Kunst-Ausstellung

Installation greift die Raumarchitektur auf

Künstler Sebastian Dannenberg mit seiner Arbeit „Calm down“, die er auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen im Kunstmuseum installierte.

Foto: Michael Korte

Künstler Sebastian Dannenberg mit seiner Arbeit „Calm down“, die er auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen im Kunstmuseum installierte. Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Buer.   Der Bremer Künstler Sebastian Dannenberg stellt auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen im Kunstmuseum eine reduzierte Arbeit aus.

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Wer nicht aufpasst, stolpert förmlich über diese Kunst. Sie schlängelt sich auf dem Boden quer durch den Raum, wirkt unauffällig, spiegelt vielmehr die Architektur des reduzierten Raumes eindringlich wider: „Calm down“ (Beruhigen) titelt der Bremer Künstler Sebastian Dannenberg seine Rauminstallation, die er auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen ab Sonntag, 10. Juni, im Kunstmuseum an der Horster Straße zeigt.

Dieser minimale, aber reizvolle Eingriff in den leeren Museumsraum entstand im Rahmen der Ausstellungsreihe „open up – Kunst, Technologie, Innovation“ des Kunstvereins.

Vereinsvorsitzender Ulrich Daduna lernte den 1980 in Bottrop geborenen Künstler in Bremen kennen, war auf Anhieb von seinem Konzept zwischen Malerei, Skulptur und Architektur fasziniert und verpflichtete ihn für die Erfolgsreihe in Gelsenkirchen.

Die Arbeit entstand direkt vor Ort. „Ich lasse mich vom Raum inspirieren, reagiere auf ihn, auch auf seine Merkwürdigkeiten.“ Auf unebene Stellen an der Wand oder Brüche in den Fußleisten zum Beispiel, auf Spiegelungen in den Fenstern oder auf Schattenspiele durch Dehnungsfugen.

Was nun improvisiert wirkt, ist in Wirklichkeit gut durchdacht und streng konzipiert. Ziel ist es vor allem, beim Betrachter die Wahrnehmung des Raumes zu sensibilisieren, auf Besonderheiten aufmerksam zu machen, Bekanntes ganz neu zu sehen. Die Arbeit lenkt den Blick, bewegt den Raum. „Ich lasse bei meinem Arbeiten aber auch immer viel Raum zur Deutung für den Betrachter.“

„Calm down“ besteht aus aneinandergereihten Hartschaumplatten, die weiß verputzt einen harten Kontrast zum dunklen Steinboden bilden.

Spiel mit der Bergbauvergangenheit

Dannenberg spielt hier auch mit dem Thema Bergbau. Mit Hilfe von Kohle zeichnete er eine dünne schwarze Linie auf die weißen Blöcke. So kann der Kohlestreifen als Referenz an die Bergbauvergangenheit gelesen werden, erinnert der weiße Weg auch an Stollen und Flöze unter Tage.

Ulrich Daduna fasziniert die Installation: „Die Arbeit lenkt den Blick nach unten, den Blick zurück in die industrielle Vergangenheit der Region.“ Derweil lehnen einigen Stahlprofile skulptural an den Wänden, optisch mit Kohlestrichen verbunden, sie scheinen mal das Fensterformat zu spiegeln, mal Fugen aufzugreifen, ein Spiel auch mit Kontrasten, mit Licht und Schatten, mit schwer und leicht, schwarz und weiß.

Eine sehr reduzierte und zurückgenommene Arbeit, die anregen, aber auch beruhigen mag.

>> Die Ausstellung und die Öffnungszeiten

Die Ausstellung wird am Sonntag, 10. Juni, um 11.30 Uhr im Kunstmuseum an der Horster Straße 5-7 eröffnet. Sie wird bis zum 2. September zu sehen sein. Künstler Sebastian Dannenberg ist Träger zahlreicher Preise. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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