Porträt

Junger Gelsenkirchener spielt seinen „Traumjob“

Wer allein auf der Bühne steht, sagt Jungschauspieler Christopher Gollan, braucht einen langen Atem.

Wer allein auf der Bühne steht, sagt Jungschauspieler Christopher Gollan, braucht einen langen Atem.

Foto: Gregor Wildförster

Gelsenkirchen  Christopher Gollan wollte schon in der Grundschule Schauspieler werden. Freitag feiert der 22-Jährige aus Erle mit seinem Ein-Mann-Stück Premiere.

. Die Augen sind es, die den Betrachter sogleich für sein Gegenüber einnehmen: Christopher Gollan sitzt ruhig auf seinem Stuhl, die Hände im Schoß gefaltet. Doch sein Gesicht spricht. Der 22-Jährige feiert am Freitag Premiere mit seinem Ein-Mann-Stück „Traumjob“ im Alfred Zingler Haus. Dass der Erler jetzt hier in seiner Heimat als Schauspieler auf der Bühne steht, ist das Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit den eigenen Träumen.

„Ich hatte schon in der Grundschule großen Spaß am Theaterspielen“, erzählt Gollan. Damals, vor rund 15 Jahren, machte der kleine Christopher erste künstlerische Gehversuche bei einem Projekt des Consol-Theaters. Als Teenager folgte ein Praktikum beim Musiktheater im Revier. „Mir wurde immer bewusster, dass ich die Schauspielerei zu meinem Beruf machen wollte. Aber natürlich war mir klar, dass das ein harter Weg werden würde.“


In drei Jahren lernte Gollan bühnenreif zu sprechen

Nach seinem Fachabitur stand der damals 18-Jährige am Scheideweg: „Ich musste mich entscheiden zwischen einem Studium der Sozialarbeit oder einer Ausbildung zum Schauspieler.“ Gollan hörte auf seine innere Stimme, bewarb sich an Schauspielschulen und wurde in Aachen als Schüler angenommen. In drei Jahren lernte der junge Künstler bühnenreif zu sprechen, sich dem Theater und auch einer Filmkamera angemessen zu bewegen. „In der Ausbildung haben wir sehr viel gespielt.“ Sich auch mal in einer Hauptrolle, etwa als „Tom Sawyer“ in Tom Sawyer und Huckleberry Finn, vor dem Publikum zu beweisen, machte Gollan eher wenig aus. „Mir war es egal, was die Leute von mir denken. Ich kannte in Aachen ja niemanden. Ich wollte nur einen guten Job machen, die Menschen mitnehmen“, erinnert er sich.

Umso wichtiger ist es dem Schauspieler nach seinem Abschluss und mehreren Wochen als Ensemblemitglied in einem Tourneetheater, in seiner Heimat mit seinem Beruf wahrgenommen zu werden. „Hier komme ich her, hier möchte ich zeigen, wer und was ich heute bin.“

Zusammenarbeit zwischen Jung und Erfahren angenehm

In Markus Kiefer, freier Schauspieler und in der Gelsenkirchener Kulturszene etabliertem Künstler, fand der Berufsanfänger einen Förderer und Unterstützer. Gollan: „Wir hatten die Idee, dass Markus die Regie für ein Ein-Mann-Stück übernehmen könnte, das ich spielen würde.“ Das Stück „Traumjob“ nach einer Vorlage von John von Düffel erzählt die Geschichte eines etwas ungewöhnlichen Berufsberaters, dessen Lebensweg viele Kurven und Wendungen genommen hat. „Ich kann mich mit der Rolle sehr gut identifizieren“, sagt Hauptdarsteller Gollan. Die Aufführung sei minimalistisch angelegt. „Uns war wichtig, dass der Text für sich sprechen kann.“ Wie lief die Zusammenarbeit zwischen Jung und Erfahren? „Sehr angenehm war das mit Chris!“ betont Markus Kiefer. Gollan bestätigt das. „Markus ist niemand, der draufhaut. Wir haben zusammen entschieden, wie wir die Szenen gestalten. Und manchmal haben wir auch erst mal zusammen einen Kaffee getrunken und uns erzählt, wie es uns geht. Ich habe unheimlich viel von Markus gelernt.“

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