Ehrenamt

Junge Erwachsene werden Mentoren für Grundschüler

Benannt sind die ehrenamtlichen Mentorinnen nach dem Bären aus dem Dschungelbuch, der ein menschliches Findelkind aufzog. Die Balus vom Berufskolleg freuen sich bereits auf die gemeinsame Freizeit mit ihren Moglis von der Sternschule.

Benannt sind die ehrenamtlichen Mentorinnen nach dem Bären aus dem Dschungelbuch, der ein menschliches Findelkind aufzog. Die Balus vom Berufskolleg freuen sich bereits auf die gemeinsame Freizeit mit ihren Moglis von der Sternschule.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Schalke.   Berufskolleg Königsstraße und die Sternschule beteiligen sich am Projekt „Balu und Du“. Sie wollen das Potenzial Gelsenkirchener Kinder wecken.

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Die Mentorinnen sind zum Beginn des Projekts ebenso aufgeregt wie ihre Schützlinge. Junge Erwachsene, Oberstufenschülerinnen am Berufskolleg Königstraße, nehmen sich jetzt Dritt- und Viertklässlern von der Sternschule an. Sie wollen den Bildungserfolg der Grundschüler positiv beeinflussen. Dafür haben sich alle Beteiligten dem Projekt „Balu und Du“ angeschlossen, das am Donnerstag offiziell angelaufen ist, als der Kooperationsvertrag unterzeichnet wurde.

Die Zielgruppe sind Kinder, um die sich ihre Schule oder ihre Eltern Sorgen machen. Es gebe aber viele verschiedene Gründe dafür, warum ein Kind teilnehme, so die Projektleiterin am Berufskolleg, Andrea Erkes-Blanke. Bei manchen Teilnehmern seien beide Eltern berufstätig, andere hätten eine alleinerziehende Mutter oder ein neues Baby in der Familie, seien erst frisch nach Gelsenkirchen gezogen, seien Flüchtlinge oder hätten Helikoptermütter.

Mentoren sind keine Nachhilfelehrer

Dann bekommen sie eine Mentorin, die ein Jahr lang einmal pro Woche bis zu drei Stunden Zeit mit ihnen verbringt. „Es geht um gemeinsame Freizeitgestaltung“, sagt Dr. Dominik Esch, Vorsitzender des Trägervereins „Balu und Du“. Das sei allerdings ganz bewusst kein Nachhilfeunterricht.

„Die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes ist wichtig. Wir wollen die Potenziale, die in ihm schlummern, wecken. Es soll in jeder Lebenssituation zurechtkommen.“ Vor allem sollen die Grundschüler und ihre Mentorinnen zusammen Spaß haben, doch schulische Erfolge seien durchaus ein Nebeneffekt. „Denn die Großen sind geradezu Entdeckerinnen von Lernsituationen, ohne dass die Kinder merken, dass sie lernen.“ So könnten sie etwa bei einem Backnachmittag durch das Abmessen der Zutaten auch Mathe vermitteln.

In den Unterricht eingebunden

Allein gelassen werden die 17 neuen Mentorinnen aber damit nicht, denn das Programm ist an dem beruflichen Gymnasium ein Unterrichtsfach für Erzieherinnen und jene, die im Gesundheitssektor arbeiten wollen. Inzwischen haben sich alle Balus mit ihren jeweiligen Moglis – so nennen sich die Mentorinnen und ihre Schützlinge in Anlehnung an das Dschungelbuch – kennengelernt. „Es ist Liebe auf den ersten Blick gewesen“, schwärmt Projektleiterin Erkes-Blanke, die zudem das hohe Engagement ihrer Oberstufenschülerinnen lobt.

„Wir wollen den Kindern Zeit schenken und ich will helfen, wo ich kann“, sagt Nesrin Demircan (21), die sich sehr darüber freut, ein Balu zu sein. Auch bei ihrer Mitschülerin Malina Petschounig (18) ist die Vorfreude groß, nachdem sie ihren Schützling jetzt getroffen hat. „Wir werden beide Erfahrungen sammeln“, ist sie überzeugt und verspricht sich viele schöne Erlebnisse mit ihrem Mogli.

Projekt bereitet auf Beruf als Erzieher vor

Durch das Projekt werde sie zudem einiges für ihren Beruf als Erzieherin lernen. Die Mentorinnen sehen sich aber nicht als Aufpasserinnen, sondern eher als neue beste Freundinnen. Dazu gehört für sie natürlich, dass sie nicht nur verantwortungsbewusst und verlässlich sind, sondern vor allem verschwiegen. „Bei dem Programm sollen Freundschaften entstehen“, sagt Malina Petschounig, „und ich bin mir sehr sicher, dass das funktioniert“.

Ebenso sicher ist sich der Vereinsvorsitzende Dominik Esch: „Unsere Patenschaften halten oft weit, weit länger als das eine Jahr.“ Und der Projektstart sei, finden er und die übrigen Beteiligten, schon sehr vielversprechend.

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Das Projekt gibt es bereits an der Gesamtschule Buer-Mitte, an der Gesamtschule Ückendorf, dem Max-Planck-Gymnasium und bald an der Evangelischen Gesamtschule. Gesponsort wird „Balu und Du“ am Berufskolleg von der „Kirche für Kinder“. Info: www.balu-und-du.de

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