Kommunalwahl

Stichwahl in Gelsenkirchen - Je elf Sitze für AfD und Grüne

Kommunalwahl in NRW: CDU bleibt stärkste Kraft

Bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen ist die CDU laut ersten Prognosen erneut stärkste Kraft in den Rathäusern geworden, während die SPD deutliche Verluste hinnehmen musste.

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Gelsenkirchen.  Die Kommunalwahl 2020 in Gelsenkirchen: Karin Welge (SPD) muss in die Stichwahl mit Malte Stuckmann (CDU). Wahlbeteiligung auf Allzeit-Tief.

  • Alle aktuellen Infos zur Kommunalwahl in Gelsenkirchen sammeln wir an dieser Stelle. Hier finden Sie alle aktuellen Abstimmungsergebnisse in der Übersicht.
  • Karin Welge, Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD, muss in die Stichwahl mit Malte Stuckmann (CDU). Jörg Schneider (AfD) liegt vor Grünen-Kandidat David Fischer.
  • Die SPD bleibt die stärkste Fraktion im Stadtrat, aber verliert die absolute Mehrheit. Die Christdemokraten legen leicht, Grüne und AfD stark zu.
  • Die Wahlbeteiligung hat sich - trotz Rekordzahlen bei der Briefwahl - weiter verschlechtert. Nur 41,5 Prozent der 188.716 wahlberechtigten Gelsenkirchener gingen zur Wahl.
  • Das Wichtigste zur Kommunalwahl 2020 in Gelsenkirchen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Kommunalwahl 2020 in Gelsenkirchen: Unsere Berichterstattung am Wahltag

Update 23.00 Uhr: Baranowski zum Wahlausgang

Der scheidende Oberbürgermeister Frank Baranowski, der nach 16 Jahren Amtszeit nicht mehr zur Wahl antrat, kommentierte die geringe Wahlbeteiligung und das starke Abschneiden der AfD: „Das sind Zahlen, die niemanden zufriedenstellen können und alle demokratischen Kräfte in dieser Stadt alarmieren müssen – ebenso wie das Abschneiden von Populisten.“ Jetzt seien alle demokratischen Kräfte im Rat aufgefordert, den Versuchungen des Populismus entschieden entgegen zu treten und klare Kante dagegen zu setzen.

Update 22.30 Uhr: Künftige Sitzverteilung im Rat, Wahlbeteiligung doch geringer als 2014

Die Ergebnisse für den Stadtrat: Stärkste Partei wurde die SPD mit 35,1 Prozent vor der CDU mit 23,2 Prozent. Die übrigen Ergebnisse: Grüne: 12,2 Prozent, AfD: 12,9 Prozent, Linke: 3,5 Prozent, WIN: 3,6 Prozent, FDP: 4,0 Prozent, AUF: 1,2 Prozent. Tierschutz-Partei: 2,2 Prozent, Die Partei: 2,0 Prozent.

Damit gehören dem Rat der Stadt Gelsenkirchen in der nächsten Wahlperiode zehn Parteien an. Aufgrund einer großen Zahl von Überhang- und Ausgleichsmandaten wird der neue Stadtrat zudem deutlich größer werden als bisher: 88 Stadtverordnete werden ihm künftig angehören. Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung: SPD: 31 Sitze, CDU: 20, Grüne: 11, AfD: 11, Linke: 3, WIN: 3, FDP: 4, AUF: 1, Tierschutz-Partei: 2, Die Partei: 2 Sitze.

Die Wahlbeteiligung lag - trotz Rekordbeteiligung bei der Briefwahl - mit 41,5 Prozent unter dem Niveau der letzten Kommunalwahl 2014 (43,1 Prozent). (red)

Update 21.30 Uhr: Gemischte Gefühle bei der AfD

„Die Messlatte lag für uns höher“: Jörg Schneider, Oberbürgermeister-Kandidat der AfD, hat nach den Gelsenkirchener Ergebnissen der Bundestagswahl 2017 (17 Prozent) und Europawahl 2019 (16,4) mehr erwartet. Mit den Ergebnissen von 13 Prozent für den Stadtrat und 12 Prozent für den OB-Posten sei man „nicht ganz zufrieden", so Schneider, der den Wahlabend im Kreisverbandsbüro der AfD verbracht hat.

Jan Preuß, Spitzenkandidat der AfD für den Stadtrat, betont dagegen, die AfD sei „der größte Gewinner des Abends“. Man werde mit einer starken, elf- bis zwölfköpfigen Fraktion in den Rat einziehen und sich dort den anderen Parteien gegenüber aufgeschlossen zeigen. Im Vergleich zu 2014 hat die AfD ihr Ergebnis mehr als verdoppelt - damals lag sie bei 5 Prozent und erreichte knapp Fraktionsstärke im Rat. (gowe)

Update 21.15 Uhr: Alle Stimmen ausgezählt - Stichwahl zwischen Welge (SPD) und Stuckmann (CDU) ist sicher

Alle der rund 77.500 gültigen Stimmen für die OB-Wahl in Gelsenkirchen sind ausgezählt. SPD-Kandidatin Karin Welge muss mit 40,4 Prozent der Stimmen in zwei Wochen in die Stichwahl mit CDU-Kandidat Malte Stuckmann (25,1 Prozent). Auf Platz drei liegt AfD-Kandidat Jörg Schneider mit 12,1 Prozent, dahinter mit 9,3 Prozent Grünen-Kandidat David Fischer.

Die restlichen Stimmen verteilen sich auf Susanne Cichos (FDP; 4,3 Prozent), Ali-Riza Aykol (WIN, 3,6 Prozent), Martin Gatzemeier (Die Linke, 3,0 Prozent) und Claudia Kapuschinski (Die PARTEI, 2,2 Prozent). (gowe)

Update 20:15 Uhr: Jubel für Karin Welge

OB-Kandidatin Karin Welge betritt das Bürgerforum im Hans-Sachs-Haus mit Mund-Nasen-Schutz. Anhaltender Beifall von den Sozialdemokraten. (ste)

Update 20:10 Uhr: Freude und Ärger bei den Grünen

Gemischte Gefühle bei den Grünen. Peter Tertocha, Fraktionschef der Grünen, freut sich, dass die Grünen ihre Mandatszahl im Rat voraussichtlich verdoppeln können. Dass die Grünen aber sowohl bei der Rats- als auch bei der OB-Wahl bislang knapp hinter der AfD und deren OB-Kandidat Jörg Schneider liegen, sorgt auch für Unmut. „Wir haben uns aber nichts vorzuwerfen“, sagt Fischer. „Wir sind im Wahlkampf zum Teil über unsere Belastungsgrenze hinaus gegangen.“

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic wirft den anderen Parteien eine Mitschuld für das starke Abschneiden der AfD vor. Zu viele hätten die Argumentation übernommen, dass Zuwanderung ein Problem darstellt. Die Grünen hätten sich dagegen klarer als andere von der AfD abgegrenzt. (cala)

Update 19:50 Uhr: Karin Welge verfolgt Ergebnis in ihrem Büro

Bislang keine Reaktion von OB-Kandidatin Karin Welge (SPD): Die Kämmerin verfolgt das Ergebnis von ihrem Büro aus. Von Parteikollegen heißt es, sie habe den Tag mit der Familie verbracht, die Mutter sei aus dem Saarland angereist. (ste)

Update 19:25 Uhr: Erste Reaktionen der CDU auf abzusehende Stichwahl (Video)

Die CDU liegt zwar nicht vorn, der frühere CDU-Oberbürgermeister Oliver Wittke zeigt sich dennoch erfreut über das bisherige Abschneiden von SPD-Kandidatin Karin Welge: „Das ist das schlechteste Ergebnis, das ein SPD-Oberbürgermeister-Kandidat je in Gelsenkirchen hatte“, sagt er. Der noch amtierende Oberbürgermeister Frank Baranowski kam 2014 auf 67,4 Prozent der Stimmen, Welge kommt nun voraussichtlich auf etwa 40 Prozent. Wir gehen optimistisch in die Stichwahl“, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Heinberg. OB-Kandidat Malte Stuckmann: „Wir haben neun Monate fairen Wahlkampf gemacht. Ein Stück weit bin ich jetzt erleichtert.“

Die FDP hofft weiter auf einen Einzug in den Rat in Fraktionsstärke. Susanne Cichos gibt sich weiter kämpferisch: „Wenn ich alleine in den Rat einziehe, will ich trotzdem gute politische Arbeit für die Stadt leisten.“ Bislang liegt die FDP sowohl bei der Rats- als auch bei der OB-Wahl bei etwa 4 Prozent. (sira/matt)

Update 19:10 Uhr: Sozialdemokraten bislang vorn, Stichwahl zwischen Welge (SPD) und Stuckmann (CDU) wahrscheinlich

In Gelsenkirchen zeichnet sich eine Stichwahl bei der Oberbürgermeisterwahl ab. Nach Auszählung von einem Drittel der Stimmen liegt SPD-Kandidatin Karin Welge mit 39 Prozent vorn. Malte Stuckmann von der CDU befindet aktuell auf Platz zwei mit rund 22 Prozent der Stimmen. Jörg Schneider von der AfD konnte mit knapp 13 Prozent der Stimmen voraussichtlich mehr Wähler von sich überzeugen als Grünen-Kandidat David Fischer (9 Prozent). (gowe)

Update 18:40 Uhr: OB-Kandidat der Grünen sieht Außenseiter-Chancen, FDP enttäuscht

Laut ersten NRW-weiten Hochrechnungen zeichnet sich ein Wahlerfolg der Grünen ab. Landesweit kommen sie auf rund 19 Prozent der Stimmen. „Wir gehen von unserem besten Ergebnis in Gelsenkirchen aus“, sagt Peter Tertocha, Fraktionschef der Grünen in Gelsenkirchen. OB-Kandidat David Fischer rechnet sich Außenseiter-Chancen aus und hofft auf eine Stichwahl.

OB-Kandidatin Susanne Cichos (FDP) zeigt sich enttäuscht, als um kurz nach 18 Uhr die ersten, landesweiten Prognosen bekannt werden. „Nur 4,5 Prozent“, sagt sie kopfschüttelnd. Die Spitzen der Gelsenkirchener FDP haben sich im Domgold in Buer versammelt. Cichos gibt sich wenig zuversichtlich. „Ich habe kein gutes Gefühl“ sagt sie.

Bei den Kommunalwahlen in NRW kommt die CDU laut ersten Prognosen auf etwa 36 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die SPD muss Verluste hinnehmen und wird mit r und 23,5 Prozent der Stimmen voraussichtlich zweitstärkste Kraft im Land. Die AfD kommt aus 6 Prozent, die Linke auf 4 Prozent. (cala/matt)

Update 18:00 Uhr: Wahlbeteiligung bei knapp 41,5 Prozent

Wie die Stadt mitteilt, lag die Wahlbeteiligung in Gelsenkirchen um 17.30 Uhr bei 41,53 Prozent. Damit ist die Wahlbeteiligung aktuell etwas geringer als zum selben Zeitpunkt bei der Kommunal-/Europawahl 2014. Damals lag sie kurz vor Schließung der Wahllokale bei 42,66 Prozent.

Update 17:20 Uhr: Vorbereitungen im Hans-Sachs-Haus, Briefwahl trotz Quarantäne kurzfristig möglich

Im Hans-Sachs-Haus laufen seit 16.30 die Vorbereitungen für die Wahlpartys auf Hochtouren. Hier verfolgen heute vier Parteien die Auszählungen. Die SPD trifft sich im Forum; CDU, Linkspartei und WIN in verschiedenen Sitzungsräumen in der vierten Etage. Die CDU verbringt den Wahlabend in den Räumen Newcastly upon Tyne und Zenica, die Linke im Raum Allenstein und WIN im Raum Büyükçekmece.

Wie die Wahlamtsleitung vor Ort mitteilte, konnten fünf Wähler, die wegen des Kontakts zu einem Corona-Infizierten seit Kurzem in Quarantäne verbleiben mussten, doch noch per Briefwahl ihre Stimme abgeben. Es sei möglich gewesen, ihnen noch am Sonntag über Bekannte die Briefunterlagen zukommen zu lassen.

Besonders lange Schlangen und Wartezeiten hat es laut Wahlamt in Ückendorf im Wahllokal Dörmannsweg und in Horst im Jugendzentrum Puk gegeben. (sira)

Update 15.00 Uhr: Wahlbeteiligung bei knapp 33,75 Prozent

Die Wahlbeteiligung in Gelsenkirchen lag nach Angaben der Stadt um 14.30 Uhr bei 33,75 Prozent und ist damit fast deckungsgleich mit der Kommunal-/Europawahl 2014 (33,68 Prozent). Das Wahlamt betont: Wenn die Wahllokale um 18 Uhr schließen, dürfen auch diejenigen, die in den Warteschlangen warten, noch wählen - vorausgesetzt die Wählerinnen und Wähler waren bis 18 Uhr vor Ort. (gowe)

Update 14:00 Uhr: Lange Schlangen, disziplinierte Wähler: Eindrücke aus einem Wahllokal in Buer

Lange Warteschlangen bilden sich phasenweise vor einigen Wahllokalen, etwa vor der Pfefferackerschule in Gelsenkirchen-Buer: Weil das Bruder-Jordan-Haus wie alle übrigen Seniorenheime für die Stimmabgabe aus Infektionsschutz-Gründen nicht in Frage kommt, wurden hier zwei Stimmbezirke zusammengelegt - wie an 19 weiteren Standorten im Stadtgebiet.

Die Wähler an der Pfefferackerstraße sind diszipliniert: Alle halten von allein genügend Abstand zueinander ein, alle tragen an diesem späten Vormittag einen Mund-Nasen-Schutz, schon vor Betreten des Gebäudes. Im gut durchlüfteten Wahlraum des Stimmbezirks 2007 fordern die Wahlhelfer die Bürger dann freundlich auf, das bereitstehende Desinfektionsmittel zu benutzen. Die meisten haben einen eigenen Kugelschreiber dabei. Wer ihn vergessen hat, kann sich einen ausleihen; dieser wird desinfiziert und erneut ausgegeben.

Bis die Bueraner sich aber hinter dem Sichtschutz durch die vier bzw. - mit Integrationsrat - fünf farbigen Wahlzettel gekämpft haben, dauert es seine Zeit. Aber Warten scheinen alle in der Pandemie trainiert zu haben. Raus ins Freie geht’s schließlich durch eine weit geöffnete Hintertür, um Gegenverkehr zu vermeiden. Und so diszipliniert die Wähler im Innern auch waren: Hier draußen reißen sie sich die Masken schnell vom Gesicht. (cala)

Update, 12:20: Wahlbeteiligung bisher bei rund 22,5 Prozent

Wie die Stadt mitteilt, wurde in Gelsenkirchen um 11 Uhr eine Wahlbeteiligung von rund 22,53 Prozent festgestellt. Das sind knapp drei Prozentpunkte mehr als bei der Kommunal-/Europawahl 2014 (19,77 Prozent). Der Anteil der Briefwahl liegt 2020 bei 16,43 Prozent. 2014 waren es 13,36 Prozent. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation musste auf die Nutzung von Senioren- und Pflegeheimen als Wahlraum verzichtet werden. Daher wurden einige Wahlräume im Vergleich zu vergangenen Wahlen „verlegt“. (gowe)

Update 10:30: Protestaktion gegen AfD am Wochenende

Die AfD erhielt mit 5 Prozent der Stimmen bei der letzten Kommunalwahl 2014 nur drei Sitze im Stadtrat, bei der Europawahl 2019 wurde sie aber mit 16,4 Prozent drittstärkste Partei in Gelsenkirchen - noch vor den Grünen und knapp hinter der CDU. Wie stark die AfD bei der diesjährigen Kommunalwahl wird, ist eine der großen Fragen.

Dass auf die Gelsenkirchener Politik unruhigere Zeiten zukommen, hat sich am Sonntag beim Vor-Ort-Wahlkampf in Gelsenkirchen-Buer gezeigt. Demonstranten haben dort am Sonntag offenbar an einem Infostand mit Kreide „Nazi“ vor die Füße der AfD-Sympathisanten geschrieben. Die Polizei bestätigte, die Infoveranstaltung der AfD sei von etwa fünf Personen gestört worden. (gowe)

Update, 8.05 Uhr: Die aktuellen Ergebnisse aus Gelsenkirchen finden Sie am Wahlabend auch an dieser Stelle. (red)

Update, 8.00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet. Bis 18 Uhr sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, einen neuen Stadtrat zu wählen. Außerdem wird der Oberbürgermeister in Gelsenkirchen neu gewählt. Ebenfalls ein neues Gesicht bekommen die fünf Bezirksvertretungen Gelsenkirchen-Mitte, Gelsenkirchen-Nord, Gelsenkirchen-Ost, Gelsenkirchen-West, Gelsenkirchen-Süd. Auch eine Premiere gibt es bei den Wahlen in diesem Jahr. Erstmals wird das Ruhrparlament in Direktwahl gewählt. Menschen mit Migrationshintergrund wählen zudem den Integrationsrat. (red)

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