Gesundheit

Krankenhaus-Ehe zwischen EvK und MLK wird geschieden

Das Martin-Luther-Krankenhaus an der Voedestraße in Wattenscheid gehört nicht mehr zu den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen. Für das MLK hat sich ein neuer Träger gefunden – nämlich das Katholische Klinikum Bochum.

Das Martin-Luther-Krankenhaus an der Voedestraße in Wattenscheid gehört nicht mehr zu den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen. Für das MLK hat sich ein neuer Träger gefunden – nämlich das Katholische Klinikum Bochum.

Foto: Hans Blossey

Gelsenkirchen/Wattenscheid.   Die Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen und das Martin-Luther-Krankenhaus gehen wieder getrennte Wege. Das MLK hat einen neuen Träger.

Es war eher eine Zweckehe als eine Liebesheirat, die die Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen (EvK) und das Wattenscheider Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) im März 2016 zusammenbrachte. Nun wird das Bündnis wieder geschieden – und das Martin-Luther-Krankenhaus bekommt einen katholischen Träger: Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) übernimmt das traditionsreiche Krankenhaus in Wattenscheid mit 579 Mitarbeitern und 269 Betten. Die verantwortlichen Gremien beider Seiten (Aufsichts- und Verwaltungsräte, Gesellschafterversammlungen) haben den Übergang einstimmig gebilligt.

Dr. Wilhelm Beermann, Aufsichtsratsvorsitzender des KKB erklärte: „Es ist uns gelungen, für die Bürgerinnen und Bürger in Bochum und Wattenscheid ein attraktives ambulantes und stationäres Angebot zu sichern.“ Bisherige Träger waren die Diakoniewerksverbund GmbH und das Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e.V.

Intensive und konstruktive Gespräche

„Nach intensiven und konstruktiven Gesprächen sind wir sehr zufrieden, mit dem Katholischen Klinikum Bochum einen starken konfessionellen Träger gefunden zu haben“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende des Diakoniewerkverbundes, Superintendent Heiner Montanus, zum anstehenden Wechsel.

Der Geschäftsführer und Kaufmännische Vorstand Olaf Walter ergänzt: „Uns war es wichtig, dass die Versorgung der Patienten in Wattenscheid durch einen regionalen Versorger langfristig gewährleistet bleibt.“ Die Evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen verbleiben weiterhin in Trägerschaft der Diakonie. Doch woran scheiterte die „Vernunftehe“? Waren sich die beiden Krankenhäuser mit ihren Abteilungen zu ähnlich? „Im Gegenteil – wir hatten erwartet, dass gerade Kliniken gleicher Ausrichtungen die Synergien in Bezug auf medizinische Kompetenz heben würden. Als positives Beispiel wäre zum Beispiel die Kooperation in der Unfallchirurgie mit Dr. Hermann-Josef Liesenklas zu nennen, der als MLK-Chefarzt auch in unserem Hause tätig war. Im Gegenzug waren auch EVK-Ärzte und -Mitarbeitende im und für das Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid tätig“, betont Corinna Lee, die Sprecherin des Diakonischen Werkes und der Evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen. „Aber leider sind die Synergieeffekte nicht so umfänglich eingetroffen, dass die wirtschaftlich angespannte Situation des MLK hätte verbessert werden können“, erklärt sie weiter. Daher habe man sich zum Rückzug entschlossen.

Träger wurde seit fünf Monaten gesucht

Seit November 2018 suchte man nach einem konfessionellen Träger für das Martin-Luther-Krankenhaus. Dieser ist nun mit dem Katholischen Klinikum Bochum gefunden worden. Doch auch in Zukunft soll die Kooperation mit dem MLK in der Nachbarstadt – zumindest in einigen Bereichen – fortgeführt werden. „Bestehende Kooperationen (wie etwa beim Labor) bleiben zunächst erhalten. Letztendlich ist es von der Schwerpunktsetzung des neuen Trägers abhängig, ob Kooperationen ausgebaut oder weitere gewünscht werden“, heißt es von Seiten der EvK.

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