Soziales

In Gelsenkirchen geschieht die Pflege stärker zuhause

Eine Pflegekraft (l) begleitet eine Heimbewohnerin beim alltäglichen Gängen. Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden allerdings immer noch zuhause betreut.

Eine Pflegekraft (l) begleitet eine Heimbewohnerin beim alltäglichen Gängen. Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden allerdings immer noch zuhause betreut.

Foto: Oliver Berg / picture alliance/dpa

Gelsenkirchen.  Über 9000 pflegebedürftige Menschen in Gelsenkirchen werden von Angehörigen oder Pflegediensten betreut. In Heimen sind es 2500 Betroffene.

Knapp 3,41 Millionen Menschen in ganz Deutschland waren zum Jahreswechsel 2017/2018 als pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes eingestuft. Zu diesen gehörten in Gelsenkirchen 11.887 Menschen, die auf Pflege angewiesen waren. Das waren 1.439 oder 13,8 Prozent Pflegebedürftige mehr als zwei Jahre zuvor. Dabei kletterte die Zahl der vollstationär in Pflegeheimen Versorgten (inklusive Kurzzeitpflege) um 125 (5,1 Prozent), das waren 2.585 Personen.

Ambulante Dienste wurden in 2.557 Fällen ergänzend zur häuslichen Pflege oder ausschließlich in Anspruch genommen, das waren 134 Fälle mehr als Ende 2015, als diese Zahlen zuletzt erhoben wurden. Damit wurden rund 78,5 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause betreut. Das sind etwas mehr als im bundesweiten Schnitt, den die Statistiker mit 75,7 Prozent angeben. Tatsächlich verbringt die überwiegende Mehrzahl der Älteren den Lebensabend aber eher zuhause oder bei Angehörigen. In Gelsenkirchen waren es zuletzt 9.302, also rund 78 Prozent der Pflegebedürftigen.

Die Zahlen wachsen weiter

Davon erhielten 6.745 ausschließlich Pflegegeld, wurden also allein durch Angehörige oder privat organisierte Hilfe gepflegt, weitere 2.557 nahmen ambulante Pflegediensten in Anspruch. In Pflege- und Seniorenheimen wohnten dauerhaft 2.469 Frauen und Männer. Dazu kam die vollstationäre Kurzzeitpflege mit 116 Plätzen. Zusammen 2.585, wobei es eine statistische Unschärfe gibt, weil Kurzzeitpflegeplätze von mehreren Personen nacheinander und auch von Menschen, die sonst zuhause gepflegt werden, genutzt werden können.

Alle zwei Jahre erheben die Statistischen Landesämter bei Pflegediensten, und Heimen, Pflegekassen und privaten Versicherungsunternehmen die Daten über die Pflegegeldleistungen. Daten zum Stichtag 31. Dezember 2019 liegen frühestens 2021 vor.

Profis übernehmen für Familie

Mit dem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Berufstätigkeit verändert sich auch die Pflege: Wo sich bis vor ein, zwei Generationen noch Angehörige, insbesondere die (Schwieger-)Töchter, kümmerten, übernehmen heute zunehmend professionelle Pflegekräfte. Vor allem Waschen und Füttern von kranken, zuweilen geistig verwirrten, Älteren und hilfsbedürftigen Hochbetagten, wird Aufgabe von ambulanten Pflegediensten, oft vor dem Lebensabend im Heim.

Der Job der Altenpflegenden ist bei steigender Seniorenzahl krisensicher, gutes Pflegepersonal ist gefragt, aber die Entlohnung steht in der Diskussion. Zum Jahresende 2017 waren 1.170 Pflegerinnen und Pfleger bei hiesigen Pflegediensten angestellt, 82 mehr als bei der Erhebung zwei Jahre zuvor mit damals 1.088.

Insgesamt gab es zum Stichtag der jüngsten Erhebung in Gelsenkirchen 34 Pflegedienste. Zwei Jahre zuvor waren es 35 Pflegedienste. Die Zahl der Pflegeheime liegt bei 35, die Zahl der dort Beschäftigten bei 2.562.

Vor zwei Jahren hatte es 29 Heime mit 2.353 Beschäftigten gegeben. Zwei weitere Jahre zuvor - Ende 2013 - lag der Personalstand der hiesigen Pflegedienste noch bei 1.018 und in den Heimen bei 2.135. Im Zweijahresvergleich ist die Zahl der vorhandenen Pflegeplätze in der vollstationären Dauerpflege von 2.555 Ende 2015 zum Jahreswechsel 2017/18 auf 2.782 Plätze gestiegen.

Damit kämen also derzeit umgerechnet 1,09 Pflegeheimbewohnende auf jeden Beschäftigten.

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