Dreharbeiten

In Hassel wird für Kinofilm gedreht

In Hassel finden zurzeit Dreharbeiten für den Kinofilm „Gundermann“ statt.

In Hassel finden zurzeit Dreharbeiten für den Kinofilm „Gundermann“ statt.

Foto: Thomas Gödde

Hassel.   In der Valentinstra0ße in Hassel hat sich ein Filmteam eingerichtet, um Szenen für den biografischen Streifen „Gundermann“ zu drehen.

Im Hinterhof flattert Wäsche auf der Leine, ein Perserteppich hängt träge überm Gartenzaun. Der Kiosk scheint schon lange dicht zu sein und vor einem leerstehenden Zechenhäuschen schießt das Grün ins Kraut. Eines dieser Zechenhäuschen auf der Valentinstraße in Hassel verwandelt sich seit dem gestrigen Freitag in eine Filmkulisse.

Gleich vier große weiße Transport-Lastwagen stehen vor der Haustür, Kabel verlaufen über den Bürgersteig hinein in die schmucke Doppelhaushälfte. Der Hauseingang – verhängt mit schwarzen Stoffen. Davor hat ein Securitymann seit den frühen Morgenstunden ein wachsames Auge auf das Equipment. Die Menschen, die an diesem Ambiente vorbeigehen, interessiert’s nicht. „Nein“, schüttelt der Sicherheitsmann den Kopf, „hier hat noch keiner gefragt, was los ist.“

Viele Parkverbot-Schilder aufgestellt

Vielleicht liegt das auch an den zahlreichen Parkverbotsschildern. die die Pandora-Filmgesellschaft dort aufgestellt hat. Bis zum kommenden Dienstag, 17. Oktober, werden Autofahrer gebeten, die Plätze an der Straße frei zu halten. Weitere Schilder stehen noch an der Polsumer Straße Richtung Krummer Weg. Auch hier sollen nach Informationen eines WAZ-Lesers Film-Aufnahmen stattfinden.

Gedreht wird für den Kino-Film „Gundermann“, Regie führt der Potsdamer Kult-Regisseur und Marler Grimme-Preisträger Andreas Dresen, der vor einigen Jahren mit seinem Film über Sexualität im Alter („Wolke 9“) für Furore sorgte. Auch durch Produktionen wie „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ oder „Als wir träumten“ wurde der 1963 in Gera geborene Filmemacher bekannt.

Geschichte eines DDR-Baggerfahrers

„Gundermann“ erzählt die Geschichte des legendären Baggerfahrers und Liedermachers aus der Lausitz. Gerhard Gundermann (1955-1998) war ein Mensch mit spannender DDR-Biografie, der Dresen in seinem Film nachspüren will. Gundermann arbeitete im Braunkohletagebau und fuhr den Abraumbagger. Daneben schrieb er poetische Lieder und gründete seine eigene Band.

Die Szenen, die in Gelsenkirchen entstehen, spielen in den Neunzigern. Das Team besteht aus über 50 Menschen.

Dass Gelsenkirchen nun die Kulisse für einige Szenen bietet, liegt an den Zechenhäusern liegen, die in Hassel noch zahlreich zu finden sind. Eine der bekannten Schauspieler in dem Streifen ist Axel Prahl. Der Schauspieler war schon vor einigen Jahren durch Regisseur Andreas Dresen für Gundermanns Lieder erwärmt worden.

Schauspieler Axel Prahl ist mit dabei

Den Liedermacher selbst wird Prahl allerdings nicht mimen, weil der originale Gundermann eher ein schlanker, schlaksiger Typ war. Als Axel Prahl zuletzt im Musiktheater im Revier auftrat, sang er Songs von Gundermann.

Die Stadt mausert sich inzwischen zur beliebten Filmkulisse. Erst kürzlich war das Drehteam für die Verfilmung der Hape-Kerkeling-Biografie hier unterwegs.

Leerstehendes Haus eingerichtet

Zwar ist Axel Prahl einer der Darsteller, in Gelsenkirchen wird er aber in diesen Tagen nicht vor der Kamera stehen.

Der Film wird von der Film- und Medienstiftung NRW unterstützt, so dass diese Dreharbeiten auch nach NRW geholt werden konnten. In Hassel wurde ein leerstehendes Haus komplett als Gundermann-Haus eingerichtet. Der Film kommt Mitte 2018 in die Kinos

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