

Foto: Getty

Gelsenkirchen/Dortmund.   Nach den schweren Krawallen beim letzten Revierderby in der Veltins Arena im vergangenen Oktober hat die Polizei inzwischen 69 mutmaßliche Randalierer identifiziert, 55 gehören dem Umfeld von Borussia Dortmund an, 14 sind Schalker Anhänger. S04 könnte nun versuchen, ein bundesweites Stadionverbot durchzusetzen.

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Nach den massiven Ausschreitungen beim letzten Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund am 26. Oktober in der Veltins Arena meldet die Polizei einen Ermittlungserfolg. Die eigens eingerichtete 10-köpfige Kommission „GE 1530“ unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Berthold Kunkel hat mittlerweile insgesamt 69 mutmaßliche Straftäter identifiziert. 55 von ihnen sollen Anhänger von Borussia Dortmund sein. Die Polizei will sie trotz ihrer Vermummung einwandfrei erkannt haben. Szene- und fachkundige Beamte der Polizeipräsidien Dortmund und Gelsenkirchen hätten bei den Ermittlungen eng kooperiert.

Außerdem konnte die Polizei 14 Schalker „Fans“, die nach Angaben der Polizei „in aggressiver Art und Weise die Absperrungen zum Gästeblock zu durchbrechen versuchten“, identifizieren.

Strafverfahren und Ordnungswidrigkeitenanzeigen

Gegen die Randalierer wurden Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, Verstoßes gegen das Versammlungs- und Sprengstoffgesetz sowie Sachbeschädigung eingeleitet. Die Strafverfahren wurden zum größten Teil abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft Essen weitergeleitet. Außerdem erhalten zwei Schalker eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Mitführens von Vermummungsmaterial.

Die tatverdächtigen Dortmunder Ultras kommen nach Angaben der Polizei aus ganz Deutschland. Die 14 ermittelten Schalker haben alle ihren Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen. Die Personalien aller Tatverdächtigen wurden in Absprache mit der Staatsanwaltschaft dem FC Schalke 04 gemeldet. Der Verein könnte nun versuchen, ein bundesweites Stadionverbot gegen sie durchzusetzen.

514 Dortmunder Ultras am Bahnhof Essen-West

Ungemach droht auch den insgesamt 514 Dortmunder Ultras, unter denen sich auch die 55 identifizierten Tatverdächtigen befinden, die sich am Morgen vor dem Derby „konspirativ“ am Bahnhof Essen-West getroffen hatten, um ohne Polizeibegleitung zur Veltins Arena zu kommen. Ihre Personalien sind dem Verein auf Anfrage mitgeteilt worden.

Die Ermittlungen nach den Krawallen dauern weiter an. Insgesamt wurden bereits knapp 100 Ermittlungsverfahren durch die Kommission bearbeitet. Außerdem wurden fünf richterlich angeordnete Durchsuchungsbeschlüsse in verschiedenen Bundesländern vollstreckt. Dabei wurde bei einem Tatverdächtigen der Dortmunder Ultras ein größerer Posten nicht zugelassener Pyrotechnik, die üblicherweise von Ultra-Gruppierungen im Stadion benutzt wird, sichergestellt. Gegen ihn wurde nun ein weiteres Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.

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