Nabu-Vogelzählung

In Gelsenkirchen werden wieder die Vögel gezählt

Die Amsel verzeichnete Bestandseinbrüche. Doch insgesamt bleibt die Schwarzdrossel unangefochten auf Platz eins bei den Sichtungen.

Foto: Wolfram Martin

Die Amsel verzeichnete Bestandseinbrüche. Doch insgesamt bleibt die Schwarzdrossel unangefochten auf Platz eins bei den Sichtungen. Foto: Wolfram Martin

Gelsenkirchen.   Amsel, Drossel, Fink und Star – die lokalen Bestände werden wieder ermittelt.  Der Nabu ruft auf, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen.

„Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar“ – ist das tatsächlich noch so wie im bekannten Kinderlied „Alle Vögel sind schon sind schon da“ von Hoffmann von Fallersleben, beschrieben? Dieser Frage gehen jedes Jahr im Januar zahlreiche Tierfreunde und (Hobby)-Ornithologen bei der Wintervögelzählung „Stunde der Wintervögel“ nach.

Ob mit dem Fernglas oder mit wachem Auge: jeder kann mitmachen. „Wir bitten alle interessierten Gelsenkirchener in der Zeit von Freitag, 5. Januar, bis Sonntag, 7. Januar, genau hinzusehen und im heimischen Garten oder im Park nebenan Vögel zu zählen“, erklärt Wolfgang Kwasnitza vom Naturschutzbund Stadtverband Gelsenkirchen (Nabu).

nformationsmaterial inklusive Schaubildern

Dazu genügt es, „eine Stunde lang an einer Stelle mit guter Sicht alle Vögel, die zu sehen sind zu zählen und von jeder Art die höchste Anzahl an Vögeln, die gleichzeitig zu sehen sind, zu notieren“, so Kwasnitza.. Durch diese Methode lassen sich Doppelzählungen vermeiden. Anschließend bittet der Nabu darum, bis zum 15. Januar die erhobenen Zahlen online oder per Post zu melden.

Wer sich unsicher ist, welcher Vogel bei ihm im Garten sitzt, findet Informationsmaterial inklusive Schaubildern zu vielen Arten auf den Internetseiten des Naturschutzbundes.

„Wir machen das, um eine Datengrundlage der hier heimischen Vogelbestände zu erhalten“, erläutert Wolfgang Kwasnitza. „Jahrelang gab es keine verlässlichen Zahlen, so dass wir beschlossen haben selber nachzuzählen.“ Um eine möglichst breite und große Datenbasis zu erhalten, bittet der Nabu die Bevölkerung bei der Wintervögelzählung mitzumachen. „Je mehr Menschen sich an unserer Aktion beteiligen, umso genauer können wir Tendenzen und Trends über die hiesigen Populationen feststellen.“

Rund 17 Prozent weniger Tiere

2017 wurden, wie die Daten des Nabu zeigen, bundesweit auffallend weniger Vögel als in den Jahren zuvor gezählt. Rund 17 Prozent weniger Tiere beobachteten die Teilnehmer. „Unsere Zahlen zeigen aber, dass der heimische Bestand hier in Gelsenkirchen im vergangenen Jahr insgesamt relativ stabil war“, erzählt Wolfgang Kwasnitza. „Wir haben jedes Jahr schwankende Zahlen für einzelne Arten. 2017 hatten wir einen massiven Rückgang an Amseln, was mit einem Virus zusammenhängen könnte. Wir hatten aber auch drei Arten dabei, die wir zum ersten Mal gezählt haben. Den Steinkauz, die Mönchsgrasmücke und den Turmfalken.“

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang an Insektenarten und der Größe der hiesigen Vogelpopulation? Im vergangen Jahr schlugen entsprechende Meldungen über einen massiven Rückstand an Insektenbeständen bundesweite Wellen. „Ja, das kann ich mir vorstellen. Über kurz oder lang wird sich diese Entwicklung auf unsere heimische Vogelwelt auswirken, sagt Wolfgang Kwasnitza.

>>So können Sie mitmachen:

Von Freitag bis Samstag (5. - 7. Januar) eine Stunde lang von jeder Art die höchste Anzahl an Vögeln, die gleichzeitig zu sehen sind, notieren.

Bitte die Ergebnisse per Online-Formular (www.stundederwintervoegel.de), per Post an Nabu Deutschland, Stichwort „Stunde der Wintervögel“, Charitéstraße 3, 10117 Berlin oder unter 0800-1157-115 (6. - 7. Januar, 10 - 18 Uhr) weiterleiten.

2017 wurden in Gelsenkirchen am häufigsten Amseln und Kohlmeisen gezählt. Jeweils einmal wurden Steinkauz, Mönchsgrasmücke und Turmfalke gezählt.

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