Kita

Kinder erobern altes Zechengelände

Kita-Kinder und Erzieherinnen singen bei der Einweihung der Kindertagesstätte an der Johannes-Rau-Allee in Gelsenkirchen ein gemeinsames Lied.

Kita-Kinder und Erzieherinnen singen bei der Einweihung der Kindertagesstätte an der Johannes-Rau-Allee in Gelsenkirchen ein gemeinsames Lied.

Foto: FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Städtische Kindertagesstätte auf dem ehemaligem Gelände von Graf Bismarck an der Johannes-Rau-Allee in Gelsenkirchen eingeweiht. OB Baranowski sieht den Ort als Beispiel für den Strukturwandel.

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Achtung Bodenverkehr, Kinder erobern ihre Kita! Einige Knirpse krabbeln über den blitzblanken Boden, anderen ist der Rummel nicht geheuer. Sie favorisieren einen vertrauten Platz in Mamas oder Papas Arm. Eigentlich spielen sie täglich die Hauptrolle in der Kita an der Johannes-Rau-Allee. Doch heute ist Einweihung der städtischen Tageseinrichtung auf dem ehemaligen Gelände von Graf Bismarck. Da drängeln sich auch die Erwachsenen nach vorn und wollen mitfeiern.

In Blau, Gelb, Grün und Rot sind die Gruppenbereiche aufgeteilt, in denen 75 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Schulbeginn betreut werden. 53 sind über drei, 22 jünger. Die gebastelte Sonne an der Wand verspricht ein wärmendes Klima, das die Kinder täglich begleiten soll. Und der bunte Schmetterling nebenan lässt für die Kinder Frühling und Sommer niemals enden.

Architektonisch ansprechende Kita

Das Raumkonzept kommt der Bewegungsförderung, auf die das Kita-Team um Kerstin Hubrich besonderen Wert gelegt hat, entgegen. Eine Turnhalle als Bewegungs- und Funktionsraum macht Betreuer und Kinder von Wettereinflüssen unabhängig. Draußen ist zum Toben im Sand reichlich Platz. Abwechslung bietet den Kindern die Rutschpartie auf der Lok oder das Schwingen der Wasserpumpe.

Wie es sich für Besucher gehört, packen die Gäste auch Geschenke aus. Oberbürgermeister Frank Baranowski macht eine Überraschungskiste auf, in der viele spannende Buchabenteuer versteckt sind. Spielsachen, Bausteine, ein Boot laden zu weiteren Fantasiespielen ein. Clown August hat sich unter die Gäste gemischt und formt aus Luftballons die verrücktesten Gestalten. Stolz präsentiert ein Kind sein riesiges Krokodil, das im Nu unter den Händen des Meisters entstanden ist. Stolz sind auch Eltern, dass sie ihren Nachwuchs in eine vorbildlich ausgerüstete und architektonisch ansprechend gestaltete Kita bringen können, stolz sind Geldgeber, Architekten und der Hausherr.

Gebäude in neun Monaten errichtet

3,1 Millionen Euro hat die Stadt investiert, 400.000 Euro das Land. „Gut investiertes Geld“, weiß Frank Baranowski, „mit dem wir unserem Bildungsanspruch gerecht werden, Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen und Integration zu fördern.“ Die Versorgungsquote in Bismarck für Kinder ab drei Jahren liege bei 100 und für Kinder unter 3 Jahren bei 33 Prozent. Er sieht das Gelände, auf dem die Kita steht, als gelungenes Beispiel für den Strukturwandel. Es begegneten sich alt und neu. Wo sich ursprünglich die Kokerei, die Kohlenreserve und ein Industriehafen befunden hätten, entstehe nun ein neues Stadtquartier.

In neun Monaten hat der Bauherr, die GGW, die Gelsenkirchener gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft, das Gebäude errichtet. An gesamter Nutzfläche stehen auf dem 2935 qm großen Grundstück 1067 qm zur Verfügung. Pächter ist die Stadt.

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