Fitnessgeräte

Kraftmaschinen und Fitnessprodukte aus Gelsenkirchen-Schalke

Passionierter Sportler und erfolgreicher Unternehmens-Chef: Simal Yilmaz (48), geschäftsführender Gesellschafter der Firma gym80 International GmbH.

Foto: Olaf Ziegler

Passionierter Sportler und erfolgreicher Unternehmens-Chef: Simal Yilmaz (48), geschäftsführender Gesellschafter der Firma gym80 International GmbH. Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Schalke.   „gym80“ aus Gelsenkirchen setzt erfolgreich auf „Made in Germany“. Der Umsatz steigt und die Produkte werden nicht nur in Deutschland geschätzt.

Den Pulsschlag aus Stahl hat Grönemeyer schon besungen – für Bochum und den Westen des Landes überhaupt. Nur einen Steinwurf entfernt von der legendären Schalker Meile, ist das wörtlich zu nehmen.

Hier wird gesägt, gefräst und mit Urkraft Stahl in Form gebogen, aber auch filigran und mit Laser-Technik aus einer Schar Komponenten ein gut funktionierendes Team geformt. Insofern gibt es eine Parallele zwischen den Königsblauen und den Fitness- und Kraftmaschinen von „gym80“: Leistung durch harte Arbeit.

Hobbyathlet auf der Suche nach besseren Geräten

Gegründet 1980 in Essen, ging es dem Hobbyathleten Walter Herden zunächst nur darum, bessere Geräte für den Eigengebrauch zu entwickeln als der damals überschaubar kleine Markt für kommerzielle Fitnessprodukte hergab.

Heute, nach so manchen Partnern, darunter Bodybuilder und Hollywood-Star Ralf Möller (Gladiator), steht das Unternehmen ganz anders dar. „Wir vertreiben über unsere Vertretungen mehr als 300 Produkte in 42 Ländern, darunter Russland, die USA und seit neustem auch in China“, sagt Simal Yilmaz. Der 48-Jährige ist seit kurzem geschäftsführender Gesellschafter. Umsatz 2017: 25 Millionen Euro. Tendenz steigend.

Zulieferer für viele Studioketten

„Welcome to Ruhrpott“ steht in großen Lettern auf dem Lastkran in der Werkshalle von „gym80“ an der Wiesmannstraße. 108 Mitarbeiter, viele von ihnen selbst Fitness-Fans oder Kraftsportler, fertigen hier in zwei Schichten an fünf Tagen die Woche 20.000 Geräte pro Jahr auf ebenso vielen Quadratmetern. 42 Köpfe zählt die Verwaltung mittlerweile – der Sprung zum mittelständischen Zulieferer für Studioketten und Studiobetreiber ist längst gelungen. Branchenriesen wie McFit oder Injoy vertrauen auf die Produkte aus Gelsenkirchen.

Das hat viel mit der Firmenphilosophie zu tun. Und mit Simal Yilmaz selber. Der frühere Personenschützer und Runningback der Dortmund Giants (damals 1. Bundesliga im American Football) fühlte sich dem Gütesiegel „Made in Germany“ schon als junger Techniker in den 90er-Jahren verpflichtet, später ab 2006 als verantwortlicher Produktionsleiter noch mehr. Selbst jahrelang an der Belastungsgrenze trainierend, hatten auch die Geräte gefälligst extrem robust zu sein. Zehn Jahre Garantie gibt „gym80“ auf die massiven Rahmen der Maschinen aus Vier-Millimeter-Stahl, „Fluch und Segen zugleich für einen Geschäftsführer“, wie Yilmaz mit einem Schmunzeln zugibt.

Werkseigene Polsterei und Lackiererei

Made in Germany bedeutet für die Gelsenkirchener auch, dass nahezu alles aus einer Hand kommt. So verfügt der Betrieb über eine werkseigene Polster- und Lackiererei, auch der Stahl kommt aus Deutschland. „Was unsere Kunden besonders schätzen, ist die Individualisierbarkeit unserer Geräte“, sagt Yilmaz stolz. „Theoretisch lässt sich jedes Teil einer Maschine in einer anderen Farbe lackieren. Wir können Dekor und Farbe individuell bestimmen und besticken. Auf besonderen Wunsch ändern wir sogar die Konstruktion.“

Sich davon überzeugen können sich derzeit die Besucher der Leitmesse „FIBO“ in Köln. Auf dem Messestand von „gym80“ setzen vergoldete Kraftmaschinen die Glanzlichter. Und in Sachen Promis dürften Gäste wie Fitness-Bloggerin Sophia Thiel und Henning Baum das ein oder andere Blitzlichtgewitter auslösen. Der Schauspieler, derzeit mit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ im Kino zu sehen, stammt selber aus dem Ruhrgebiet und ist ein enger Freund des Hauses. Eines der Geräte hat Baum sogar mit entwickelt. Da ist es beinahe schon logisch, dass die Kante aus dem Pott „vielleicht einmal Markenbotschafter“ wird, wie Simal Yilmaz seine weiteren Pläne preis gibt.

Mit dem asiatischen Markt behaupten

Dazu gehört auch, sich mit der jüngsten Expansion nach China im ebenso großen wie lukrativen asiatischen Markt zu behaupten. Deutsche Wertarbeit wird weltweit geschätzt, und so denkt Yilmaz bereits jetzt daran, in Fernost bald in Lizenz produzieren zu lassen. Noch werden zusammen mit einem Partner ausschließlich Produkte für den asiatischen Markt hergestellt. Angst vor Übernahme oder Raubkopierern?

Nö, sagt Yilmaz. Gegen Kopien könne man sich zwar nicht wehren, meist scheiterten Nachahmer aber an zu hohen Kosten und der Qualität. Auch Kauf-Angebote aus Fernost habe es schon einige gegeben. „Aber wir sind unverkäuflich, wir bleiben bewusst hier in Gelsenkirchen.“

Damit wären wir wieder bei Fluch und Segen – Klasse ersetzt eben auf lange Sicht Masse. Damit lässt es sich leben, sehr gut sogar.

>>>Gemeinsames Morgen-Training im Werk

  • Die Deutsche Fitnesswirtschaft hat nach einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement im Jahr 2017 rund 5,3 Milliarden Euro Umsatz erzielt – ein Plus von drei Prozent gegenüber 2016. 10,61 Millionen Bundesbürger trainieren in einzelnen Studios oder Ketten, ein Plus von 5,2 Prozent zum Vorjahr.

  • „Es steckt bei mir einfach viel Herzblut dahinter – ich denke das spürt man“, kommentiert der Geschäftsführer seine Motivation. Diese schlägt sich auf in der Breite des Sortimentes nieder: Funktionales Training, klassische Hanteln oder therapeutische Geräte mit medizinischem Gütesiegel.

  • Ein Großteil der „gym80“-Mitarbeiter trainiert gerne und regelmäßig an den eigenen Produkten. Mindestens zwei Mal die Woche wird um 7 Uhr morgens eine gemeinsame Trainingseinheit angeboten – im Gelsenkirchener Werk versteht sich.

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