Green City Plan

Jede Menge grüne Maßnahmen gegen schlechte Luft

Die Kurt-Schumacher-Straße zählt nach wie vor zu den am stärksten mit Feinstaub belasteten Messstellen des Landes NRW.

Die Kurt-Schumacher-Straße zählt nach wie vor zu den am stärksten mit Feinstaub belasteten Messstellen des Landes NRW.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Die Stadt kann fristgerecht den Green City Plan in Berlin einreichen, um an Fördergelder zu kommen. Maßnahmen sollen Stickstoffdioxid verringern.

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„Es war ein wirklich sportliches Ziel, den Green City Plan Gelsenkirchen fristgerecht fertig zu stellen, um an Fördergelder aus Berlin zu kommen. Aber es ist gelungen“, sagt Oberbürgermeister Frank Baranowski. Dass Gelder für Städte mit schlechter Luft zur Verfügung gestellt werden, um Verbesserungen zu erreichen, kam durch den Dieselgipfel im vergangenen Jahr in Berlin.

„Bund und Automobilindustrie einigten sich darauf, 1,5 Milliarden Euro bereit zu stellen. Bisher ist aber von Seiten der Autoindustrie noch nichts gekommen. Zurzeit geht es um eine Milliarde, die vorhanden sind“, erklärt Baranowski den Hintergrund.

Stichtag ist der 31. Juli

Stichtag ist der 31. Juli dieses Jahres, an dem die interessierten Städte ihre Pläne in Berlin einreichen müssen, um Fördergelder beantragen zu können. „Dieses ehrgeizige Ziel haben wir in guter Zusammenarbeit mit der Politik erreichen können. Wir haben die Pläne ausgearbeitet und werden sie jetzt der Politik vorlegen“, erklärt Stadtbaurat Martin Harter. Der Green City Plan sei sehr ambitioniert in kürzester Zeit fertig geworden. Und da alles, was dort beschlossen wird, die Mobilität der Bevölkerung betrifft, wolle man auch möglichst viele Menschen mit einbeziehen, betont der Oberbürgermeister.

Es geht um alles, was mit Mobilität zusammenhängt. Einbezogen wird der Individualverkehr, der öffentliche Nahverkehr, die Ampelschaltung, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub. „Es gibt viele Stellschrauben, an denen man drehen muss“, so Frank Baranowski.

Ein Schluck aus der Milliardenflasche

90 Städte sind es insgesamt, die schlechte Luftgrenzwerte aufweisen. „70 Städte möchten einen Schluck aus der Milliardenflasche haben.“ Die Umsetzung der Projekte, so Baurat Harter, soll allerdings nicht auf die lange Bank geschoben werden. „Wir haben ja bereits mit Maßnahmen angefangen, die die Luft verbessern. An der Messstation auf der Schalker Meile ist der Luftaustausch durch die hohen Häuser schlecht. Daher werden wir versuchen, mit Hilfe von Steuerungsmaßnahmen einzugreifen,“ so Harter.

Ziel ist es, bei all’ den Mitteln, die man ergreift, den Individualverkehr zu reduzieren. Man habe ja schon den Takt der Straßenbahnlinie 302 über die Kurt-Schumacher-Straße verkürzt, um Menschen vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr zu bekommen „Auf Dauer werden wir wohl den Takt auf 7,5 Minuten setzen, damit wir mit dem Bochumer Takt kompatibel sind“, erklärt Martin Harter. „Der Green City Plan umfasst ein ganzes Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen. Ziel ist es dabei immer, den NO2-Ausstoß, also die Stickstoffdioxide zu reduzieren“, betont Dennis Stocksmeier von der Planersocietät aus Dortmund.

Dynamische Verkehrsleitsysteme

Einen großen Anteil wird die Digitalisierung haben. „Wenn wir ein dynamisches Verkehrsleitsystem haben, über das wir den Verkehr aktuell je nach Luftbelastung leiten können und gleichzeitig den Verkehrsteilnehmern Informationen geben können, damit sie verstehen, warum umgeleitet wird, wäre das ein großer Vorteil“, sagt der städtische Mobilitätsmanager Tobias Tewes. Auf dem Plan stehen ein intelligentes Parksystem, Radschnellverbindungen, emissionsfreier Lieferverkehr und eine Verknüpfung von Parken, E-Fahrzeugen sowie Car-Sharing und vieles mehr.

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