MiR Stiftung

Internationales Ballett auf höchstem Niveau im Musiktheater

Francesca Berrutto, Valentin Juteau (li.) und Paul Calderone vom Ballett im Revier tanzten das Stück „Sirs“ nach der Choreografie von MiR-Ballett-Direktorin Bridget Breiner (Musik Nina Simone).

Foto: Martin Möller

Francesca Berrutto, Valentin Juteau (li.) und Paul Calderone vom Ballett im Revier tanzten das Stück „Sirs“ nach der Choreografie von MiR-Ballett-Direktorin Bridget Breiner (Musik Nina Simone). Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Bei der großen Benefiz-Gala im Musiktheater im Revier zugunsten der MiR-Stiftung traten die Tänzer und Tänzerinnen ohne Gage auf.

Es herrscht eine feierliche, gespannte Stimmung als sich der rote Samtvorhang hebt. Die Bühne ist in ein mildes, hellblaues Licht getaucht. Nadja Sellrup und José Urrutia sind ganz in Weiß gekleidet; sie tanzen einen Ballett-Klassiker: den Hochzeits-Pas de deux aus dem dritten Akt von „Dornröschen“ zur Musik von Tschaikowski. Das ist Anmut, Muskeln, Haut und Knochen gewordene Grazie. Perfekt.

Sellrup kommt aus Schweden, dort tanzt die 40-Jährige für das Königliche Ballett. Urrutia ist Mitglied der Compagnie des MiR. Sie harmonieren, obwohl sie vermutlich kaum Zeit für gemeinsame Proben hatten.

Bridget Breiner mit Carlos Contreras auf der Bühne

Aber Dornröschen tanzen sie wahrscheinlich im Schlaf. Ebenso wie die Ballett-Direktorin des Musiktheaters Bridget Breiner, die es sich nicht nehmen ließ, mit Carlos Contreras den „Schwanensee“ zu tanzen und zum Abschluss der Gala ihre eigene Choreografie „The Vital Unrest“ zu präsentieren.

Es ist ein mitunter kühner, selbstbewusster Mix aus klassischem Ballett, modernen Choreografien und Ausdruckstanz, den das zahlreich erschienene Publikum an diesem Samstagabend genießen darf. In Empfang genommen wurden sie an den beiden Eingängen zuvor von vier Statistinnen des Hauses; sie waren in elegante Abendroben gekleidet – allesamt aus dem Kostümbestand des MiR.

Alle Tänzer haben an diesem Abend Blumen verdient

Elf Stücke werden geboten, darunter der Schluss-Pas de deux aus „Sylvia“ des großen John Neumeier oder das Duett aus „Ein neues Stück“ in der Choreografie von Urs Dietrich. Erstaunlich, wie Héloïse Fournier vom Theater Trier und Robert Przybyl vom Theater St. Gallen hier die Balance zwischen Präzision und energischer Wildheit halten.

Nach den meisten Vorstellungen werden Blumen auf die Bühne geworfen. Das ist sowohl lieb als auch ein bisschen ungerecht. Denn: Ohne Ausnahme alle Tänzer und Tänzerinnen haben an diesem Abend Blumen verdient. Nach dem Duett „Vertigo Maze“ von Stjin Celis schenkt Casey Ouzounis seinen Strauß der Partnerin Raquel Martinez. Eine herzliche Geste. Andere Herren tun das auch.

Viel Beifall und begeisterte „Bravo“-Rufe

Oberbürgermeister Frank Baranowski, ohnehin ein Freund der Künste, sitzt in der ersten Reihe, wird nach der Begrüßung durch Generalintendant Michael Schulz mit Applaus bedacht. Überhaupt spart an diesem Abend niemand mit Applaus. Das sachkundige Publikum rief gar des Öfteren „Bravo!“ – auch bei weniger klassischen Stücken.

In seiner Ansprache verwies Michael Schulz als Chef des Musiktheaters nochmal auf den besonderen Charakter dieser nunmehr vierten internationalen Ballett-Benefiz-Gala. „Das Geld fließt unmittelbar in die MiR-Stiftung. Die engagiert sich nicht für unser Haus, ist also keine Extra-Subvention. Und: Alle Tänzer tanzen ohne Gage.“

Stiftung engagiert sich sich für kulturelle Bildung

Es gebe allerdings nach wie vor Missverständnisse, was die MiR-Stiftung angehe, sagt Schulz während seiner Ansprache. Die Stiftung engagiere sich für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Es wird auch ein Film über die Arbeit der Stiftung gezeigt.

Dann fordert Schulz das Publikum auf, „mit einem offenen Portemonnaie“ in das „Come Together“ nach der Ballett-Gala zu gehen. Dort würden die Besucher „offensiv angesprochen“, zu spenden.

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