Benefiz-Fußballturnier

Kicken für mehr Toleranz

Andreas Stiene (Organisator, 5.v.l.) und Ingo Anderbrügge (Schalke-Repräsentant, 2.v.r.) kündigen in der Glückauf Kampfbahn zusammen mit weiteren Beteiligten den Come-Togther-Cup auf Schalke an.

Andreas Stiene (Organisator, 5.v.l.) und Ingo Anderbrügge (Schalke-Repräsentant, 2.v.r.) kündigen in der Glückauf Kampfbahn zusammen mit weiteren Beteiligten den Come-Togther-Cup auf Schalke an.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.  „Come-Together-Cup“ am 2. September in der Glückauf-Kampfbahn. Das Fußballturnier will verbinden. Was dahinter steckt.

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„Hömma, wennze kicken kanns, bisse getz anne richtige Adresse. Fussek ganz wie früher. Wechpöhlen und feddich.“ Mit diesen markigen Worten im schönsten Ruhrpott-Sprech wird die Premiere des „Come-Together-Cups“ (CTC) in der ehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn am 2. September beworben – ein Benefiz-Fußballturnier.

Die Idee

Gelsenkirchens Bürger sind ebenso fußballverrückt wie multikulturell. Dem Beispiel Kölns folgend, dem Ursprung des Hobbykicker-Wettkampfes mit rund 250 000 Besuchern seit 1995, soll hier ein ebenso sichtbares Zeichen für Toleranz und friedliches Miteinander gesetzt und dafür geworben werden. Und zwar, in dem sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarben, sexueller Orientierungen, Glaubensrichtungen und mit Handicaps – auf und neben dem Fußballplatz treffen. „Denn Sport, und gerade der Fußball, hat eine enorme integrative Kraft“, wie Initiator und Agenturchef Andreas Stiene betont.

Der Wettkampf

Teams aus allen Bereichen und Schichten der Gesellschaft treten bei zwei parallel laufenden Turnieren (5+1 Spieler) auf dem Kleinfeld mit 36 Frauen- und Männerteams gegeneinander an. Dabei dürfen nur Mannschaften starten, die sich mit den integrativen Zielen dieser Veranstaltung identifizieren – also Freizeit-, Behörden- oder Betriebsmannschaften beispielsweise.

Der gute Zweck

Im Mittelpunkt der Aktion steht neben der Fußballgaudi die Aufklärung über das Thema „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Sport“. Hinter diesem eher technokratischen Begriff verbirgt sich etwa die Aversion gegen Lesben und Schwule. Gerade im Fußball, und natürlich auch in der Mitte der Gesellschaft, gibt es da noch viele verkrustete (Denk-)Strukturen aufzubrechen.

Zugleich sollen über das Turnier „ein oder zwei gemeinnützige, soziale Einrichtungen aus Gelsenkirchen mit einer mittleren vierstelligen Summe unterstützt werden“.

Die Partner

Unterstützung findet der integrative Kick auf breiter Basis. Eurofighter Ingo Anderbrügge beispielsweise hält für den FC Schalke 04 und die Stiftung „Schalke hilft!“ die Toleranzfahne hoch. Der Schauspieler Dirk Szczepaniak, er spielte in „Das Wunder von Bern“ den Schalker Weltmeister Berni Klodt, ist mit dabei, sowie das Schalker Fanprojekt um Leiter Hendrik Jochheim, die Regenbogenknappen, DJK Teutonia Schalke-Nord und auch Gelsensport-Präsident Jürgen Deimel. Schirmherr ist Oberbürgermeister Frank Baranowski.

Die Preise

Jeder, der sich für Toleranz und vorurteilsfreies Miteinander einsetzt, ist an sich schon ein Sieger. Um die Fußball-Aktion aber noch mehr zu befeuern, bekommen nicht nur die Siegerteams eine Auszeichnung, sondern viele mehr: Das Spektrum reicht vom „Pokal für die best aussehende Mannschaft“ bis zum „Pokal für die am meisten schwimmende Abwehr“.

Das Programm

Neben dem sportlichen Wettstreit auf den sechs Kleinfeldern wird es in der Glückauf-Kampfbahn – bei freiem Eintritt – unter anderem einen Info-Boulevard, einen Biergarten und Food-Court, einen Sport- und Spielparcours für Kinder, ein humorvolles Promi-Spaßspiel (mit Radio-Legende „Manni“ Breuckmann), den Moment of Silence (Gedenkminute), die „Come-Together-Herz“-Auszeichnung für einen stillen und noch unbekannten Helfer sowie ein abendliches, „knallbuntes“ Bühnenprogramm mit DJ und Live-Musik geben.

Für den Sonderpreis für ehrenamtliches Engagement können im Übrigen gern noch Nominierungen per Mail an den Veranstalter eingereicht werden. Einzige Bedingung dabei: Der oder die Vorgeschlagene dürfen bislang noch keinen Preis erhalten haben.

Die einen kommen wegen Fußball, die anderen trotz Fußball. Letztendlich aber ist dabei sein eben alles.

>> Anmeldungen und Entsteheungseschichte

Wer am Samstag, 2. September, in der Glückauf-Kampfbahn (Ernst Kuzorra-Platz) mit dabei sein möchte, der schreibt den Veranstaltern einfach mal eine Mail an turnier@ctc-schalke.de Kontakt zu Initiator Andreas Stiene unter der Rufnummer: 0172 98 44 44 0.

Am 21. September 1994 erfüllte sich für Andreas Stiene, dem Initiator des „Come-Together-Cups“ (CTC), als schwuler Ex-Landesligakicker und Ex-Kriminalkommissar, ein fußballerischer Herzenswunsch: Gemeinsam mit seinen Mitspielern der schwulen Fußballmannschaft organisierte er ein zum damaligen Zeitpunkt außergewöhnliches Freundschaftsspiel gegen die Polizei Köln – damals eine kleine Sensation. Denn da traten zwei Mannschaften gegeneinander an, die sich normalerweise auf dem Platz nie gemessen hätten. Daraus erwuchs die Idee zum CTC.

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