Misshandlung

Junge zu Tode misshandelt – Mutter gibt Jugendamt die Schuld

Die leiblichen Eltern des toten Jungen aus Gelsenkirchen machen dem Jugendamt schwere Vorwürfe.

Die leiblichen Eltern des toten Jungen aus Gelsenkirchen machen dem Jugendamt schwere Vorwürfe.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen/Plettenberg.  Die leibliche Mutter des zu Tode misshandelten Einjährigen aus Gelsenkirchen macht dem Jugendamt Vorwürfe. Staatsanwaltschaft sieht keine Schuld.

Nach dem Tod eines eineinhalbjährigen Jungen in einer Pflegefamilie in Plettenberg erhebt nun die leibliche Mutter des Kindes aus Gelsenkirchen schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt. Der Junge war am 3. Januar nach schweren Misshandlungen an seinen Verletzungen gestorben.

Die Eltern des Jungen sind nach der Todesnachricht fassungslos. Das Jugendamt sei schuld daran, was passiert ist, sagten sie gegenüber der Bild-Zeitung. Ihnen fehle das Verständnis dafür, dass der behinderte Junge nicht bei ihnen leben durfte. Vor Gericht stimmten sie jedoch zu, dass ihr Sohn die ersten Jahre in einer Pflegefamilie verbringt. "Es hieß, wir könnten in ein paar Jahren wieder mit allen Kindern zusammenleben", sagte die Mutter der Bild. Auch die beiden anderen Kinder der Gelsenkirchener leben nicht bei ihren leiblichen Eltern.

Junge stirb nach Misshandlungen: Keine Ermittlungen gegen das Jugendamt

Nach Informationen dieser Redaktion ermittelt die Staatsanwaltschaft jedoch nicht gegen das Gelsenkirchener Jugendamt, das den Eltern im Juli 2018 per Gerichtsbeschluss die elterliche Sorge entzog. "Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine Vorwürfe gegen das Jugendamt", erklärte Staatsanwalt Michael Burggräf.

Der einjährige Junge lebte seit August 2018 bei der Pflegefamilie in Plettenberg. Bei einer professionellen Pflegefamilie hat mindestens ein Elternteil eine pädagogische Qualifikation. Im Fall der Plettenberger Familie arbeitete die Mutter bei der Lebenshilfe.

Pflegevater sitzt in Untersuchungshaft

Der Pflegevater sitzt derweil in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Lüdenscheid erließ gegen ihn am vergangenen Freitag Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er soll dem Kind die schweren Kopfverletzungen zugefügt haben, an denen es letztendlich starb.

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