Festival

Konzert-Session setzt Schlussakkord zum Klezmer-Workshop

Eine „Hulyanke-Session“ mit abwwechslungsreichem Programm setzte in Schloss Horst den Schlussakkord zum diesjährigen Klezmerwork. Foto:Frank Oppitz

Eine „Hulyanke-Session“ mit abwwechslungsreichem Programm setzte in Schloss Horst den Schlussakkord zum diesjährigen Klezmerwork. Foto:Frank Oppitz

Horst.   Der einwöchige Klezmer-Workshop in der Gelsenkirchener Synagoge klang mit einem mitreißenden Konzert im Schloss Horst aus.

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Eine liebliche Melodie hüllt am Sonntag die Glashalle auf Schloss Horst in einen träumerischen Zauber, das Abschlusskonzert des diesjährigen Workshops der „Klezmerwelten“ beginnt mit dem reizenden Trio aus Uma (Blockflöte), Salome (Violine) und Sophia (Klavier) - die elfjährigen Mädchen sind die jüngsten der 20 Teilnehmer.

Sieben Tage lang haben die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit renommierten internationalen Dozenten der Klezmer-Musik in der Synagoge an der Georg-straße geprobt, getanzt, gelacht und viel über jiddische Traditionen gelernt. Joshua Horowitz (USA -Akkordeon), Sveta Kundish (IL/D/UA - Gesang), Cesar Lerner (Argentinien - Akkordeon, Klavier, Perkussion), Marcelo Moguilevsky (Argentinien - Klarinette, Blockflöte), Cookie Segelstein (USA - Violine) und Deborah Strauss (USA - Violine, Gesang, Tanz) haben mit den eifrigen Schülerinnen und Schülern ihre Musik geteilt, ihnen tiefe Einblicke in die wunderbare Welt des Klezmers verschafft. „So unterschiedliche Altersgruppen und verschiedene musikalische Niveaus, und dennoch lief alles so harmonisch. Eine richtig große Familie“, erzählt Susanne ganz begeistert.

Jüdische Hochzeit als Thema

Die Hobby-Klarinettistin aus Wanne-Eickel spielt unter der Leitung von Segelstein mit den „Cookie-Clickers“ ein exzellentes Medley aus „Ariela Perl“, „T´khine fun fasi“ und einem „bulgar“. Die Jugendlichen der sechsköpfigen Gruppe haben schelmisch ihrer Lehrerin zu Ehren dem kleinen Ensemble den Namen des bekannten Videospiels gegeben. Eine jüdische Hochzeit wird unter der Leitung von Kundish und Strauss besungen, die Braut standesgemäß herzzerreißend beweint. Humoristisch die Einlage der „Klage an den Heiratsvermittler“, er hatte seine Sache nicht gut gemacht, „der Ehemann war zu nichts zu gebrauchen“.

Kompliment an alle Dozenten

Moguilevsky zeigt Seiten der klassischen Musik, seine Arbeitsgruppe präsentiert eine Bearbeitung von „Valse Nr. 2“ von Dimitrij Schostakowitsch. Mit allen Teilnehmern unternimmt er eine Studie zur Musiktheorie. Mit knappen Gesten und fünf frei gewählten Tönen einer Harmonie entstehen mysteriöse Klangwelten, bereichert durch Pfeif,- und Flüstergeräusche. Zur „Hora“ spielt Horowitz mit allen auf, bald klatscht und summt der Saal im Takt.

Großer Applaus für die Teilnehmer zu einem gelungenen mitreißenden Konzert, großes Kompliment an alle Dozenten, die jeden seinen Voraussetzungen gemäß in ein perfektes Licht gerückt haben. Mit den schwungvollen Schritten eines jüdischen Tanzes verlässt die lange Reihe der Akteure die Bühne und der Vorhang zum Workshop der diesjährigen Klezmerwelten fällt. „Wir hoffen, dieses Angebot auch 2019 wieder finanzieren zu können“, erklärt Hans-Joachim Siebel vom Kulturreferat der Stadt Gelsenkirchen.

Nächstes Klezmer-Konzert am kommenden Samstag

>> Zwei der Dozenten sind schon am Samstag, 4. November, ab 20 Uhr auf Schloss Horst wieder zu hören. Cookie Segelstein und Joshua Horowitz gastieren mit ihrem Ensemble „Veretski Pass“ gemeinsam mit dem Klarinettisten Joel Rubin.

>> Eintritt: 15 Euro VVK, 19 Euro AK; 1696159 und schloss.horst@gelsenkirchen.de

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