Einzelhandel

Keith Gelfert verkauft in Gelsenkirchen vegane Schuhe

Stolz präsentiert Keith Gelfert sein neues Ladenlokal in Rotthausen an der Memeler Straße. Der 48-Jährige betreibt bereits seit einigen Jahren einen Online-Shop für Schuhe und Kleidung aus nicht-tierischen Materialien.

Stolz präsentiert Keith Gelfert sein neues Ladenlokal in Rotthausen an der Memeler Straße. Der 48-Jährige betreibt bereits seit einigen Jahren einen Online-Shop für Schuhe und Kleidung aus nicht-tierischen Materialien.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Rotthausen.   Das neu eröffnete Ladenlokal in Rotthausen von Keith Gelfert bietet ausschließlich nicht-tierische Kleidung an. Online ist er schon länger dabei.

Schuhe aus Mikrofaser, aber auch aus Kork, Hanf, Ananasfaser oder recycelten PET-Flaschen verkauft Keith Gelfert über seinen Online-Versandhandel „Shoezuu.de“. Das Besondere: alle Schuhe wurden unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt, kommen ohne tierische Produkte aus und sind ökologisch produziert worden. Seit Kurzem bietet der Gelsenkirchener zusätzlich zu dem Online-Shop auch einen temporären Lagerverkauf in seinem Showroom an der Memeler Straße an, der sich direkt neben dem Rott­hauser Bahnhof befindet.

Seit er 16 Jahre alt ist ernährt sich Keith Gelfert (48) ausschließlich vegetarisch. Vor sechs Jahren wurde er zum Veganer, verzichtet also komplett auf tierische Produkte. „Seit 20 Jahren arbeite ich in der Schuhbranche“, sagt er. „Als ich mich dazu entschied, vegan zu leben, wollte ich auch nicht mehr unfaire Produkte verkaufen und entwickelte meine eigene Firma.“ 2015 war es soweit. Mit seinem eigenen Shop „Shoezuu.de“ ging er erstmals online.

Auch Oberteile und Taschen gehören zum Angebot

Unter den Artikeln sind Damen- und Herrenschuhe von Größe 35 bis 50, aber auch fair produzierte Oberteile und Taschen aus Bio-Baumwolle. 200 bis 250 Schuhmodelle von zehn Marken hätte er mittlerweile im Angebot. Darunter Fußbekleidung von Marken wie „Vegetarian Shoes“, „Wills London“, „Ethletic“ oder „Bella Storia Vegan“. Vor drei Jahren gründete er sein eigenes Schuhlabel „Shoezuu Brand“. „Ich hatte damals den Wunsch, Schuhe, die ich eingekauft habe, zu verbessern und auch genau zu wissen, wo die einzelnen Materialien hergestellt wurden“, erklärt er. Mittlerweile hat er zehn bis zwölf Modelle nach seinen eigenen Vorstellungen entwickelt, die er fair in Portugal produzieren lässt.

Viele der Schuhe sind aus umweltfreundlicher Hightech-Mikrofaser, die sich optisch kaum von echtem Leder unterscheiden lässt. Gelfert nennt die Vorteile: „Anders als bei gewöhnlichen Kunststoffschuhen aus dem konventionellen Handel schwitzt man weniger, da die Schuhe sehr feinfaserig, wärmeregulierend und luftdurchlässig sind. Außerdem passt sich das Material dem Fuß besonders gut an, da es sehr dehnfähig und belastbar ist.“

Aus alten Autoreifen wird trendiges Schuhwerk

Sein Ziel für die Zukunft: Noch mehr Schuhe aus natürlichen Materialien anbieten zu können. Aber er weiß: die Entwicklung der Materialien benötigt ihre Zeit. Auch Recycling und Upcycling spiele eine Rolle. So befinden sich unter dem Schuhwerk auch Schuhe mit Sohlen aus alten Autoreifen. Die Modelle aus alten PET-Flaschen haben hingegen wenig gemein mit den Plastikflaschen, erinnern eher an Filz.

Preislich liegen Sommerschuhe bei 40 Euro. Boots für die Saison Herbst-Winter kosten um die 120 Euro. „Die Schuhe kosten nicht mehr als andere Markenschuhe, weil die Firmen nicht viel in Werbung investieren. Normalerweise fließt nämlich ungefähr ein Drittel des Etats in Werbung.“

Shirts werden in Asien produziert

Pullover, T-Shirts, Tragetaschen und Turnbeutel mit Statement-Aufdruck sind ebenfalls im Online-Shop erhältlich. „Seenotrettung ist kein Verbrechen“, „Anti Anti-Vegan“ und „Animal Liberation“ zieren die Oberteile aus 100 Prozent Bio-Baumwolle, die zwar in Asien und Indien produziert wurden, aber eben auf fairem und ökologischem Weg. Neben dem Vegan-Logo sind die T-Shirts zertifiziert nach GOTS (Global Organic Textile Standard).

Doch warum lebt Gelfert inzwischen vegan und achtet besonders auf die faire Produktion? „Mir gefällt die Fremdbestimmung über Tiere und Menschen und die damit verbundene Ausbeutung nicht“, sagt er. Der Weg zu seiner Entscheidung sei lang gewesen, mittlerweile falle es ihm aber nicht mehr schwer, so zu leben. Im Gegenteil. Er hätte neue interessante Lebensmittel kennengelernt, seine Blutwerte sich verbessert und er fühlte sich fitter und weniger träge.

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