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Keilereien vor Schalke-Spiel halten die Polizei in Atem

Hier kommt keiner mehr raus: Polizeibeamte haben eine Schar von überwiegend niederländischen Fans im Außenbereich des Lokals „Graziella II“ umstellt. Zuvor hatte es hier Raufereien gegeben.

Foto: Martin Möller

Hier kommt keiner mehr raus: Polizeibeamte haben eine Schar von überwiegend niederländischen Fans im Außenbereich des Lokals „Graziella II“ umstellt. Zuvor hatte es hier Raufereien gegeben. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   In mehreren Lokalen geraten Schalke- und Ajax-Fans aneinander. Selbst Niederländer streiten sich. Folgen: Drei Verletzte und 27 Strafverfahren.

Je später der Tag, desto aggressiver die Stimmung: Vor dem Europa-League-Rückspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Ajax Amsterdam sind nach Angaben der Polizei im gesamten Stadtgebiet „rivalisierende Fangruppen aneinander geraten“. Die weit über 1000 Beamte bei dem Großeinsatz hatten alle Hände voll zu tun, die verfeindeten Lager voneinander zu trennen, Besucher zu kontrollieren und weitere Eskalationen zu unterbinden.

Zwischenstand nach Angaben von Polizeisprecherin Katrin Schute am Donnerstag um 20.30 Uhr: „Drei leicht verletzte Personen, darunter ein Polizist, 27 Strafverfahren, drei Ordnungswidrigkeitsanzeigen, 60 freiheitsbeschränkende Maßnahmen von intensiven Personenkontrollen bis hin zur Ingewahrsamnahme und noch zahlreiche weitere laufende Polizeimaßnahmen“.

Am „Flash Light Pub“ flog das Mobiliar

Geradezu eingeschlossen von einer Wand aus hochgerüsteten Polizeikräften war am Donnerstag gegen halb sechs eine Schar von etwa 50 niederländischen Fans im Lokal „Graziella II“ am Heinrich-König-Platz (Altstadt). Sie gerieten in einen handfesten Streit mit Schalkern. Folge: Beamte umstellten das Lokal, Videoaufzeichnungen wurden ausgewertet, um Täter dingfest zu machen, später schafften Busse die Raufbolde weg. Einige Ajax-Fans, so berichtete es der Laden-Inhaber Nino dell’ Aquila, „haben versucht, über ein Fenster im ersten Stock in den Innenhof des Sparkassengebäudes zu fliehen.“ Die Stimmung sei sehr aufgeheizt gewesen: „Es war kurz davor, dass Tische und Stühle fliegen.“

Genau das ist am nahen „Flash Light Pub“ und nebenan am „Warsteiner Treff“ an der Von-Oven-Straße passiert, beide Lokale liegen ebenfalls in der Altstadt. Flash-Inhaber Thomas Nikutta schilderte den Vorfall: „Etwa 90 bis 100 holländische Fans sind hier mittags um 13 Uhr eingekehrt und haben bis 16.30 Uhr friedlich ihr Bierchen getrunken. Später, so gegen fünf Uhr, sind sie dann von Schalker Fans überfallen worden. Draußen flogen Tische, Hocker und Stühle. Gläser gingen zu Bruch, die Fans schlugen sich.“ Die Polizei habe daraufhin 30 bis 40 Fans umzingelt und festgesetzt.

Einiges an Geschirr ging zu Bruch

Ein Mitarbeiter der „Pizzeria Pietro“ am Dom in Buer wurde Zeuge, wie sich „holländische Fans in die Köpfe gekriegt haben“. Einiges an Geschirr sei dabei zu Bruch gegangen. Das deutet darauf hin, dass, wie im Vorfeld der Partie schon befürchtet, gewaltbereite Anhänger von Twente Enschede den Weg nach Gelsenkirchen auf sich genommen haben, um die befreundeten Schalker gegen die verfeindeten Ajax-Fans zu unterstützen – und dann ist es zum Streit unter den rivalisierenden Niederländern gekommen.

Barbara Möller von der zentral in Buer gelegenen Gaststätte „Zum Hexenhäuschen“ hat dagegen über den Tag verteilt und bis zum Abend „weitgehend friedliche Fußballfans erlebt“ – auch in ihrem Lokal. Fan-Scharen von Ajax Amstardam feierten und sangen dazu rund um den durch Polizeikräfte stark abgesicherten „Feierabendmarkt“. Als Bengalos abgebrannt wurden, seien die Beamten sofort eingeschritten und hätten die Fans umzingelt.

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