Konzert

Kirchenkonzert klingt mit Kuckucksuhrenorgelklang aus

Videobilder ergänzten den Hörgenuss beim Orgelkonzert in der Altstadtkirche mit Andreas Fröhling.

Foto: Oliver Mengedoht

Videobilder ergänzten den Hörgenuss beim Orgelkonzert in der Altstadtkirche mit Andreas Fröhling. Foto: Oliver Mengedoht

Altstadt.   Im Rahmen des Orgelkonzerts Ruhr lud Organist Andreas Fröhling in die Altstadtkirche. Mit hochanspruchsvollen, aber auch humorigen Tönen.

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Ein anspruchsvolles Orgelkonzert in der Altstadtkirche genoss am Sonntag das Publikum mit allen Sinnen. Denn dank der Videoübertragung auf Großleinwand blickten die Musikfreunde Kirchenmusikdirektor (KMD) Andreas Fröhling auf Hände und Füße.

Das Event im Rahmen des „Orgel Festival Ruhr 2017“ war zwar nicht ausverkauft, aber sehr gut besucht. Bemerkenswert angesichts zeitgleich stattfindender Großveranstaltungen, darunter direkt vor der Tür das kulinarische „Streetfood Festival“. Fröhling, Kreiskantor im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, machte keine Kompromisse: Seine Werkauswahl war gewichtig, die Darbietung verlangte volle Konzentration. Lied und Choral waren das Leitmotiv, der Glaube an Gott wurde in allen Stücken dargestellt.

Spezialisiert auf romantische Orgelkomponisten

Andreas Fröhling interpretierte diverse Werke von Nicolas de Grigny. Von György Ligeti erklang die Etüde Nr. 1 „Harmonies“, und von Charles Ives (1874-1954) der Chorale aus „From the Salvation Army“ in der Transkription von Klaas Hoek. Die Einleitung zur Legende der heiligen Elisabeth von Franz Liszt berührte ebenso wie das Ascensione Domine aus „L’Orgue Mystique“ von Charles Tournemire. KMD Fröhling hat sich als Konzertorganist gerade auf Tournemire und die großen romantischen Orgelkomponisten spezialisiert und sich einen Namen gemacht. „Wir glauben all an einen Gott“ von Johann Sebastian Bach passte in diese erlesene Programmauswahl wie das Sahnehäubchen.

Ein heiterer Zwischenruf setzte ein wunderbares Zeichen: Die Kuckucksuhrenorgel des Klangkünstlers Erwin Stache kam auch zum Einsatz und versetzte die Besucher in heitere Stimmung. Dass sich eines der Türchen nicht öffnete – ein technischer Defekt – weckte erst recht die Lachlust. Andreas Fröhling, dem herzlich applaudiert wurde, zeigte bei der erbetenen Zugabe Größe: Er ließ erneut die Kuckucksuhrenorgel ihr ulkiges Werk verrichten. „Bald zieht sie weiter. Die Kuckucksuhrenorgel wird auch in Mülheim erklingen.“

Wahlkonzert zur Bundestagswahl

Das „Orgel Festival Ruhr 2017“ wird in Gelsenkirchen, Duisburg, Essen, Mülheim, Bochum und Dortmund mit besonderen Konzerten gefeiert. Alle beteiligten Ruhrkantoren werden am Wahlsonntag gemeinsam ein „Wahlkonzert“ geben; am 24. September in der Kreuzkirche in Essen ab 15.30 Uhr. Jeder stellt je zwei Orgelwerke zur Wahl. Das Publikum entscheidet, was es hören möchte. Es gibt richtige Wahlhelfer, die Verkündigung des Wahlergebnisses und um 16.30 Uhr erklingt dann das Orgelkonzert nach Wahl. „Zu den ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl können Sie zu Hause sein. . .“, heißt es in der Einladung.

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