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Klage über gefällte Bäume hinter der Schalker Meile

Gabriele Brosker hat jetzt freien Blick auf dei Glückauf-Kampfbahn und den ungepflegten Tennisplatz. Die Vögel sind verschwunden.

Foto: Martin Möller

Gabriele Brosker hat jetzt freien Blick auf dei Glückauf-Kampfbahn und den ungepflegten Tennisplatz. Die Vögel sind verschwunden. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Gabriele Brosker beklagt sich über Baumfällungen im Hinterland der Schalker Meile, die nach ihrer Beobachtung auch die Vögel vertrieben haben.

„Ich bin keine radikale grüne Aktivistin für irgendeine Sache. Aber wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich an die Bäume gekettet.“ Gabriele Brosker kann es immer noch nicht fassen. Aus ihrem Wohnzimmerfenster guckt sie jetzt auf eine ungepflegte kahle Fläche, anstatt auf fünf riesig hohe Bäume. „ An der Schalker Meile legen sie unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit Rasen gegen den Feinstaub aus und hinten machen sie die größten Bäume platt. Ich gebe zu, mir sind die Tränen geflossen“, sagt die Gelsenkirchenerin.

Die A42 hört man jetzt auch noch lauter

Vor zwei Wochen rückten Bagger und Hebekräne an und „machten die Bäume platt“, auf die das Ehepaar seit zehn Jahren guckt. „Wenn das damals so ausgesehen hätte, wären wir mit Sicherheit nicht hier hingezogen.“ Jetzt geht der Blick auf die Glückauf-Kampfbahn und absolut ungepflegte und ungenutzte Tennisplätze. „Dahinter führt die A 42 her, die man jetzt noch deutlicher hört.“

Was Gabriele Brosker außer der schäbigen Aussicht, die sie jetzt hat, so ärgert, ist auch die „Rücksichtslosigkeit gegenüber den Tieren, die sich dort in den vielen Jahren angesiedelt hatten. „Hier gab es viele Insekten, Igel, Kaninchen, Meisen, Spechte, Stieglitze und sogar Eichelhäher. Ich mache regelmäßig bei der Vogelzählung mit. Und diese Ecke hier ist mit Grün und Natur ja wirklich nicht gesegnet.“

„Ein Fleckchen Natur gegen Feinstaub weggeholzt“

Unweit der feinstaubbelasteten Kurt-Schumacher-Straße sei ein kleines Fleckchen intakter Natur bemüht gewesen, Feinstaub in den Griff zu bekommen. „Aber da macht Rasen an den Schienen mehr Sinn und den Rest können wir wegholzen. Lieben Dank an die Verantwortlichen.“

Bei den gefällten Bäumen, so Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne, handele es sich um einen Teil des Rahmengrüns der Tennisanlage. „Ursächlich für die kürzlich erfolgten Arbeiten auf dem Gelände war, dass ein angrenzender Gewerbebetrieb sich an die Stadt gewandt und darauf hingewiesen hat, dass durch die immer weiter über die Grundstücksgrenze hinauswachsenden Bäume die Sicherheit und ausreichender Abstand nicht mehr gegeben sei.“

Schäden an der Mauer eines Gewerbebetriebes

Konkret habe die Gefahr bestanden, dass eine Schornsteinanlage des Gewerbebetriebs einwachse. Auch habe der Betrieb darauf hingewiesen, dass durch das Wurzelwerk Schäden an der Grundstücksmauer hervorgerufen worden seien. Aus diesen Gründen hätten die Bäume nicht erhalten werden können und seien durch ein beauftragtes Fachunternehmen gefällt worden, erklärt Heyne.

„Im Rahmen dieser Arbeiten sind auch einige jüngere Bäume, die in den vergangenen Jahren im Umfeld der Tennisanlage gepflanzt wurden, freigeschnitten worden, um so für bessere Wachstumsbedingungen zu sorgen. „Zuletzt wurden in dem Bereich im letzten Winter zusätzliche Gehölze gepflanzt.“ Bei Gelsensport bestünden momentan keine Planungen für die weitere Nutzung des Geländes, teilt Gelsendienste mit.

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