Inoffizielles Wahrzeichen der Bergleute

„Bergmannsleut sein’s

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„Bergmannsleut sein’s

kreuzbrave Leut,

denn sie tragen das Leder

vor dem Arsch bei der Nacht

und saufen Schnaps“
(Steigerlied: 7. Strophe)

„Bergleder“, sagt der ehemalige Maschinensteiger Karlheinz Rabas, der die Bergmannsammlung in Rotthausen leitet, „ist ein Wort, das im Ruhrpott absolut nicht gebräuchlich ist. Das sagt hier kein Mensch.“ Rabas verweist auf die siebte Strophe im Steigerlied.

Es habe immer Menschen gegeben, die sich geziert hätten, das Leder als Arschleder zu bezeichnen, aber so heiße es nun mal. Im traditionellen Bergmannslexikon liest man: „Das Übergewicht hat zwar bei seiner überragenden Verwendung und nicht zuletzt auch bei seiner tieferen symbolischen Bedeutung Schlägel und Eisen, während das Bergleder mehr inoffizielles Wahrzeichen geworden ist.“

Bergleder, Fahrleder, Grubenleder, Arschleder – vier Bezeichnungen meinen dasselbe. In bergmännischen Kreisen sei Arschleder ein „geläufiges und durchaus unanstößiges Wort“, wird in dem alten Lexikon betont. Es wurde wegen des Schutzbedürfnisses der Bergknappen entwickelt. Es sollte sie gegen Nässe, Kälte, Steinfall und ähnliches schützen.

Diesen Zwecke erfüllte es als „halbrund geformtes Leder – mittels eines Riemens an seinem oberen Rande um die Hüften geschnallt – das über dem Gesäß herabhing bis in Wadenmitte. Es konnte der Bergmann bequem an seinem unteren Zipfel oder an den Rändern ergreifen, zwischen den Beinen hindurchziehen und als Unterlage beim Sitzen benutzen.“

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